Stift Klosterneuburg
Dienstag, 28. Juli 2009
Die Sache mit dem Mond
Stellen Sie sich vor, Sie übernachten bei Ihrem neuen Liebhaber, einem durchaus intelligenten Mann, und entdecken morgens in seinem Badezimmer einen Mondkalender. Am ersten Morgen lässt sich dies noch ignorieren, doch irgendwann stellen Sie die fatale Frage: »Sag mal, glaubst du an den Einfluss des Mondes?« »Der ruft Ebbe und Flut hervor«, wird er sagen, »warum sollte er nicht auch das Wachstum von Karotten und Haaren, den Zyklus der Menstruation, ja vielleicht auch Geldströme beeinflussen?
Wäre die Frage nach dem Wirken des Mondes nur eine des Glaubens! Doch anders als Ihr Glaube an Gott hat sein Glaube an den Mond praktische Konsequenzen. Dass Ihr Partner nur teures Gemüse kauft, bei dessen Aufzucht stinkende Zaubertränke bei Vollmond in den Boden eingelassen werden, zehrt bald Ihr Konto auf. Die Fenster putzt er nur an bestimmten Tagen, über die ihn das Internet informiert: »Bei günstigem Mond einfluss gibt es weniger Streifen.« Ihre Launen wird er mit dem sich nähernden Neumond erklären. Weil Ihre Haare ergrauen, schickt er Sie zum Mondfriseur. Der wird sagen: »Das ist eine Frage des Biorhythmus, das hat mit Esoterik nichts zu tun.« Bei »Problemkunden« wie Ihnen nehme »das Haar die Chemie bei zunehmendem Mond einfach besser an«.
Wenn Ihr Schatz Ihnen seinen Kinderwunsch mit dem Hinweis artikuliert, »am wirksamsten zur Empfängnis zu nutzen« sei »der Tag, der dem Mondwinkel bei der Geburt vorausgeht«, und sich dabei auf wissenschaftliche Studien bezieht, wird es ernst. Kommen Sie nie auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass zwar Licht einen Einfluss auf Ihren Hormonhaushalt hat, aber die Straßenlaterne vor dem Fenster weit heller ist als der Mond über der Smogglocke Ihrer Stadt, dass zwar die Gravitation des Mondes ein physikalischer Fakt ist, aber unabhängig von dessen Stand die Erdanziehung doch wesentlich stärker ist. Vergessen Sie Ihre pseudowissenschaftlichen Argumente. Denn in Wahrheit hängt alles vom Einfluss der Sonnenwinde ab. Die bestimmen, wer an den Mond glaubt und wer nicht. Und Studien zeigen: »Nur starke Sonnenstürme in der dritten Woche an der Mutterbrust erklären die Vorliebe für das kalte Licht und die öde ewige Wiederkehr dieses kleinen Erdtrabanten.«
Sabine Sievers: Leben nach dem Mond II, jungle-world.com
Wäre die Frage nach dem Wirken des Mondes nur eine des Glaubens! Doch anders als Ihr Glaube an Gott hat sein Glaube an den Mond praktische Konsequenzen. Dass Ihr Partner nur teures Gemüse kauft, bei dessen Aufzucht stinkende Zaubertränke bei Vollmond in den Boden eingelassen werden, zehrt bald Ihr Konto auf. Die Fenster putzt er nur an bestimmten Tagen, über die ihn das Internet informiert: »Bei günstigem Mond einfluss gibt es weniger Streifen.« Ihre Launen wird er mit dem sich nähernden Neumond erklären. Weil Ihre Haare ergrauen, schickt er Sie zum Mondfriseur. Der wird sagen: »Das ist eine Frage des Biorhythmus, das hat mit Esoterik nichts zu tun.« Bei »Problemkunden« wie Ihnen nehme »das Haar die Chemie bei zunehmendem Mond einfach besser an«.
Wenn Ihr Schatz Ihnen seinen Kinderwunsch mit dem Hinweis artikuliert, »am wirksamsten zur Empfängnis zu nutzen« sei »der Tag, der dem Mondwinkel bei der Geburt vorausgeht«, und sich dabei auf wissenschaftliche Studien bezieht, wird es ernst. Kommen Sie nie auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass zwar Licht einen Einfluss auf Ihren Hormonhaushalt hat, aber die Straßenlaterne vor dem Fenster weit heller ist als der Mond über der Smogglocke Ihrer Stadt, dass zwar die Gravitation des Mondes ein physikalischer Fakt ist, aber unabhängig von dessen Stand die Erdanziehung doch wesentlich stärker ist. Vergessen Sie Ihre pseudowissenschaftlichen Argumente. Denn in Wahrheit hängt alles vom Einfluss der Sonnenwinde ab. Die bestimmen, wer an den Mond glaubt und wer nicht. Und Studien zeigen: »Nur starke Sonnenstürme in der dritten Woche an der Mutterbrust erklären die Vorliebe für das kalte Licht und die öde ewige Wiederkehr dieses kleinen Erdtrabanten.«
Sabine Sievers: Leben nach dem Mond II, jungle-world.com
Montag, 27. Juli 2009
Gott ist schön
Ein Greis mit rauschigem Bart: Viele denken, dass Gott so aussieht. Dies dokumentieren zahlreiche Gemälde, die den Schöpfer darstellen sollen. Biblisch gesehen dürfte das Unsinn sein, Gott dürfte auch äusserlich mit einer atemberaubenden Schönheit überzeugen.

Gott, der Schöpfer, ist ewig und deshalb das älteste Wesen im Universum. Das heisst aber noch lange nicht, dass er alt aussieht. Dem zum Trotz wird er auf vielen Bildern als uralt dargestellt. Möglich, dass man im Mittelalter ausdrücken wollte, dass er weise ist. Doch damit dürfte man Gott optisch gesehen wesentlich älter gemacht haben, als er ist.
Denn bereits auf den ersten Seiten der Bibel hinterlässt Gott einen Hinweis, wie er aussieht. Er schuf den Menschen zu seinem «Ebenbild».* Damals war die Schöpfung noch intakt und der Tod existierte nicht. Eine Zeit, in der der Körper nicht alterte. Adam und Eva, die ersten Menschen, würden heute rein durch ihr Äusseres wohl alle blenden. Denn damals war die Natur, zu der ja auch der Mensch gehört, perfekt.
Adam wird deshalb besser ausgesehen haben als Enrique Iglesias, Brad Bitt und Cristiano Ronaldo zusammen. Und das Ganze, ohne zu altern. Und Eva muss ihm in nichts nachgestanden haben – schliesslich hatte sie den gleichen Schöpfer.
* Die Bibel, 1. Mose, Kapitel 1, Vers 27
Der schöne Gott
Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass der Erfinder des Schönen nicht selbst schön ist. Zumal die menschliche Schönheit gemäss diesem Bibeltext sein Abbild ist.
Gott plant eine neue Erde, die so ist, wie er die jetzige gedacht hat. Eine Welt ohne Leid und Tod. «Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.»
Gott in Natura
Die Bibel liefert verschiedene Hinweise auf diese zukünftige Welt. Diese hat nichts zu tun mit gängigen Darstellungen eines langweiligen Himmels. Im Gegenteil: pulsierendes Leben in einer «geheilten» Welt.
Der Gedanke ist abwegig, dass da mittendrin ein Gott sitzt, der nichts anderes als ein Tattergreis ist. Da liefert das «Buch der Bücher» handfesteres: «Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.» Diesen Gott in Natura sehen zu dürfen, das muss eine Wucht sein, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Ein vielleicht zunächst sehr ungewohnt und hergeholt klingender, aber andererseits auch überzeugender Gedankengang. Nur, dass die Schönheit Gottes natürlich alle Schönheit dieser Welt blass aussehen lässt. Wir sind nur Ebenbild, Abglanz, Widerschein. Aber das Bild des alten Mannes mit Bart, der irgendwo auf den Wolken thront und auf die Pension zu warten scheint, das sollte wirklich ausgedient haben.

Gott, der Schöpfer, ist ewig und deshalb das älteste Wesen im Universum. Das heisst aber noch lange nicht, dass er alt aussieht. Dem zum Trotz wird er auf vielen Bildern als uralt dargestellt. Möglich, dass man im Mittelalter ausdrücken wollte, dass er weise ist. Doch damit dürfte man Gott optisch gesehen wesentlich älter gemacht haben, als er ist.
Denn bereits auf den ersten Seiten der Bibel hinterlässt Gott einen Hinweis, wie er aussieht. Er schuf den Menschen zu seinem «Ebenbild».* Damals war die Schöpfung noch intakt und der Tod existierte nicht. Eine Zeit, in der der Körper nicht alterte. Adam und Eva, die ersten Menschen, würden heute rein durch ihr Äusseres wohl alle blenden. Denn damals war die Natur, zu der ja auch der Mensch gehört, perfekt.

* Die Bibel, 1. Mose, Kapitel 1, Vers 27
Der schöne Gott
Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass der Erfinder des Schönen nicht selbst schön ist. Zumal die menschliche Schönheit gemäss diesem Bibeltext sein Abbild ist.
Gott plant eine neue Erde, die so ist, wie er die jetzige gedacht hat. Eine Welt ohne Leid und Tod. «Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.»

Die Bibel liefert verschiedene Hinweise auf diese zukünftige Welt. Diese hat nichts zu tun mit gängigen Darstellungen eines langweiligen Himmels. Im Gegenteil: pulsierendes Leben in einer «geheilten» Welt.
Der Gedanke ist abwegig, dass da mittendrin ein Gott sitzt, der nichts anderes als ein Tattergreis ist. Da liefert das «Buch der Bücher» handfesteres: «Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.» Diesen Gott in Natura sehen zu dürfen, das muss eine Wucht sein, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Daniel Gerber
Ein vielleicht zunächst sehr ungewohnt und hergeholt klingender, aber andererseits auch überzeugender Gedankengang. Nur, dass die Schönheit Gottes natürlich alle Schönheit dieser Welt blass aussehen lässt. Wir sind nur Ebenbild, Abglanz, Widerschein. Aber das Bild des alten Mannes mit Bart, der irgendwo auf den Wolken thront und auf die Pension zu warten scheint, das sollte wirklich ausgedient haben.
Hell und dunkel
Wer in die grenzenlose Intimität mit Gott eintaucht, stürzt - um noch auf die beunruhigendsten Passagen in den Bekenntnissen von Bruder Ephraim hinzuweisen - oft auch in die Intimität mit dem Teufel. Er erlebt, dass manchmal sogar Maria sich seiner Nähe entzieht und dass in mondloser Nacht sich nur noch eine Hilfe anbietet, ein magisches Brauchtum aus der reformierten biblizistischen Vergangenheit des Gemeinschaftsgründers: das Bibelorakel, das Sich-Führen-Lassen durch eine blind aufgeschlagene Bibelstelle. Die Seele, ins Grenzenlose gestossen oder selber ins Unendliche treibend, rächt sich an ihrem eigenen, sie überfordernden Glauben und stürzt sich in eine perverse Intimität mit dem Teufel. Arbeitet Gott gar mit dem Teufel zusammen, dass er diese Nächte zulässt? Wir brauchen anders als Bruder Ephraim in unserer Erklärung dieser Höllen nicht in den Himmel hinaufzugreifen und an eine Verschwörung von Licht und Nacht zu denken. Der helle und der dunkle Teil unserer Seele verschwören sich gegen uns, wenn wir sie auseinanderreissen wollen. Wer Heiliger werden will, wer ins Vollkommene drängt, der wird fast zwangsläufig von Dämonen heimgesucht. Er überfordert sich in seinem Drang nach Vollkommenheit, in seinem Nein zu seinen eigenen Schatten. Seine Schatten werden ihn heimsuchen, sobald seine neue religiöse Begeiserung erlahmt. Er stürmte himmelwärts. Bevor er zur Erde zurückfindet, wirft der Dunkle ihn in seine Hölle. Vielleicht, dass ihm anschliessend ein Leben als begrenzter Mensch in einer begrenzten Welt gelingt.
Bitte schütteln
Bibel Orakel
Zuerst dachte ich, was ist denn das für ein merkwürdiges Programm? Orakeln mit der Bibel, das kann doch nichts sein? Nach dem Aufruf des Programmes, stellt man sich eine wichtige Frage auf die man eine Antwort oder einen Rat benötigt und schüttelt nachfolgend das Gerät. Danach erhält man eine Antwort, mit einem Zitat aus der Bibel und einer Erklärung. Ich war skeptisch und probierte es aus. Doch die Antwort passte genau. Reiner Zufall? Also, noch einmal probiert, mit einer anderen Frage. Die Antwort passte wieder ganz genau. Ein drittes Mal probiert und wieder passte die Antwort. Ich war erstaunt. Ein aussergewöhnliches Programm.
skaldenland.net
Zuerst dachte ich, was ist denn das für ein merkwürdiges Programm? Orakeln mit der Bibel, das kann doch nichts sein? Nach dem Aufruf des Programmes, stellt man sich eine wichtige Frage auf die man eine Antwort oder einen Rat benötigt und schüttelt nachfolgend das Gerät. Danach erhält man eine Antwort, mit einem Zitat aus der Bibel und einer Erklärung. Ich war skeptisch und probierte es aus. Doch die Antwort passte genau. Reiner Zufall? Also, noch einmal probiert, mit einer anderen Frage. Die Antwort passte wieder ganz genau. Ein drittes Mal probiert und wieder passte die Antwort. Ich war erstaunt. Ein aussergewöhnliches Programm.
skaldenland.net