Dienstag, 13. Mai 2008

Gefährlicher Lächelzwang

"Manche Menschen sind im Beruf dazu gezwungen, ein Dauerlächeln aufzusetzen. Mögliche Folgen für 'Berufslächler' wie Stewardessen oder Verkäufer seien Depressionen, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Probleme, berichtete die 'Apotheken Umschau' unter Berufung auf Untersuchungen der Universität Frankfurt am Main.

Der Frankfurter Psychologe Dieter Zapf rät deshalb Menschen, die beruflich viel lächeln, sich in Arbeitspausen regelmäßig zurückzuziehen. So könnten sie Aggressionen abbauen und sich von dem 'ständigen Lächelzwang' erholen, berichtete das Magazin. Das 'echte', entspannte, freundliche Lächeln ist demnach nur eine Spielart von einem guten Dutzend Varianten. Es ist von kurzer Dauer und hält in der Regel nur zwischen einer halben und vier Sekunden an."

www.tele2internet.at

Ich habe es immer schon geahnt. Vermutlich sind Pfarrer auch gefährdet...

Freitag, 9. Mai 2008

Lange her

Vor 20 Jahren saß ich an meiner Dissertation, über Pfingsten schrieb ich am Kapitel über Irenäus von Lyon, sehr konzentriert, in Nachtschichten. Wie lange das her ist... Kurz darauf, eben in der Phase der Fertigstellung des Manuskripts, wurde unser Sohn geboren, nun macht er gerade Abitur...

Auf dem Weg nach Pötzleinsdorf




Sicher keine Mehrheit, jedenfalls noch nicht, aber...

Kulturpessimisten werden sich bestätigt sehen. Denn was ein europäisches Forscherteam um Mark Bellis von der John-Moores-Universität im britischen Liverpool über die Gewohnheiten junger Nachtschwärmer herausgefunden hat, klingt dramatisch. Die Wissenschaftler zeichnen das Bild einer "Generation Zügellos": Viele Jugendliche konsumieren demnach gezielt Alkohol und härtere Drogen, um Sexualkontakte zu vereinfachen - und später gezielt ihre Empfindungen beim Liebesakt zu beeinflussen.

So trinke sich ein Drittel aller männlichen Probanden und ein Viertel der jungen Frauen auf Betriebstemperatur, um die Suche nach einer Bettgefährtin oder einem Bettgefährten unkomplizierter zu machen. Drei Viertel der Befragten hätten schon einmal Cannabis probiert, fast ein Drittel Ecstasy oder Kokain.

Drogen dieser Art würden vor allem eingesetzt, um im Bett leistungsfähiger und empfindsamer zu sein. So nutze ein Viertel aller Kokainkonsumenten das Pulver mit der Hoffnung, beim Sex länger durchzuhalten.

Von "Drogenkonsum als Freizeitbeschäftigung" und vom "Komasaufen als normale Beschäftigung im europäischen Nachtleben" spricht Forscher Bellis. Millionen junger Europäer würden Drogen nehmen und so viel trinken, dass ihre sexuellen Entscheidungen stark beeinflusst würden - und sie Dinge täten, die sie später bereuten. "Ungeachtet dieser negativen Konsequenzen haben wir herausgefunden, dass viele Menschen gefährliche Substanzen gezielt konsumierten, um bestimmte sexuelle Effekte zu erzeugen."

(…)

Wenn man sich die Methodik der Forscher ansieht, verlieren die Ergebnisse allerdings etwas an Dramatik: Die Wissenschaftler hatten insgesamt 1341 Jugendliche zwischen 16 und 35 befragt, und zwar in folgenden Städten:

  • Wien (Österreich)
  • Brno (Tschechische Republik)
  • Athen (Griechenland)
  • Venedig (Italien)
  • Lissabon (Portugal)
  • Ljubljana (Slowenien)
  • Palma (Spanien)
  • Liverpool (Großbritannien)

Dabei sprachen die Forscher allerdings nicht direkt mit den Jugendlichen, sondern ließen Fragebögen unter Besuchern von Discos und Clubs zirkulieren. Das Ganze funktionierte nach einer Art Schneeballsystem. In jedem Land wurden je zwei junge Männer und Frauen angesprochen. Diese sollten einen Fragebogen ausfüllen und drei weitere Freunde und Bekannte für die Studie anwerben und so weiter. Dadurch rekrutierten sich die Befragten aus einer sehr engen Gruppe.

Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Universität Bielefeld hat trotzdem keine Zweifel daran, dass diese vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen seit einiger Zeit wächst. "Hier sind Dinge aus dem Ruder gelaufen, herrschen Zügellosigkeit und Verwahrlosung", sagt er SPIEGEL ONLINE. Nach seinen Erkenntnissen gehörten zwei bis drei Prozent der Jugendlichen in diese Kategorie. Sie seien auch für den statistisch zu beobachtenden Anstieg des Alkoholkonsums verantwortlich.

Und genau deswegen dürfe man die Ergebnisse auch nicht verallgemeinern, sagt Hurrelmann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Das sind Fallstudien, mit Repräsentativität hat das nichts zu tun." Das Vorgehen der Forscher sei vollkommen in Ordnung. Man müsse sich aber klarmachen, dass vor allem Menschen im Blickpunkt gestanden hätten, die nicht in festen Beziehungen stünden und nach sozialen Kontakten suchten.

Mit Sicherheit gebe es eine Gruppe, die wie in der Studie beschrieben hoch risikoreich lebe, in einer Welt von Alkohol, unverbindlichem Sex und Drogen - "doch wie groß diese Gruppe ist, lässt sich aus der Studie nicht im geringsten ablesen".

Christoph Seidler: Wie groß die "Generation Zügellos" wirklich ist, www.spiegel-online.de

Aber wenn ich so bedenke, was mir meine Schülerinnen und Schüler von ihren Wochenenden erzählen, ist der Wiedererkennungseffekt nicht zu leugnen...

Grinzinger Impressionen



Samstag, 3. Mai 2008

Ja!

An einem stillen Sommertag zu lesen

Ich liege beschaulich

An klingender Quelle

Und senke vertraulich

Den Blick in die Welle;

Ich such in den Schäumen,

Weiß selbst nicht, wonach?

Verschollenes Träumen

Wird in mir wach!


Da kommt es gefahren

Mit lächelndem Munde

Vorüber im klaren

Kristallenen Grunde

Das alte, vertraute,

Das Weltangesicht!

Sein Aug auf mich schaute

Mit tiefblauem Licht.


Wohin ist's geschwommen

Im Wellengewimmel?

Woher ist's gekommen?

Vom blauenden Himmel!

Denn als ich ins Weben

Der Luft hab gesehn,

Da sah ich noch eben

Es dort vergehn!


Ich seh es fast immer,

Wenn's windstill und heiter,

Und stets macht sein Schimmer

Die Brust mir dann weiter;

Doch wenn sein Begegnen

Die Seele bedarf,

Wird selbst es im Regnen

Mir deutlich und scharf!


Gottfried Keller



Diesseits und jenseits

Mehr als fesch

"Und dabei sieht der doch mördergut aus." So hörte ich dieser Tage eine erwachsene Frau über einen Mann sagen. Das ist also die höchste Steigerungsstufe von "fesch". Die Attraktivität von Männern scheint mir unter Frauen hier überhaupt viel mehr ein Gesprächsthema zu sein als in Deutschland.