Montag, 14. Januar 2008

Gersthof (Wien 18)


Klassengesellschaft

Wien hat eine sehr deutliche Klassengesellschaft: hier die Österreicher - dort die Menschen aus dem früheren Jugoslawien, die Türken und die anderen. Die sind gerade richtig für die schlecht angesehenen und schlecht bezahlten Jobs. Dabei gibt es eine deutliche Unterscheidung zwischen den Bewohnern ehemaliger Kronlande (Kroaten, Ungarn, Tschechen und Slowaken, auch Bosniern) und den Menschen aus dem Gebiet des ehemaligen Erzfeindes Türkei. Die Erinnerung an die Belagerungen der Jahre 1529 und 1683 wird den Kindern schon in der Volksschule tief eingeprägt. Religion spielt dabei eine untergeordnete Rolle, Muslime aus Bosnien-Herzegowina sind immer noch angesehener als Türken.

Es bestehen in sich abgeschlossene Parallelgesellschaften: Österreicher und Zuwanderer verkehren nicht in denselben Lokalen, wohnen selten in den gleichen Vierteln. Man begegnete einander auf der Straße, vielleicht in der U-Bahn und im Supermarkt, aber wer es sich leisten kann, erspart seinen Kindern die öffentliche Schule und gibt sie lieber auf ein katholisches Institut.

Andererseits kennt anscheinend jeder einheimische Wiener "seine" kroatischen, bosnischen oder slowakischen Handwerker, die die allfälligen Reparaturarbeiten im Haus und Wohnung zu günstigen Preisen erledigen, natürlich in Schwarzarbeit.

Ausblick

Samstag, 12. Januar 2008

Die allgemeine Beschleunigung

"Chinesischunterricht im Kindergarten, Einschulung mit fünf Jahren, Abitur im Schnellkochtopf, Turbo-Studium, Turbo-Karriere, Turbo-Familiengründung. Mit hängender Zunge erreicht man gerade noch rechtzeitig die eigene Beerdigung (oder Turbo-Beerdigung – die Angehörigen haben schließlich keine Zeit für langwierige Festivitäten)."
Aus dem Artikel von Iris Radisch: Mut zur Gebär-Bummelei in der ZEIT

Grau



Im Winter ist Wien einfach eine große, graue Stadt. Der Hang ihrer Bewohner zu Glanz und Glamour leuchtet unmittelbar ein.

Freitag, 11. Januar 2008

Entsetzlich

"75 Jahre nach dem Reichstagsbrand hat die Bundesanwaltschaft das Todesurteil gegen den damals als Brandstifter bezichtigten Marinus van der Lubbe aufgehoben. Wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte, erfolgte die Aufhebung von Amts wegen, weil das Todesurteil auf nationalsozialistischen Unrechtsvorschriften beruhte."
Deutschlandradio 20 Uhr-Nachrichten am 10.01.2008

Es ist unglaublich, dass dieses Urteil immer noch in Kraft war. Beruht die Begründung der "Aufhebung von Amts wegen" etwa auf einer neuen Erkenntnis? Das ist alles so entsetzlich, dass es einem den Atem verschlägt.

... wenn sie dich anspringt ...


Die Wiener Wehmut
ist eine Katze,
wenn sie dich anspringt,
krallt sie sich fest.

André Heller

Dienstag, 8. Januar 2008

Immer noch lieber...


Umfragen sehen Barack Obama auch in New Hampshire deutlich vor Hillary Clinton. Die Botschaft ist deutlich: Die demokratische Wählerschaft will den "Wandel". Und ein Schwarzer im Weißen Haus ist ihr offenbar immer noch lieber als eine Frau.

Montag, 31. Dezember 2007

Schicksal, Zufall...

"Schicksal ist sozusagen der Rohstoff, aus dem wir unser Leben formen."
Elke Hosch-Kock (Astrologin)

"Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will."
Albert Schweitzer

Landstraßenrand