"Das Paradox des Menschen ist, dass seine Intelligenz, der schönste Erfolg seines Lebens, ihn dem Leben auch entfremdet. Die Intelligenz ist ihrem Wesen nach depressiv, weil sie sich die Risiken vergegenwärtigt, den Tod... Der Mensch ist daher ein depressives Tier. Nicht zufällig ist die Depression, ebenso wie die freudsche Neurose, die Krankheit des Jahrhunderts. Zum Leben zurückzukehren heißt gleichermaßen, dessen Zwängen und Ungewissheiten, aber auch seinen Neuerungen, seiner Kreativität und seinen Freuden zu wiederzubegegnen. Gerade diese Polarität unseres Lebens und Denkens ist aktuell. Man findet sie bei Freud wieder. Freud ermöglicht uns, die inneren Konflikte zu verstehen, Bergson dagegen hilft uns, uns selbst wiederzuerlangen."
Frederic Worms in Le Point (10.01.2008)Dienstag, 15. Januar 2008
Weltanschauungskampf - Der Pantheismus droht
Ausdrücklich betont die Handreichung, die Diözese Würzburg könne keine kirchliche Bestattung in einem Friedwald erlauben, wo von den Betreibern die Rückkehr des menschlichen Lebens in den Kreislauf der Natur, pantheistische Vorstellungen oder das Verschwinden des Lebens in die Anonymität ideologisch verkündet werden. "Selbst bei ideologie- und weltanschauungsfreien Friedwäldern und Ruheforsten findet eine katholisch-kirchliche Segnung einer solchen Grünfläche nicht statt, weil auch hier nichtkirchliche Bestattungen nach pantheistischen Vorstellungen möglich und wahrscheinlich sind", betont Bischof Hofmann. Einzelne Gräber könnten aber gesegnet werden.
Es gelte allerdings, die Sorge vieler älterer Menschen ernst zu nehmen, die die spätere Grabpflege fürchteten, da die Angehörigen nicht vor Ort seien.
Auch gebe es Christen, die sich vor hohen Begräbniskosten scheuten. Damit ein kirchliches Begräbnis auf solchen Urnenfeldern möglich sei, müsse unter anderem eine dauerhafte Kennzeichnung der Grabstätte mit Namen und christlichem Symbol möglich und darüber hinaus sichergestellt sein, dass der Verstorbene keine pantheistischen Vorstellungen mit der Begräbnisfeier verbinden will."
Auf kommunalen und kirchlichen Friedhöfen fragt doch auch niemand danach, ob im Nachbargrab etwa ein Mensch mit pantheistischen Vorstellungen begraben liegt...
Peinlichkeiten - dort wie hier
Fast 29 Jahre habe ich in Hessen gelebt und mich um die Landespolitik insgesamt wenig geschert, am ehesten noch hat mich die Hochschul-und die Schulpolitik interessiert, so weit ich davon selbst betroffen war. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch war mir immer schon nur peinlich. Angesichts seiner jüngsten Äußerungen im hessischen Landtagswahlkampf bin ich nur noch froh, nicht mehr in Hessen, nicht mehr in Deutschland zu leben. Andererseits ist Österreich auch kein Land, in dem wirklich Vernunft in der Politik regiert: Die Äußerungen der FPÖ-Politikerin Susanne Winter gegenüber dem Islam (im Grazer Lokalwahlkampf) sind natürlich nicht weniger peinlich als Kochs Idee einer Ausweitung des Jugendstrafrechts auf unter 14-Jährige. Man fragt sich wirklich, ob in Zeiten des Wahlkampfes der gesunde Menschenverstand tatsächlich ins Exil gehen muss.
Montag, 14. Januar 2008
Klassengesellschaft
Wien hat eine sehr deutliche Klassengesellschaft: hier die Österreicher - dort die Menschen aus dem früheren Jugoslawien, die Türken und die anderen. Die sind gerade richtig für die schlecht angesehenen und schlecht bezahlten Jobs. Dabei gibt es eine deutliche Unterscheidung zwischen den Bewohnern ehemaliger Kronlande (Kroaten, Ungarn, Tschechen und Slowaken, auch Bosniern) und den Menschen aus dem Gebiet des ehemaligen Erzfeindes Türkei. Die Erinnerung an die Belagerungen der Jahre 1529 und 1683 wird den Kindern schon in der Volksschule tief eingeprägt. Religion spielt dabei eine untergeordnete Rolle, Muslime aus Bosnien-Herzegowina sind immer noch angesehener als Türken.
Es bestehen in sich abgeschlossene Parallelgesellschaften: Österreicher und Zuwanderer verkehren nicht in denselben Lokalen, wohnen selten in den gleichen Vierteln. Man begegnete einander auf der Straße, vielleicht in der U-Bahn und im Supermarkt, aber wer es sich leisten kann, erspart seinen Kindern die öffentliche Schule und gibt sie lieber auf ein katholisches Institut.
Andererseits kennt anscheinend jeder einheimische Wiener "seine" kroatischen, bosnischen oder slowakischen Handwerker, die die allfälligen Reparaturarbeiten im Haus und Wohnung zu günstigen Preisen erledigen, natürlich in Schwarzarbeit.
Samstag, 12. Januar 2008
Die allgemeine Beschleunigung
Aus dem Artikel von Iris Radisch: Mut zur Gebär-Bummelei in der ZEIT







