Es war nur eine Frage der Zeit, und es ist nur der nächste Schritt. Der nächste Schritt, mit dem sich der Suchmaschinenkonzern Google zum Monopolisten des Weltwissens und der Bewusstseinsindustrie aufschwingt. Google schreibt Geschichte – und bedient sich dabei einmal mehr der Kenntnisse anderer und schlägt daraus Kapital. Die Urheber all der Zeitungsartikel, von denen das Nachrichtenportal „Google News“ lebt, werden künftig nicht nur aktuell enteignet, alles, was sie und ihre beruflichen Vorväter jemals zu Papier gebracht haben, verschwindet unter dem Dach des „Google News Archive“. Google errichtet ein virtuelles Zeitungsmuseum, zu dem die Zeitungsleute selbst nur als Besucher Zutritt haben.
Unter dem Rubrum „Bringing history online, one newspaper at a time“ hat Google das Projekt jetzt auf der Online-Konferenz „Techcrunch 50“ in San Francisco vorgestellt. Das Prinzip ist simpel: Der Suchmaschinenkonzern scannt sämtliche jemals erschienenen Seiten aller Zeitungen der Welt, stellt sie online und macht sie nach Suchbegriffen verfügbar. Bei der Vorstellung ihres Coups haben die Googelianer ein schönes Beispiel dafür gebracht – eine Ausgabe der „Pittsburgh Post-Gazette“ aus dem Juli 1969 mit der Überschrift „We’re on the Moon“. Wer immer, wann immer nachlesen will, welche Zeitung was auch immer geschrieben hat, über Google soll er es bekommen. Dafür wird er mit Werbung beschossen, an deren Umsatz Google die Zeitungsverlage, die im Bauch des Wals verschwinden, mit einem gewissen Prozentsatz beteiligt. Wie hoch dieser ist, das behält der Konzern für sich. (...)
Michael Hanfeld: Der große Raubzug. "Google News Archive", FAZ 09.09.2008
Auf der Spur der Bedeutung des Wortes "Monotheismus" fragte ich heute Schüler einer dritten Klasse der HLW 19 nach Worten, die mit "Mono" beginnen. "Monopoly" fiel ihnen ein, auch "Monokultur". "Monopoly kommt von Monopol", sagte ich. "Kann jemand ein Beispiel für ein Monopol nennen?" "Google", das kam als Antwort.
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