Freitag, 19. Juni 2009

Christi Leib, frei Haus geliefert

Warum Sonntagmorgen früh aufstehen und in die Kirche gehen, wenn es auch viel einfacher geht? Wäre doch gelacht, wenn da keine Marktlücke auszumachen sei, dachte sich auch ein neuer Internetdienst aus Großbritannien, der mit seiner extravaganten und zugleich umstrittenen Geschäftsidee „Post the Host“ ("Verschicke die Hostie") die Geister spaltet. Per Mausklick kann zukünftig das Abendmahlbrot einfach und bequem nach Hause geordert werden, und zwar kostenlos, sieht man von der Versandkostenpauschale in Höhe von 2 Pfund ab. Ab einer Bestellung von 500 Hostien sollen 10 Pfund anfallen.

Jonathan Blake, Erfinder der außergewöhnlichen Konzeption, möchte damit „die Art und Weise, wie sich die Kirche gegenüber den Menschen präsentiert, verändern“, berichtete kürzlich die britische Zeitung „The Guardian“. Blake ist Bischof der "Offenen Episkopalen Kirche", einer katholische Kirche, die ohne Papst auskommt.

Unbestrittener Vorteil der Home-delivery-Hostie: Menschen, denen der wöchentliche Kirchenbesuch alters- und krankheitsbedingt verwährt bleibt, wird ermöglicht, im eigenen Zuhause Abendmahl zu feiern. Und auch für solche, die sich von der Kirche abgewendet haben, soll die Hostie per Post den Weg zurück zum Glauben bahnen.

Ob „Post the Host“ diesen hohen Zielen gewachsen ist, ist fraglich. Nicht zuletzt ist das Abendmahl ein Zeichen der Gemeinschaft unter den Christen, das „Post the Host“ wohl kaum fördern kann.

Jonathan Blake ist dennoch fest von seinem Konzept überzeugt und befürchtet auch keinen Missbrauch durch Kirchenfeinde. „Den Leib Christi könne niemand beschädigen“, so Blake. Jesus lade ebenfalls jeden ein, seinen Leib zu empfangen. Und wenn Blake jeden sagt, dann meint er vermutlich jeden: Ob getauft oder nicht getauft, ob konfirmiert oder nicht, ob Christ, Atheist, Satanist oder muslimischer Buddhist.


Gefunden auf jesus.de

Darauf hat die Welt gewartet, natürlich. Nach Internetfriedhöfen und Online-Beichte nun der Homeservice für die Hostie. Funktioniert so natürlich nur in einem katholischen Kontext, denke ich, denn es handelt sich doch wohl um konsekrierte Hostien. Für evangelische Kunden müsste man nicht nur den Wein, sondern auch den Pfarrer mitliefern. Ach so, das gibt es ja schon längst, es heißt Hausabendmahl.

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