Donnerstag, 25. September 2008

An ein Tabu gerührt

"Wir werden in Sachen Beziehungsfähigkeit eine Zweiklassengesellschaft bekommen", prognostiziert der Leiter des Instituts für Lebens- und Familienwissenschaften (Bonn). Diese Zweiklassengesellschaft sei die Folge zunehmender sexueller Verwahrlosung einer Generation, die mit emotionalen Bindungen häufig nur noch wenig anfangen könne. "Die einen lernen Selbstvertrauen und Fähigkeiten, Sicherheit sowie sozialen Umgang mit Menschen - die anderen lernen es nicht", so Schirrmacher in der aktuellen Ausgabe der "Bild der Frau".

Eine wesentliche Ursache für die mangelnde Beziehungsfähigkeit sieht er in einem ausufernden Pornokonsum selbst unter Kindern. "Im Internet oder auf Videos wird ihnen eine Welt vorgegaukelt, in der Frauen allzeit bereit sind und Männer sich nehmen, was sie wollen. Kinder nehmen so etwas dann für bare Münze! Und es prägt ihr Bild von einer Beziehung." Diese Prägung habe zur Folge, dass Kinder später nie dazu fähig seien, eine dauerhafte Beziehung zu führen, nicht einmal ein kollegiales freundschaftliches Verhältnis im Berufsleben, so Schirrmacher.

Gefunden auf jesus.de

Die seelischen Gefahren durch Pornographie und eine übersexualisierte Umwelt überhaupt gehören zu den Tabu-Themen der mitteleuropäischen Gesellschaften. Wenige Mutige gibt es, die sich an dieses Thema heranwagen.
Es ist natürlich nicht allein die fast allezeit und überall verfügbare Pornographie, die das Weltbild von Kindern und Jugendlichen prägt, Computerspiele und Splatter-Filme gehören ebenso dazu wie die Dauerüberforderung durch die schnelle Erreichbarkeit via Handy oder die Erfahrung überforderter, gestresster Eltern und Lehrer. Was aus dem allem entsteht, ist der Eindruck, dass in der Welt im Grunde ein Naturzustand des "Krieges aller gegen alle" herrscht, in dem man sich nach Kräften behaupten muss. Und die Welt als ganze ist viel zu unübersichtlich um sich da zurechtfinden zu können. Was bleibt, ist Rausch und Spaß in jeder Form. Beziehungen haben nach den eigenen Vorstellungen zu funktionieren oder sie werden ausgetauscht. Und in alledem nach einem Sinn des menschlichen Daseins zu fragen, ist höchstens die Marotte des Religionslehrers.

1 Kommentar:

schwul-und-liberal hat gesagt…

In der aktuellen "BILD der FRAU" ist immerhin ein schönes Interview mit dem charmanten Sänger Fady Maalouf! :-)