Der Soziologe Ulrich Beck hält einen wachsenden Einfluss von Religion in der Gesellschaft für denkbar. Unter dem Eindruck von Verunsicherung könne Religiosität eine «Weltmachtposition» einnehmen, sagte der Sozialwissenschaftler der «Frankfurter Rundschau» (Freitagsausgabe). «Sie kann Milliarden Menschen bewegen.» Im Verlag der Weltreligionen ist von Beck kürzlich der Band «Der eigene Gott - Von der Friedensfähigkeit und dem Gewaltpotential der Religionen» erschienen.
Widerlegt sind nach Darstellung des Wissenschaftlers Annahmen über die fortschreitende Entchristlichung der Bevölkerung, wie sie lange von Gesellschaftswissenschaftlern vertreten wurden: «Sie gingen davon aus, dass sich das Problem Religion von selbst erledigt.» Als Ergebnis der Individualisierung würden Weltreligionen zu einem spirituellen Baukasten, äußerte Beck als Erwartung und fügte hinzu: «Individuen basteln ihr eigenes Religionsverständnis und ihren eigenen Gott zusammen.» Diese subjektive Religiosität stehe auch im Gegensatz zu der Abgrenzung, auf die Religionsgemeinschaften wie Kirchen bedacht seien.
Gefunden auf jesus.de
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