
Freitag, 4. Juni 2010
Sonntag, 30. Mai 2010
Verena Stefans "Häutungen" - nach 35 Jahren
Auch mehr als drei Jahrzehnte nach Erscheinen dieses Buches hat sich an den von Verena Stefan geschilderten Mann-Frau-Beziehungen leider nur wenig geändert. Obwohl auf politischer und juristischer Ebene die Gleichstellung der Frau mittlerweile fest geschrieben ist und ebenso auf gesellschaftlicher Ebene ein gewisser öffentlicher Konsens darüber besteht, dass die Frau gleichwertig ist und ihr eben solches Ansehen und eine adäquate Behandlung zustehen, haben sich das Miteinander und Verständnis der Geschlechter bis auf wenige Ausnahmen nicht verbessert. Im Gegenteil erfahren Frauen heute verstärkt Diskriminierungen und Sexismen, die sich jedoch desöfteren unter subtilen Vertuschungsmechanismen zu verbergen suchen. So können Frauen gegenwärtig relativ selbstbestimmt über ihr Leben verfügen, ökonomisch unabhängig sein und sind nicht mehr angewiesen, Teil eines Paares zu sein. Auf der symbolischen Ebene - und diese wirkt logischerweise auf die reale Wirklichkeit - erweisen sie sich nach wie vor als nachrangig gedachte Geschlechtsklasse, was sich speziell in den so genannten "privaten" Beziehungen zu Männern, in Liebe und Sexualität auswirkt. Denn in der Porno-Gesellschaft ist das Wollen der Männer nur zu oft auf Sex und weniger auf Verstehen fixiert. Ein einander Erkennen ist bis dato nicht möglich.
Dagmar Buchta: "Ich beherberge keinen Mann mehr“ dieStandard.at, 16.05.2010
Samstag, 29. Mai 2010
Blick aus meinem Schlafzimmer am Spätnachmittag
Kleiner Gedanke großer Ehrfurcht
Donnerstag, 27. Mai 2010
Mittwoch, 26. Mai 2010
Bologna? Nichts Neues - Studieren will gelernt sein!
derStandard.at: Allerdings wird doch die verstärkte Anwesenheitspflicht von Studierenden kritisiert, die es immer schwieriger machen würde, das Studium frei zu gestalten.
Reinmann: Ich führe nie Anwesenheitslisten, weil Studierende erwachsene Personen sind, die selber entscheiden können, ob sie für die nachfolgende Prüfung und ihren Kompetenzerwerb anwesend sein müssen oder nicht. Wenn es natürlich Gruppenarbeiten gibt, versteht es sich von selbst, allein schon aus Rücksicht untereinander, dass man sich zu einer Anwesenheit verpflichtet. Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass man aufgrund der Bologna-Reform permanent die Studierenden kontrollieren muss.
derStandard.at: Gibt es eine zu starke Einengung der Wahlmöglichkeiten und Freiheiten während eines Studiums, oder ist das Gegenteil der Fall?
Reinmann: Meine aktuelle Erfahrung ist, dass viele Studierende mit dem Selbststudiumsanteil - der ja auch mitgerechnet wird - große Probleme haben und nicht so recht wissen, wie sie das angehen sollen. Studierbarkeit wurde bisher immer an den Angeboten festgemacht - also ob sie zeitlich und inhaltlich zusammenpassen. Ich würde die Frage der Studierbarkeit zusätzlich aus einem anderen Blickpunkt stellen, nämlich: wie gut bereiten wir die Studierenden in ihren überfachlichen Kompetenzen vor mit unseren Angeboten umzugehen? Die Studierenden können das aufgrund ihrer schulischen Vorerfahrung oft nicht. Viele Fragen bleiben offen: wozu ist eine Vorlesung da? Wie höre ich richtig zu, wie mach ich mir Notizen? Wie lerne ich vor und nach einer Veranstaltung? Das sind Dinge, die schieben wir als Lehrende gern auf Tutoren ab. Dann führen eben die Einäugigen die Blinden.
Aus einem Interview des "Standard" mit der Wiener Medienpsychologin Gabi Reinmann
