Montag, 8. Juni 2009

Gewagte Ideen (hier: römisch-katholisch)

Unter dem Titel „Den Glauben weitertragen" hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken eine bundesweite Initiative gegen sinkende Taufzahlen gestartet. Willkommengeschenke wie Neugeborenentasche und Glaubensrucksack sollen Erwachsene bei ihrem Weg in die Kirche unterstützen. Sie sollen eine Brücke bilden, um auf junge Eltern zuzugehen, ihnen zur Geburt ihres Kindes zu gratulieren und auf die Taufe hinzuweisen. 

zenit.org

Der Glaubensrucksack ist eher für erwachsene Täuflinge gedacht. 

Ist das eine hübsche Idee? Eine Tasche für das Baby, auf der steht "Den Glauben weitertragen"? Ist das nicht eine Diskriminierung der Kinderlosen? Können die den Glauben nicht weitertragen? Außerdem ist die Symbolik für mich schief: Getragen wird doch zunächst einmal das Kind, nicht der Glaube. Passender wäre dann doch ein Aufdruck wie: "Wir haben ein Kind bekommen und so unseren Beitrag zur Zukunft der Kirche geleistet."

Und ein Rucksack als Geschenk für Taufbewerber signalisiert für mich eher, dass der Glaube eine Art Last ist, die man nun auch noch mit sich herumschleppt; sicher auch eine Art Verpflegung oder Werkzeug, aber den Glaubensrucksack trägt man auch noch mit sich, er vermehrt das Marschgepäck des Lebens. Und so ist es doch nun wirklich nicht.

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