Donnerstag, 1. November 2007

Ohne Titel

Nein, das ist nicht der Irak, das ist die Oberpfalz...

"Dem anonym an die bayerische SPD geschickten Schreiben zufolge sollen junge Polizisten gezwungen worden sein, bei Abschlussfeiern Urin zu trinken. Polizistinnen seien an Hundehalsbändern auf allen Vieren durch die Kantine geführt worden, hätten bellen und aus einer Schüssel auf dem Schoß eines Ausbilders Bier trinken müssen. Sie seien mit Elektrohalsbändern traktiert und Polizeischlampen beschimpft worden, die lieber kochen lernen sollten. Ausbilder hätten auch Nazi-Sprüche geklopft."
(Aus einem Bericht der FAZ über den jüngsten bayerischen Polizeiskandal.)

Mir fallen manche meiner ehemaligen Schülerinnen ein, die unbedingt zur Polizei wollten. Hoffentlich ergeht es ihnen in Hessen besser...

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Konvertiten

















Gefunden auf spiegel.de

Niederbayern - wo die Welt noch in Ordnung ist

"Rotthalmünster - Proteste von katholischen Kirchenvertretern in Niederbayern haben dazu geführt, dass zwei Bilder aus der Ausstellung 'Das Schwein in der Kunst' im Museum Kloster Asbach in Rotthalmünster entfernt wurden. Betroffen ist das Bild 'Dinner für 13' des Wiener Malers und Mitbegründers der EAV Nino Holm: eine Parodie des 'Letzten Abendmahls' mit Schweinen anstelle von Jesus und seinen Jüngern. Holms 'Mona Lisau' blieb hingegen unbehelligt.

Das zweite zensierte Bild ist die Aktfotografie 'Schweinebauch weiblich' der niederbayerischen Künstlerin Gisela Hellinger. Auf dem Foto ist ein gemalter Schweinekopf auf einem nackten Frauenbauch zu sehen - was dem katholischen Frauenbund missfiel.

Durchgesetzt

Zunächst waren die Bilder wochenlang ohne Proteste ausgestellt worden. Dann hatte es wegen der Kunstwerke Beschwerden vom Bistum Passau und dem katholischen Frauenbund gegeben. Den Künstlern wurde - von Kirchenvertretern - 'Frauenfeindlichkeit' und 'Blasphemie' vorgeworfen. 'Auf Grund dieser sehr heftigen Kritik hat der Landrat verfügt, dass die beiden Bilder nicht mehr gezeigt werden', erklärte der Sprecher des Landratsamtes, Eduard Bosch. Es sollten keine religiösen Gefühle verletzt werden.

Der Landkreis ist Veranstalter der Ausstellung. Auf Anregung des Kulturreferats des Kreises wurden die Bilder zunächst noch mehrere Tage lang in einen Nebenraum Interessierten gezeigt. Diese Nebenschau ist nun aber vom Landratsamt beendet worden, die Kunstwerke werden nun gar nicht mehr präsentiert.(APA/dpa/red)"

(Gefunden im Standard vom 30. 10. 2007)

Dienstag, 30. Oktober 2007

Lichtschirm für herbstliche Gedanken

Wien und der Tod

CHiLLi: Ist der Zugang zum Tod in Wien tatsächlich ein spezieller?
Wittigo Keller: Die Außergewöhnlichkeit dieser Stadt hat darin bestanden, den Tod in einer Form zu inszenieren, wie es auf der Welt einzigartig ist. Es war weniger die Auseinandersetzung mit dem Tod, als die Möglichkeit, eine ideale Selbstdarstellung der eigenen Person zu realisieren. Eigene Produktionsstätten wurden entwickelt für Uniformen, Kopfbedeckungen und Equipment. Diese letztmalige Selbstdarstellung mit dem Bedürfnis, für die Ewigkeit präsent zu sein, als besonderes Denkmal auf dem Friedhof, die ist in dieser Stadt das Besondere.

(...)

CHiLLi:
Warum gibt es noch immer so viele Vorbehalte gegen die Feuerbestattung?
Wittigo Keller: Der prozentuelle Anteil der Feuerbestattung liegt derzeit bei ungefähr zwanzig Prozent. Die Gründe dafür mögen in der Vergangenheit liegen, dass die Urne einfach zu klein und zu unscheinbar war, als dass sie in einem theatralischem Konzept, wie es die schöne Leich damals gewesen ist, die Repräsentanz gehabt hätte, die notwendig war. Und psychologisch gibt es das Transformationsproblem. Viele alte Menschen haben große Schwierigkeiten, einen geliebten Freund, 1,78 Meter groß, dann plötzlich in einer relativ kleinen Dose wiederzufinden.

CHiLLi: Inwiefern ist Kannibalismus eine Form des Umgangs mit dem Tod?
Wittigo Keller: Kannibalismus im Sinn der Ritualisierung, wie wir sie in ganz veränderter Form im mexikanischen Tod, dem „altar de los muertos“, finden, ist sicher eine mögliche Umgangsform. Sieh dich als nicht unsterblich, betrachte dich, und eines Tages wirst du so enden, den Tod in sich aufzunehmen, sich selbst zu verzehren, und damit den Tod zu überwinden.

CHiLLi: Gibt es das Denken noch, dass man mit dem Verspeisen die Kräfte des Opfers übernimmt?
Wittigo Keller: Das war die ursprüngliche Idee des rituellen Kannibalismus, wie wir ihn bei vielen außereuropäischen Völkern vorgefunden haben, was letztlich auch dazu geführt hat, einzelne Teile des Körpers zu ritualisieren. Es wurden aus Schädelhälften Masken hergestellt, es wurden ganze Kirchen, auch in Europa, wie die von Kutna Hora (in Tschechien nahe Prag, Anmerkung der Redaktion) ausgestattet, indem Luster oder Altäre aus Totenschädeln gemacht wurden. Eine Konfrontation mit dem Tod durch den Schädel als möglicherweise letzte Instanz eines Körpers zu zeigen und ihm damit Unsterblichkeit verleihen zu können.

CHiLLi: Warum ist die Bestattung und der ritualisierte Umgang mit dem Tod so bedeutend?
Wittigo Keller: Es ist unwahrscheinlich schwer, sich dem Tod zu stellen und ihn zu akzeptieren. Da gibt es Grundvoraussetzungen in der Gesellschaft, die das blockieren. Und Ritualisierungen und Inszenierungen sind die Möglichkeit, eine Kompensationsmöglichkeit zu schaffen, für sich selbst, und das Bedürfnis der Umgebung.

CHiLLi: Die beiden letzten großen Bestattungen in Wien waren die Bestattung von Kaiserin Zita und Falco. Beide wurden von Bestattung Wien durchgeführt?
Wittigo Keller: Zita war das Finale des letzten Pomps, einer Nostalgie, einer k. und k. Periode. Das Begräbnis von Falco hat eigentlich eine neue Dimensionierung eingeleitet. Eine Rockoper, ein Spektakel. Wir müssen bedenken, dass gerade Menschen im öffentlichen Leben, vor allem, wenn sie in der Kulturszene tätig waren, ihr Begräbnis als die allerletzte und größte Show betrachten.

(Aus einem Interview auf ChiLLi.cc)

Währing in der Nacht

Passend zum Reformationstag...

Was verstehen Sie unter dem Begriff "Reformation" und wer hat sie eingeleitet?



Aus einem „Einbürgerungstest“ auf welt-online.

Wenn der Rechnungshof den Geheimdienst unter die Lupe nimmt...

"Vor den strengen Augen und Taschenrechnern der Rechnungshofprüfer sind alle gleich: Da können die Beamten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, wie der österreichische Geheimdienst zivilisiert heißt, noch so geheime Organisationen beschatten und noch so gefährliche Terroraktivitäten verhindern, am Ende heißt es schlicht: Die Überstunden an Sonn- und Feiertagen müssen um 25 Prozent gekürzt werden! Und bitte weniger Dienstfahrten, jetzt muss einmal gespart werden! Klingt vertraut. Auch dass eine alte Immobilie, die im konkreten Fall mehr aufgrund ihrer guten Lage, denn ihrer (vergammelten) Innenausstattung zu viel kostet, erscheint nachvollziehbar. Aber wenn ein derart eigenständig agierendes Amt erst 2006 so etwas Ähnliches wie ein Budget zusammenbringt, darf man getrost von einem österreichischem Unikum sprechen.
Nicht ganz so unterhaltsam sind andere Empfehlungen der Prüfer, deren nüchtern-beiläufige Formulierungen entweder darauf deuten, dass sie nicht wissen, was sie da schreiben, oder ein verheerendes Zeugnis für Österreichs Terrorabwehr ausstellen. Irgendwo zwischen der Anregung, den hauseigenen Newsletter auch den Büros in den Bundesländern zuzuschicken, und der dezenten Warnung, beim frei vergebenen Bargeld mehr zu kontrollieren, heißt es da unauffällig: Der Rechnungshof vermisse 'nationale Bekämpfungsstrategien für die Bereiche Extremismus und Spionageabwehr'. Nach welcher Strategie arbeiten die jetzt? Nach Dienstplan?" (Die Presse 30. 10. 2007)

Interkulturalität in Ottakring