Mittwoch, 14. Juli 2010

Es ist heiß in Wien

Klartext

Alles, was man über den Menschenrechtsrat der Uno wissen muss, um verlässlich seine Arbeit beurteilen zu können, ist eine Episode aus dem Jahr seiner Gründung, 2006. Weil sich der Rat aufgrund der damals vorliegenden Berichte internationaler Menschenrechtsorganisationen nicht auf eine Verurteilung der sudanesischen Regierung wegen der Darfur-Krise verständigen konnte, setzte er eine eigene Untersuchungskommission unter dem Vorsitz der amerikanischen Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams ein.


Als diese im März 2007 einen Bericht vorlegte, in dem die sudanesische Regierung beschuldigt wurde, für das Blutbad in Darfur verantwortlich zu sein, wurde der Bericht verworfen und eine neue Kommission eingesetzt. Die kam im Dezember 2007 zu den gleichen Erkenntnissen - und wurde kurzerhand vom Rat aufgelöst. Immerhin hat der Menschenrechtsrat in anderen Fällen bewiesen, dass er auch entschlossen zur Tat schreiten kann und dabei keine Konfrontation scheut. Er empfahl beispielsweise England, die Monarchie abzuschaffen und endlich eine geschriebene Verfassung einzuführen. Die Schweiz wurde aufgefordert, den Rassismus im eigenen Land intensiver zu bekämpfen.


Und nun hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, dessen Mitglieder sich regelmäßig im schönen und weltoffenen Genf treffen, das Meisterstück seiner inzwischen zweijährigen Existenz abgeliefert und die Scharia, das islamische Gesetz, für sakrosankt erklärt.


Dabei waren es genau solche Eskapaden zwischen Impotenz und Selbstüberhebung, die dazu geführt haben, dass die alte Menschenrechtskommission der Uno aufgelöst und an ihrer Stelle der Menschenrechtsrat etabliert wurde. Die "Reform", die der letzte Uno-Generalsekretär Kofi Annan mit viel Aufwand durchgesetzt hatte, war von Anfang an nichts als Etikettenschwindel. Die Zahl der Mitglieder wurde von 53 auf 47 reduziert, sonst änderte sich eigentlich nichts. Schon gar nicht die Zusammensetzung des Gremiums, das über die Einhaltung der Menschenrechte in den 191 Uno-Mitgliedsstaaten wachen soll.


Die Organisation "Reporters sans frontières" (Reporter ohne Grenzen) nannte die Berufung von mindestens zehn Staaten, in denen die Meinungsfreiheit "massiv verletzt" wird, einen "Skandal": Algerien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Kuba, Nigeria, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien und Tunesien. Allein die Tatsache, dass diese Staaten in dem Gremium sitzen, lasse "das Schlimmste" erwarten, hieß es in einer Erklärung von "Reporter ohne Grenzen".


Wie in der alten Menschenrechtskommission sorgt also auch im neuen Menschenrechtsrat ein Kartell der Täter dafür, dass nichts debattiert oder beschlossen wird, das einem der ihren schaden könnte. Das Einzige, worauf man sich anscheinend mühelos und mehrheitlich einigen kann, sind Attacken auf den größten Dorn im Auge der Islamisten: 2007 hat sich der Menschenrechtsrat 120 Mal mit Israel befasst, doppelt so häufig wie mit jedem anderen Land.


Zwar kann der Menschenrechtsrat keine Sanktionen verhängen - das bleibt die Aufgabe des Uno-Sicherheitsrates -, er kann aber Druck ausüben, indem er Verurteilungen ausspricht und Empfehlungen gibt.


Nun aber ist der Menschenrechtsrat einen substantiellen Schritt weiter gegangen. Und im Gegensatz zu den bisherigen Beschlüssen, die, so bitter es ist, eher spielerischen Charakter hatten, könnten die Folgen erheblich sein.


Im vergangenen März stellte die "Organisation der Islamischen Konferenz" über eines ihrer Mitgliedsländer im Menschenrechtsrat den Antrag, der Rat sollte künftig über "Missbrauch der Meinungsfreiheit" berichten, wenn "rassistische oder religiöse Diskriminierung" vorliegen würde. Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) ist eine Vereinigung von 57 Staaten, "in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist" (Wikipedia) und die den Anspruch erhebt, die islamische Welt zu repräsentieren. Der Antrag wurde übernommen und als offizielle Entschließung des Rats verabschiedet.


Natürlich ging es der Organisation nicht darum, Schmähungen des Christentums durch muslimische Fanatiker zu ahnden oder antisemitische Karikaturen in der iranischen Presse zu verurteilen. Es ging darum, jede Kritik an der Praxis des Islam mit einem Bann zu belegen, eine Diskussion über den Islam und die Menschenrechte im Keim zu ersticken.


"Die Scharia steht hier nicht zu Diskussion" Hätte ein Vertreter des Papstes einen solchen Antrag lanciert, wäre die Empörung in den westlichen Medien wohl maßlos gewesen. Etliche Kommentatoren hätten von "Anmaßung" und "Zensur" geschrieben. Weil es aber darum ging, die islamische "Religion des Friedens" vor Zumutungen zu schützen und sie vor einer weiteren Belastungsprobe ihrer Friedfertigkeit zu bewahren, war in den westlichen Medien nur lautes Schweigen zu vernehmen. Denn vielen, die sich sonst gerne und heftig empören, wenn ein katholischer Geistlicher von "entarteter Kunst" spricht, waren noch die gar nicht mehr friedlichen Reaktionen der Muslime nach dem Karikaturenstreit, der Regensburger Rede des Papstes und der Ernennung von Salman Rushdie zum Ritter in guter Erinnerung. Einzig der Weltverband der Zeitungsverleger (World Association of Newspapers, WAN) protestierte Anfang April bei Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon gegen die fragwürdige Entschließung, bisher ohne Effekt. Anfang Juni wiederholte die Verleger-Vereinigung ihren Appell.


Und so schaute und hörte auch kaum jemand hin, als es vor knapp zwei Wochen im Menschenrechtsrat der Uno zu einer Debatte kam, die jede weitere Diskussion über das Thema "Der Islam und die Meinungsfreiheit" ad absurdum führte. Der britische Historiker David Littman wollte im Auftrag einer NGO eine Erklärung über die Steinigung von Frauen und die Verheiratung von Mädchen in Ländern, in denen die Scharia angewandt wird, verlesen.


Er kam aber nicht dazu, weil er von den Vertretern Ägyptens und Pakistans mit Rufen zur Geschäftsordnung daran gehindert wurde. Bis der sichtlich genervte rumänische Präsident des Rats, Doru Romulus Costea, schließlich jedes Räsonieren ("judgements and evaluations") über die Scharia im Kontext einer Debatte über Menschenrechte für unzulässig erklärte. Wohlgemerkt: alles im Einklang mit den Grundsätzen und der Geschäftsordnung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen.


Wer glaubt, dass es sich um ein Missverständnis oder eine fehlerhafte Übersetzung handeln muss, kann sich den entscheidenden Teil der Diskussion auf der Homepage der International Humanist And Ethical Union ansehen.
Es ist der "Distinguished Representative of Pakistan", der den entscheidenden Satz sagt: "It is insulting for our faith to discuss Sharia here in this forum", und es ist der Vertreter Ägyptens, der ergänzt: "Sharia is not under discussion here." Es sei eine Beleidigung des Glaubens seines Volkes, wenn die Scharia in diesem Forum diskutiert werde. Und: "Die Scharia steht hier nicht zu Diskussion."

So weit also können religiöse Empfindlichkeiten gehen. Allein schon eine Diskussion über die Scharia ist eine Beleidigung, die nicht hingenommen werden kann. Was im Umkehrschluss hingenommen werden muss, sind diverse Akte der praktizierten Barbarei, wie die Steinigung von Ehebrecherinnen, das öffentliche Erhängen von Homosexuellen und Frühehen mit Kindsfrauen, die alle ganz offenbar im Einklang mit der Scharia stehen. Und die deswegen vom Menschenrechtsrat der Uno unter dem Label der Religionsfreiheit respektiert werden müssen. Andere Länder, andere Unsitten.

Man könnte glatt von einer "schleichenden Islamisierung" des öffentlichen Lebens sprechen, wenn das nicht wieder so eine "Beleidigung" wäre, die man sich verkneifen muss, um das friedliche Zusammenleben der Kulturen nicht zu stören.


spiegel.de

Innenleben, ziemlich aufgeräumt

Sonnig

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fällt der Schatten hinter dich.


Auslage in der Jörgerstraße.

Morgenlicht

Schnäppchen-Disneyland

In Wien ist gut einkaufen, insbesondere im Textilbereich. Schon in der Stadt gibt es jede Menge "Outlets", als Abverkaufsstellen verschiedener Marken, Ketten und Fabriken. Aber das wahre El Dorado soll dieses Parndorf im Umland sein.

Die Hände erheben zu Gott

Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. Psalm 39, 13

Immer weniger Weiße...

Die katholische Kirche hat zwar ihre Wurzeln in Europa, aber ihre Zukunft liegt eindeutig im Süden, in Südamerika und Afrika. Unter den christlichen Kirchen ist die römisch-katholische Kirche (zumindest zahlenmäßig) die Globalisierungsgewinnerin. 

Und trotzdem surfen sie alle...


Die Mehrheit der Deutschen ist davon überzeugt, dass das Internet die Menschen einsamer macht. Das ergab eine repräsentative Vergleichsstudie der Stiftung für Zukunftsfragen (Hamburg).
Wie diese am 16. März mitteilte, sind 59 Prozent der Meinung, dass durch die virtuelle Welt die Vereinsamung zunimmt. 1998 seien noch 41 Prozent dieser Ansicht gewesen. „Im Internetzeitalter klaffen Wunsch und Wirklichkeit immer mehr auseinander“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Prof. Horst W. Opaschowski. „Neue Kontaktnetze sind oft nur einen Mausklick weit entfernt, können aber zwischenmenschliche Beziehungen immer weniger ersetzen, weil sie oberflächlich und beliebig bleiben.“ Mailen, Chatten und Surfen seien zwar zum Volkssport für die junge Generation geworden. „Aber viele junge Leute zappen durch ihr Leben und warten auf Beständigkeit vergebens.“ Ein wachsender Teil der 14- bis 34-Jährigen vermisse zunehmend „beständige Beziehungen“ (2010: 53 Prozent, 1998: 42 Prozent). 58 Prozent aller Befragten sind zudem der Ansicht, dass die Kontakte im Netz oberflächlich bleiben. 1998 meinten dies 41 Prozent. Jeder Dritte (32 Prozent) glaubt, dass man so auch weniger soziale Kontakte am Arbeitsplatz hat (1998: 25 Prozent). Das Internet sei „mehr Jobkiller als Beschäftigungsmotor“, sagen inzwischen 29 Prozent (1998: 20 Prozent). Nicht einmal jeder Vierte (24 Prozent) sieht das Internet als Bereicherung für das private Leben (1998: 26 Prozent).
Internet fördert Aggressivität
Zudem glaubt fast jeder Zweite (46 Prozent), dass die Sinnesüberreizung die Aggressivität fördert (1998: 37 Prozent). Opaschowski: „Die kulturkritische Befürchtung, wonach wir es in Zukunft mit einer reizüberfluteten Generation zu tun haben, die im Alltag zunehmend nervöser und aggressiver reagiert, kann Wirklichkeit werden.“ Hyperaktivität und Konzentrationsmangel könnten die Folge sein, weil die junge Mediengeneration permanent mit schnellen Schnitten sowie abrupten Szenen- und Situationswechseln aufwachse.
Mehrere Leben leben
Unter den Internetnutzern von 14 bis 34 Jahren geben immer mehr offen zu, dass sie im Internet selbst „eine Rolle spielen“ und „sich anders geben“ können, als sie wirklich sind (2010: 49 Prozent, 1998: 29 Prozent). Auch nutzen viele von ihnen den Computer als Rückzugsnische mit der Begründung, auf dieser Weise „dem Stress und der Hektik des Lebens zeitweilig zu entfliehen“ (2010: 44 Prozent, 1998: 30 Prozent). Gut ein Drittel der jungen Generation (37 Prozent) glaubt, Defizite des Lebens durch die Beschäftigung mit dem Computer ausgleichen zu können (1998: 30 Prozent. Opaschowski: „Für die junge Mediengeneration ist die Computerkultur ein zweites Leben (Second Life) geworden. Avatar lebt: Im Internet können sich die jungen Leute immer wieder neu erfinden. Der Wunsch kommt auf: Mehrere Leben leben!“ Dennoch glaubt nur etwa jeder Vierte (2010: 26 Prozent, 1998: 27 Prozent), dass diese Einstellung Auswirkungen auf ihre Werteorientierung hat. Das Internet ist für sie nur eine Schaubühne, auf der sie spielen und gelegentlich auch probeleben können. Nach Ansicht der Stiftung wird vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse die Erziehung zur Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche immer wichtiger werden – vom persönlichen Medienkonsum nach Maß über regelmäßige Entspannungsübungen bis zu attraktiven Alternativen zum multimedialen Angebot. Für die Studie wurden in Deutschland 2.000 Personen ab 14 Jahren befragt.

Überdeutlich

Fresko an der Außenmauer von Schloss Parz in Oberösterreich. Die evangelischen Herren schauten vor einer deutlich antikatholischen Positionierung nicht zurück: Die Israeliten haben das Rote Meer durchschritten, in den Fluten versinken die ägyptischen Truppen, aber der Pharao ist hier der Papst, an der Tiara deutlich zu erkennen. Diese Fresken von Schloss Parz waren Jahrhunderte lang übertüncht und wurden erst vor wenigen Jahren wieder freigelegt.