Samstag, 28. Februar 2009

Abwrackerei

Der Erfolg der „Umweltprämie“- besser bekannt als „Abwrackprämie“ - überrascht selbst Experten. Zwischen durchschnittlich 10.000 und - an Spitzentagen - 16.000 Anträgen gehen beim für die Prämie zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) ein. Wenigstens ein Lichtblick für die krisengeschüttelte Automobilbranche, über die man ansonsten derzeit zwar viel, aber nicht viel Erfreuliches liest und hört. 

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Wer Erfolg hat, findet bekanntlich immer Nachahmer. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass nun auch andere Branchen in dem Erfolgsmodell Abwrackprämie den goldenen Weg aus der Krise sehen. Koffer, Schuhe, Möbel, Fernseher, Kameras, Waschmaschinen, Computerteile und sogar Töpfe – fast alles, was irgendwie abgenutzt, schäbig, aus dem Leim gegangen, nicht mehr taufrisch oder nicht mehr ganz dicht ist, kann derzeit mit satten Rabatten gegen Neuware eingetauscht werden. Und wenn man sich dann noch überlegt, wie bereitwillig – ja geradezu euphorisch – Hunderttausende ihre langjährigen Fast-Schon-Familienmitglieder für ein paar Kröten aus dem Konjunkturpaket auf den letzten, traurigen Weg in Richtung Schrottplatz schicken, dann wird einem doch ein bisschen Angst und Bange. Was, wenn sich noch ganz andere Nachahmer für das Prinzip „Tauschen Sie Ihren schäbigen Alten gegen was schickes Neues“ finden? Krankenkassen, Ärzte, Partnervermittlungen – neiiin, wir wollen nicht abgewrackt werden!

GMX Magazin 08/2009 (Per e-mail an alle Mitglieder von gmx.net am 27.02.2009)

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