Montag, 15. Juni 2009

Ein typisches Pfarrhaus

Das Haus, in dem ich wohne, ist ein lautes Haus. Morgens ab 7:00 Uhr werden die Kinder zum Kindergarten gebracht, am Nachmittag sind, wenigstens in der warmen Jahreszeit, die Hortkinder im Garten zu hören, und schließlich ist da noch die evangelische Johann-Sebastian-Bach-Musikschule, die in der Lutherschule Dauergästin ist: So werde ich u.a. Ohrenzeuge mancher ersten, zweiten und dritten mehr oder weniger holprigen Versuche am Klavier, was oft alles andere als genussreich ist. Die Übungsstunden beginnen um 13:00 Uhr und enden häufig erst abends um 19:00 Uhr. Und am Abend? Da sind zweimal in der Woche Chorproben und natürlich auch Gemeindeveranstaltungen, an denen ich freilich meist selbst beteiligt bin.

Der ruhigste Tag im Lutherhof ist in der Regel der Samstag. Sonntags gibt es natürlich auch Gemeindeveranstaltungen, wenn nicht von unserer, dann von der japanischen evangelischen Gemeinde. So tobt im Lutherhof eigentlich immer das Leben.

Ach ja: Die Nachbarn hätte ich fast vergessen, die am Wochenende mit der alten Heimat im früheren Jugoslawien telefonieren – und weil der Empfang ihres Handys in ihren Wohnungen anscheinend nicht stark genug ist, müssen sie sich dabei aus dem Fenster lehnen und so laut schreien, als trauten sie der drahtlosen Übertragung ihrer Wörter und Sätze noch immer nicht.

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