Mittwoch, 17. Dezember 2008

Grau in Grau

Lieber Web als Sex

Sex ist doch nicht alles. Jedenfalls legen das die Ergebnisse einer Umfrage mit mehr als 2000 Teilnehmern nahe, die Harris Interactive im Auftrag des Chipherstellers Intel durchführte. Das überraschende Ergebnis: Fast jeder dritte Mann (30 Prozent) würde eher zwei Wochen lang auf Sex verzichten als sich freiwillig für den gleichen Zeitraum vom Netz abklemmen zu lassen.

Bei Frauen liegt die Bereitschaft zur webinduzierten Enthaltsamkeit mit 46 Prozent sogar noch viel höher. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten gestanden ein, ohne Internet-Zugang nicht mehr leben zu können. Was das alles vor dem Hintergrund, dass wir 2009 das Darwin-Jahr begehen, aus evolutionsbiologischer Sicht für uns bedeutet, mag man gar nicht bis ans einsame Ende durchdenken.


Der Himmel über Wien...



















... ist immer wieder ein Erlebnis. Im Winter freilich überwiegt der Hochnebel, da liegt Wien unter einer großen grauen Glocke. Es ist gut und wichtig, die Himmelsbilder aus anderen Zeiten des Jahres im Herzen zu tragen.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Gegen die Seelenschwärze

Dichtung ist Lichttherapie, auch wenn sie dunkel ist.

Norbert Hummelt

Blick aus der U-Bahn-Station Michelbeuern am Morgen

Katholisch notfalls auch ohne Standesamt...

Die katholische Kirche regelt ihre Traupraxis neu: Vom 1. Januar 2009 an sind in Deutschland kirchliche Trauungen bei fehlender standesamtlicher Eheschließung möglich. Das Verbot der kirchlichen Trauung ohne vorhergehende standesamtliche Eheschließung entfällt nach der Novellierung des Personenstandrechts. Für evangelische Christen wird sich hingegen nichts ändern: Schon bei der Urteilsverkündung hatte die Evangelische Kirche in Deutschland durchblicken lassen, substantiell nichts an der Traupraxis ändern zu wollen und die kirchliche Eheschließung weiter von der standesamtlichen abhängig zu machen.

Eine kirchliche Trauung bleibt nach kirchlichem Recht jedoch ohne Rechtsfolgen im staatlichen Rechtsbereich. Daher ist der katholischen Kirche daran gelegen, dass auch eine zivilrechtliche Ehe geschlossen wird. In etlichen deutschen Bistümern werden derzeit Regelungen erlassen. 

Im Bistum Aachen setzte Bischof Heinrich Mussinghoff eine Ordnung in Kraft mit Wirkung vom 1. Januar 2009, die die Vorgehensweise bei kirchlichen Trauungen ohne zivile Eheschließung regelt. Ihr zufolge soll eine kirchliche Trauung ohne vorhergehende Zivileheschließung nur im Ausnahmefall erfolgen, wenn eine standesamtliche Eheschließung für die Brautleute unzumutbar ist. (...) 

Bei der Vorbereitung einer kirchlichen Trauung ohne vorhergehende standesamtliche Eheschließung sollen die Brautleute eine Einverständniserklärung abgeben. Sie erbitten die kirchliche Trauung im Bewusstsein, dass diese keine rechtlichen Wirkungen im staatlichen Bereich entfaltet. Die Brautleute müssen versprechen, alle Pflichten zu übernehmen und gewissenhaft zu erfüllen, die sie mit der kirchlichen Trauung übernehmen; dazu gehört insbesondere auch die materielle Fürsorge der Ehepartner füreinander und für aus der Ehe hervorgehende Kinder. Ferner müssen die Brautleute die Gründe angeben, warum sie eine standesamtliche Eheschließung nicht wollen. Die Erklärung der Brautleute ist von den Brautleuten vor dem zuständigen Pfarrer oder seinem Beauftragten zu unterschreiben. Nach der kirchlichen Trauung soll dann die vorgeschriebene Eintragung in die Kirchenbücher erfolgen.

Die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) teilte in einer Mitteilung auf Ihrer Homepage mit, dass sie keine kirchlichen Hochzeiten mit dem Segen Gottes ohne staatlichen Trauschein durchführen werde. Dieses ließe das evangelische Kirchenrecht nicht zu. Der Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Johann Weusmann, erklärte bereits im Juli dieses Jahres, die Evangelisch-reformierte Kirche halte an der Anknüpfung der kirchlichen Trauung an die Zivilehe fest, da das bürgerliche Recht wesentliche Kriterien des evangelischen Eheverständnisses zur Grundlage habe. Das Kirchenrecht bedürfe erst dann einer Änderung, wenn auch die Zivilehe nicht mehr auf den Grundlagen Freiwilligkeit, Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Dauer beruhen würde. 


jesus.de

Dieser Fall tritt vermutlich vor allem bei Pensionisten auf: Bei ihnen könnte eine standesamtliche Trauung zur Kürzung von Pensionen und damit zur Minderung des Einkommens führen. 

Montag, 15. Dezember 2008

Auf dem Nachtspaziergang
























Schaut unheimlich aus - fühlt sich an manchen Ecken auch so an: Das Grätzel bei Nacht. Es liegt aber zum guten Teil an der Art der Straßenbeleuchtung. Und das Wetter tut ein Übriges. Aber mit einem Hund im Haus muss man eben hinaus...

Kleiner Kuturkampf vor dem Kapitol

500 Demonstranten hatten sich laut der Zeitung "The Christian Post" am vergangenen Sonntag vor dem Kapitol in Washington, dem Sitz des Kongresses der USA, versammelt. Grund des Protests: Neben dem traditionellen, acht Meter hohen Weihnachtsbaum und einer Krippenszene hat die atheistische "Freedom from Religion Foundation" in diesem Jahr ein Schild aufgestellt. Es trägt die Aufschrift "Bei der diesjährigen Wintersonnenwende dürfen wir die Vernunft walten lassen. Es gibt keine Götter, keine Teufel, keine Engel, keinen Himmel und keine Hölle. Es gibt nur unsere natürliche Welt. Religion ist nichts als ein Mythos und Aberglaube, der die Herzen verhärtet und den Geist versklavt."

Die Protestierenden sangen Weihnachtslieder, ein Pastor betete. "Jesus ist der Grund für dieses Fest" und "Wir sagen Frohe Weihnacht" hatten Demonstranten auf Schilder geschrieben. Steve Wilson, Organisator des Protests, hält die Atheisten-Botschaft für eine Beleidigung aller Religionen: "Wenn es soweit geht, dass mein Glaube auf öffentlichem Grund beleidigt wird, muss eine Grenze gezogen werden", sagte er der Agentur "Associated Press".


Gefunden auf
jesus.ch 

Mach es wie die Bäume...
























... wachs in den Himmel!

Gerecht ist das ganze Wirtschaftssystem nicht

Ein Sozialarbeiter bekommt in Österreich um die 1400 Euro brutto Einstiegsgehalt, ein Manager bei Hofer deutlich über 3500. Ist das gerecht?

Gerecht ist das gesamte Wirtschaftssystem nicht. Der Sozialarbeiter bekommt absolut zu wenig. Spitzenmanager werden heute belohnt, wenn sie möglichst schnell möglichst viel Gewinn aus dem Betrieb pressen. Und bei vielen Entlassungen bekommen sie auch noch zusätzliche Prämien. Jemand sollte langfristig im Sinne des Unternehmens handeln und nicht kurzfristig Geld für sich und seinesgleichen rausholen. Spitzenmanager sollen zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie dem Unternehmen schaden. Das ist bisher nur bei Siemens passiert.

Sie sprechen in Diskussionen immer wieder davon, dass der Staat kapituliert. Heißt das, die Demokratie hat versagt?

Die so genannte soziale Marktwirtschaft hat versagt. Immer mehr Zauberlehrlinge griffen in ihre Trickkiste, bis sie ihre eigenen Tricks nicht mehr beherrscht haben. Bis ihnen das System entglitt. Und die Politiker waren ihre Handlanger. Die Gewinne wurden privatisiert, jetzt sollen die Verluste sozialisiert werden. Das ist jetzt die Aufgabe des Staates und der Staat ist überfordert.

Nicht die letzten Reserven hinblättern

Nehmen wir die USA als Beispiel: Barack Obama ist endlich einmal ein Hoffnungsträger. Aber: Würde jemand in dieser Situation eine private Erbschaft antreten müssen, er würde sie ablehnen. Die Chancen, dass er bei diesem Horror, den die Bush-Ära angerichtet hat, noch das Ruder herumreißen kann, sind sehr gering. Ich kann nur hoffen, dass er überlebt.

Ist es richtig, dass ein Staat der Autobranche Milliarden aus Steuergeldern zur Verfügung stellt?

Opel war ein Symbol grenzenloser Energieverschleuderung, als klar war, dass eine ökologische Krise ansteht. Der Staat ist nicht gefordert, künstlich am Leben zu erhalten, was nicht mehr in die Zeit passt. Hier sollte er nicht seine letzten Reserven hinblättern und damit ausbluten.

Ausbluten - das klingt schon sehr dramatisch.

Kurz vor dem Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft erklärte unsere Regierung, der Staat steht für alle Ersparnisse gerade. Doch dieses Recht kann nie eingeklagt werden. Wenn alles weiter abrutscht, wird dieseRegierung ihr Versprechen nicht halten können. Sie wird zurücktreten müssen und eine Notregierung wird an ihre Stelle treten. Ich hoffe nicht, dass es soweit kommt, aber ich befürchte es.

Günter Wallraff im KURIER-Interview