Montag, 12. November 2007

Todesangst und Kunstgeschmack

"So einfach kann Existenzpsychologie sein: Versteckt im Dickicht einer Testbatterie lauert die Frage: 'Was, glauben Sie, passiert mit Ihnen, wenn Sie physisch tot sind? Bitte beschreiben Sie genau die Emotionen, die der Gedanke an den Tod bei Ihnen auslöst.' Wer darüber sinniert, hat die 'Induktion von Todesgewissheit' schon hinter sich.

So bezeichnen die Versuchsleiter Jeff Greenberg und Tom Pyszczynski von der University of Arizona in Tucson ihre verbale Spritze schwach dosierter Todesangst, deren Wirkung sie bei Versuchspersonen beobachten wollen. Die beiden Psychologen und ihre Kollegen erforschen existenzielle Sorgen. Sie betreten mit ihren Experimenten ein Terrain, das bislang meist der philosophischen Spekulation und den Religionen überlassen blieb.

Hinter den Versuchen steckt eine Theorie des Anthropologen Ernest Becker, der mit seinem Buch 'The Denial of Death' 1974 den Pulitzer-Preis gewann. Seine Argumentation: Menschen haben ebenso wie Tiere einen unbedingten Überlebenswillen. Doch die Fähigkeit zu symbolischem Denken verleiht Homo sapiens eine Vorstellung der Zukunft. Deshalb leben Menschen mit der Gewissheit, dass sie sterben werden. Irgendwann. Dieses einzigartige Wissen erzeugt eine unterschwellige Angst, die jederzeit akut werden kann. Ein Gang zum Friedhof, Bilder von einem Unfall, der Anblick eines alternden Menschen - ganz alltägliche Dinge können ausreichen, um die Angst vorm Sterben an die Oberfläche zu spülen, ganz so wie die tückische Frage aus dem Greenberg-Experiment.

Die Reaktionen auf die bewusste Erinnerung an den Tod folgen einem Muster. Erst werden die düsteren Gedanken verdrängt: 'Ich bin jung und kerngesund - der Tod ist weit weg.' Doch auch nachdem der Aufmerksamkeitsfokus derart verlagert wurde, arbeitet die Angst weiter. 'Terror-Management' nennen Psychologen diese automatisch einsetzenden Schutzreaktionen.

Damit Sterblichkeit nicht Sinnlosigkeit bedeutet, wollen wir uns beweisen, dass wir ein sinnvoller Teil eines sinnvollen Universums sind. Eine mögliche Strategie besteht darin, das Selbstwertgefühl direkt zu steigern - durch Sport, Diäten oder gar Schönheitsoperationen. Eine andere setzt stärker auf die Übernahme kultureller Weltsichten. Es tröstet, sich als Mosaikstein eines Ganzen zu sehen: einer das eigene Ende überdauernden Kultur, Wertegemeinschaft oder Nation beispielsweise. Teil von etwas Größerem zu sein verheißt symbolische Unsterblichkeit. Aus Angst vor dem Tod fordern wir mehr vom Leben und inszenieren ein großes Kino der Endlichkeitsverweigerung.

Damit das alles nicht graue Theorie bleibt, haben sich die Forscher um Jeff Greenberg ein experimentelles Design ausgedacht, mit dem sie prüfen wollen, wie sich die Konfrontation mit morbiden Gedanken auf das Verhalten der Probanden auswirkt. Beispielsweise 2006 in einem Versuch, der einem Zusammenhang zwischen Todesgewissheit und Kunstgeschmack nachging. Die Psychologen aus Arizona erwarteten, dass die ästhetischen Vorlieben bei Erinnerung an den Tod konservativer ausfallen würden. Denn das erhöhte Bedürfnis nach Sinn und Struktur werde von leicht fassbaren gegenständlichen Werken besser erfüllt als von verwirrender, abstrakter Kunst. So jedenfalls die Theorie.

Angst vor der Vergänglichkeit trübt den Sinn für abstrakte Kunst

Nach einigen Aufgaben, die das eigentliche Interesse der Sterblichkeitsforscher kaschierten, stellten die Versuchsleiter ihre Standardfrage über den Tod. Die Kontrollgruppe dagegen wurde nicht mit dem Thema Sterben konfrontiert, sondern nur an eine Examensarbeit erinnert, die in ihrer Ausbildung wichtig war. Es folgten ein Stimmungstest, der bei beiden Versuchsgruppen ähnlich ausfiel, und ein paar Seiten Literatur zum Schmökern. Vergangene Experimente hatten nämlich gezeigt, dass die Terror-Management-Strategien ihre Wirkung am stärksten nach einer Verzögerung entfalten.

Die Forscher fanden ihre Hypothese bestätigt: Wer sich den Tod vergegenwärtigt hatte, reagierte ablehnender auf abstrakte, schwer fassbare Kunst. Sie wurde von den Probanden auf einer Skala von eins bis neun im Schnitt mit einer reservierten 3,9 bewertet. Teilnehmer, die nur an eine schwere Prüfung denken mussten, zeigten sich mit einer durchschnittlichen 5,8 schon eher angetan. Moderne Kunst, so die existenziellen Psychologen, stelle ein 'Fenster ins Nichts' dar: Todesgewisse Probanden blickten lieber daran vorbei.

Derselbe Mechanismus beeinflusst eine Vielzahl anderer Verhaltensweisen - vom Kaufverhalten bis zum sportlichen Ehrgeiz. Das zeigten Greenberg und seine Mitarbeiter in über 250 Experimenten, die allesamt nach demselben Schema abliefen wie die Versuche zum Kunstgeschmack. Laut einer Studie von 2003 mindert Todesangst sogar die Kritikfähigkeit: US-Amerikaner bewerteten fiktive Aussagen, die das eigene Land in ein schlechtes Licht rückten, viel negativer, wenn sie zuvor an die eigene Sterblichkeit erinnert worden waren. (…)"

Spiegel-online 11.11.2007

Geschwindigkeit erfahren...

Überraschend

Man kann dem Glück nicht entgegenlaufen, man weiß nie, woher es kommt.

Sonntag, 11. November 2007

Noch immer...


... steht der Turm der Lutherkirche im Gerüst...
Die Voruntersuchungen unter der Regie des Bundesdenkmalamtes sind im Gange und werden hoffentlich bald das erhoffte Ergebnis bringen.

Eine Stadt ohne ein Kaufhaus

Manches fällt einem erst nach einiger Zeit auf: In dieser Weltstadt Wien gibt es kein einziges Kaufhaus, dafür zahlreiche (und manchmal hochkarätige) Fachgeschäfte nicht nur am Graben, in der Mariahilfer Straße und in Favoriten, sondern in nahezu jedem Bezirk. Und überhaupt: Was sich hier für Geschäfte halten können, ist für einen Deutschen insgesamt erstaunlich. Ganz offensichtlich wird eben auch bewusst "im Grätzel" eingekauft - und nicht nur in den bekannten Einkaufsstraßen.

Nächtens im Stiegenhaus

In Fülle und Weite

"Denn die Dinge der Seele muss man sich immer in Fülle und Weite und Größe denken. Damit übertreibt man keineswegs, da sie zu viel mehr fähig ist, als wir uns vorstellen können, und überall durchdrungen ist von der Sonne, die in diesem Palaste strahlt."

Teresa von Avila

Martini, winterlich




Aber bis zum Nachmittag war alles wieder getaut und verweht...

Universeller Tod

LEBEN
Ich kam - woher? Ich gehe - wohin?

Das Woher und Wohin des Menschen ist kein Geheimnis mehr. Nach den wichtigsten allgemeinen Erläuterungen zum Thema Leben nach dem Tod werden in diesem Büchlein die 75 meistgestellten Fragen mit den Antworten dazu wiedergegeben.

Jeder stirbt für sich allein
Das Leben und Sterben, um weiterzuleben

Dieses Buch geht jeden an, der von der Angst vor dem Tod zum bewußten Leben, zu Sicherheit, Gelassenheit und innerer Standfestigkeit finden möchte. Denn, so schreibt Gabriele: „Wer sein Leben zu verstehen lernt, fürchtet sich nicht mehr vor dem Tod." Darüber hinaus werden viele Missverständnisse und Irrlehre aufgeräumt und erläutert z.B., wie die frühchristliche Lehre der Reinkarnation plötzlich verurteilt wurde – und mit welchen verheerenden Folgen.

Dein Leben im Diesseits ist dein Leben im Jenseits

Angst vor dem Sterben? Wie wird es sein - danach? Das Unbehagen vor dem Tod verliert sich, sobald wir uns mit den größeren kosmischen Zusammenhängen des Lebens vertraut machen. Dieses Buch vermittelt uns bisher unbekanntes geistiges Wissen, z.B. über: Lebensspanne und Todesspanne des Menschen - Was geschieht, wenn der Körper stirbt? - u.v.m.

SEIN AUGE - Die Buchhaltung Gottes
Der Mikrokosmos im Makrokosmos

Eine umfassende Erläuterung der vielschichtigen Zusammenhänge zwischen dem All, dem Makrokosmos, und dem Menschen, dem Mikrokosmos. Der Leser erhält erstmals tiefe Einblicke in dieses mächtige Kommunikationsnetz, in das All-Netz »Senden und Empfangen«, in die gigantische »Buchhaltung Gottes«.

Die kosmische Uhr und das Netzwerk Deiner Haut
Dein Schicksal liegt in Deiner Hand

Alle Ereignisse in dieser Welt und im Leben des einzelnen Menschen vollziehen sich entsprechend dem Lauf der Kosmischen Uhr. Kann der Mensch den Gang dieser Uhr beeinflussen? Und welche Auswirkungen hat es, dass das Pendel der Kosmischen Uhr immer schneller schlägt?

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Morgenstimmungen am Lutherhof