Fanmeile. Vergangene Woche war es hier besonders schrill. Hunderte österreichische Fans hatten sich vor den Fenstern des Staatsoberhauptes versammelt und lauthals "Wir wollen Heinzi sehen" gerufen. Fähnchen wedelnd und applaudierend, wie es dieser Tage Usus geworden ist.
"Ich spürte, wie sich die ganze Fan-Gruppe plötzlich nach mir umdrehte", erzählt Heinz Fischer sichtlich amüsiert. "Ich winkte zurück mit einer rot-weiß-roten Fahne, die ich im Büro liegen hatte, und dann war überhaupt der Bär los."
Auf die "Heinzi"-Rufe angesprochen wirkt der Bundespräsident dagegen fast verlegen. "Das zeigt doch nur, dass die jungen Leute sehr nett und begeisterungsfähig sind, und dass ich mich in ihre gute Laune hineinversetzen kann."
Die überschwänglichen Fahnen-schwingenden rot-weiß-rot-Bekundungen seien aber nichts Neues, meint Fischer. "Ich will in keine Richtung übertreiben, aber das Wort ,neu‘ akzeptiere ich nicht uneingeschränkt. Denken Sie an den Schladminger Nacht-Slalom, das Skispringen in Bischofshofen oder das Hahnenkammrennen in Kitzbühel – dort spielt es sich genauso ab. Das ist für mich ein Beweis dafür, dass die Österreicher in einem erfreulichen Maß stolz auf ihr Land sind."
Kurier 29.06.2008
In Deutschland schwer vorstellbar, dass der Bundespräsident mal eben so aus dem Zimmer seines Arbeitszimmers winkt. Aber Österreich ist eben ein kleines und gemütliches Land.
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