Freitag, 9. Juli 2010

Mittags am Gersthofer Platzl

Talente

Ein Schülergottesdienst vor Schuljahrsende. Thema: Unsere Talente. Vorbereitete Schüleräußerungen zu der Frage: "Was kann ich besonders gut?" Zunächst Erwartbares: "Ich kann gut Fußball spielen." - Ich kann gut zuhören." Dann aber Überraschendes: "Ich kann ohne Ende essen." Und: "Ich kann immer und überall schlafen."

Kreuzgasse

Donnerstag, 8. Juli 2010

Wundervoll!

Unheimlich, fast beängstigend

Eine fast unheimliche Perspektive, vor dem Haupteingang der Lutherkirche steil nach oben geblickt... Aber kaum ein Besucher oder zufällig vorüber kommender Fußgeher wird sich diese Perspektive antun, die dem Hals nicht wirklich gut tut.

Patriotismus und Antipatriotismus in Zeiten von Fußballgroßereignissen

Fußballweltmeisterschaften sind Ereignisse, bei denen mit dem Nationalgefühl Erstaunliches passiert. Wird z. B. in Deutschland oft ein Mangel an Patriotismus beklagt, bricht dieser alle vier Jahre (oder alle zwei Jahre, für Europameisterschaften gilt ja Ähnliches) aus wie ein Virus. Das Phänomen ist nicht auf bestimmte Staaten beschränkt, in Deutschland ist es aber besonders bemerkenswert. Während zwischen Fußballgroßereignissen wohl niemand darauf käme, eine deutsche Fahne aufzuziehen oder aus dem Fenster hängen zu lassen, ist dann auf einmal alles schwarz-rot-gold. Im Falle von Erfolgen gibt es viel zu jubeln (und zu trinken). Bei Niederlagen oder Ausscheiden bricht dann der Katzenjammer aus, in manchen Staaten (wie Frankreich) kann ein solcher sportlicher Misserfolg sogar politische Wellen schlagen.

Ein solcher Ausbruch von fußballinduziertem Nationalismus bietet aber auch die Möglichkeit, sich zu distanzieren, die eigene Immunität gegen diese Art von Wahnsinn zu demonstrieren - oder gar den verborgenen Groll oder Hass auf das eigene Land an die Öffentlichkeit zu tragen, so wie in diesen (sicher tief aus dem Bauch des Verfassers kommenden) Versen, die als Kommentar zu einem Artikel in der ZEIT publiziert wurden:

"Durch Deutschland weht ein kalter Wind
Menschen hasten tränenblind
weil sie so verzweifelt sind
in der Stadt herum

Sogar den Bäumen häng'n die Blätter
schlaff herunter wie Lametta
Alle Vöglein singen Moll
Fussball-Deutschland beklagt sich
immer wieder und man fragt sich
wie es weiter gehen soll

Freudentaumel zieht durchs Land
von Garmisch bis zur Waterkant
Alle singen Hand in Hand
Deutschland hat verloren

Links und Rechts und zick und zack
Das "unverkrampfte" Patriotenpack
kriegt endlich wieder aufn Sack
Deutschland hat verloren

lalalalalalalalalala
Deutschland hat verloren
lalalalalalalalalala
Deutschland hat verloren

Ein leichter Gegner eigentlich
machte die Stars heut lächerlich
Mutti Merkel ärgert sich
Deutschland hat verloren
Jogi sitzt alleine da
wie ein alter Fußballstar
Doch kein Meister trallala
Deutschland hat verloren

lalalalalalalalalalala
Deutschland hat verloren
lalalalalalalalalalala
Deutschland hat verloren

Wie Amateure wie Amateure - Ich mach die Säge
Deutschland hat verloren
Wie Amateure wie Amateure - Gott ist das herrlich
Deutschland hat verloren
Wie Amateure wie Amateure - Ich habe fertig
Deutschland hat verloren"

Von Nutzer "aeferiihkaefe", Rechtschreibung leicht gebessert von mir.

Der Verfasser weiß sich mit seinen Gefühlen der Schadenfreude nicht allein (vgl. die 3. Strophe). Aber das ist statistisch vermutlich schwer zu erheben. Denn wer würde sich in einer Umfrage schon als Antipatriot outen?

Die meisten "Patrioten auf Zeit" werden sich die Tränen bald aus den Augen wischen und zur Tagesordnung übergehen. Schade eigentlich, dass es noch dieses Spiel um den 3. Platz gibt, für die deutsche Mannschaft eine weitere Gelegenheit zum Verlieren, im Falle eines Sieges im "kleinen Finale" aber winkt eben nur Anerkennung - und kein Pokal. Und auf den Fanmeilen wird die Freude auch bei einem Sieg über Uruguay verhaltener ausfallen. Ein Anlass zum Trinken ist es, so oder so. Aber den braucht man in Deutschland ja im Grunde nicht - so wenig wie in Österreich übrigens...

Dienstag, 6. Juli 2010

Wer will die Wahrheit hören?

Die Sprache der Dichter


Ein Liebender tötet nicht seinesgleichen. Der Fuchs
Frißt heimlich, wenn er hungrig ist. Wer in dieser Welt
Nach etwas sucht, hat seine Lektion nicht gelernt.


Und wir, die Dichter, was sollen wir
Den einfachen Menschen sagen? Sollen wir sagen, daß wir
Seit Anbeginn der Schöpfung nichts als Staub gewesen sind,
  oder sollen wir schweigen?
Doch wie läßt sich die Sprache des Schweigens
An einen verkaufen, der Großhandel treibt?

Salman Massalha
[Aus dem Arabischen von Khalid Al-Maaly und Heribert Becker]

Sommer

Und nun ist Sommer. Seit heute habe ich Urlaub. Die Kirche ist außen fertig, die Renovierung noch lange nicht bezahlt. Trotzdem werden wir uns nun der Innenrenovierung zuwenden. Aber jetzt ist erst einmal Sommer, und das ist in Wien in allen gesellschaftlichen und gemeindlichen Belangen eine Zeit der großen Ruhe...

Ein meditatives Gedicht - eine Anregung zum Nachdenken, nicht nur für Geistliche

Nähe

Wer ist Gott am nächsten: der Dichter, der nachts reflektiert,
   oder der Prediger, der von der Kanzel herabbrüllt?
Wer ist Gott am nächsten: einer, der Computer erfindet,
   oder einer, der alles besser weiß, was die Gebote 
   der rituellen Waschung betrifft?
Wer ist Gott am nächsten: der Baum oder der Ort des Gebets?
Wer ist Gott am nächsten: ein Tropfen Tau im Morgengrau'n
   oder die Demonstration?

Bassim an-Nabris
[Aus dem Arabischen von Khalid Al-Maaly und Heribert Becker]

Rückblick auf den 20. Juni












Das Ereignis des Jahres für unsere Gemeinde war der Festgottesdienst zum Anschluss der Außenrenovierung der Lutherkirche mit anschließendem Gemeindefest am 20. Juni 2010. Und es hat nicht einmal geregnet, so dass wir auch im Garten feiern konnten. Ein gelungener Festtag, der manches an Mühe und Ärger auf dem Weg dahin vergessen ließ.