Auf einem anderen Motivwagen, deren Themen bis zum Rosenmontag streng geheim gehalten wurden, zerschlägt NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in der Gestalt eines kahlköpfigen Skinhead mit einem Baseball-Schläger die Obdachlosenhilfe des Landes. Hintergrund dieses Wagens ist die beabsichtigte Streichung von insgesamt rund 1,2 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt für die verschiedenen Initiativen der Obdachlosenhilfen an Rhein und Ruhr. Beide Wagen erhielten während des Umzugs häufigen lautstarken Applaus der Närrinnen und Narren am Zugweg.
Auch die geplante Großmoschee im benachbarten Köln sparten die Jecken in der NRW-Landeshauptstadt nicht aus. Auf einem Motivwagen überrollt der Verein Ditib als Betreiber der Großmoschee mit einem gewaltigen Traktor einen Demonstranten der rechtspopulistischen Organisation "Pro-Köln", die gegen den Bau des islamischen Gotteshauses zu Felde zieht.
Im Kölner Rosenmontagszug hatten die Narren auf ihrem politischsten Wagen das berüchtigte Terroristengefängnis Guantanamo auf Kuba dargestellt. Ausgemergelte, gefesselte Gefangene blickten durch die Gitterstäbe auf die amerikanischen Soldaten, die sich Zigarre rauchend und unter Palmen in der Hängematte das Leben auf der Karibikinsel versüßen, während die Grundcharta der Menschenrechte angekettet in der Ecke liegt. Unterstützung bei der Realisierung des Themas erhielt das Festkomitee von der Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International.
epd West
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