Sonntag, 19. Oktober 2008

Mystische Atmosphäre in Alt-Ottakring

Keine Wiederkehr der Religion

Die These von einer Wiederkehr des Religiösen in Deutschland hat einen schweren Dämpfer erlitten. Nur für knapp ein Viertel der Bundesbürger (24 Prozent) ist Religion ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität.

Deutschland liegt damit im Vergleich von neun europäischen Ländern an letzter Stelle. Das geht aus repräsentativen Befragungen der BAT Stiftung für Zukunftsfragen (Hamburg) unter jeweils 1.000 Personen hervor. Die Aussage „Religion ist wichtig im Leben, um glücklich und zufrieden zu sein“ bejaht fast jeder zweite Italiener (48 Prozent). Dahinter folgen Finnen (32 Prozent), Briten und Russen (jeweils 31 Prozent), Ungarn (28 Prozent), Belgier (27 Prozent), Franzosen (26 Prozent) und Schweizer (25 Prozent). Auch bei der Frage, was den Deutschen heilig ist, rangieren Glaube an Gott (18 Prozent), Religion (14 Prozent) sowie Gebete und Kirche (jeweils 10 Prozent) auf den letzten Plätzen. Das Heiligste ist den Deutschen der Umfrage zufolge die Familie (71 Prozent). Dahinter folgen Gesundheit (60 Prozent), Kinder (55 Prozent), Partner (52 Prozent), Freunde (49 Prozent) und Eltern (44 Prozent). Im Bereich „Werte und Moral“ ist den Deutschen vor allem die Achtung der Menschenwürde wichtig.

Familie die neue Glaubensgemeinschaft der Deutschen“
Der wissenschaftliche Leiter der BAT Stiftung, Prof. Horst W. Opaschowski, kommentiert die Ergebnisse so: „Die ‚heilige Familie’ überlebt offensichtlich alle Krisen und Zeitgeistströmungen.“ Statt Wiederkehr der Religion heißt es eher Renaissance der Familie: „Die Familie ist die neue Glaubensgemeinschaft der Deutschen.“ Aus den Gottsuchern seien Sinnsucher geworden. Unterschieden nach Bundesländern ist der Glaube besonders wichtig für Bürger in Baden-Württemberg (29 Prozent), Rheinland-Pfalz (27 Prozent), dem Saarland (26,3 Prozent), Hessen (25,5 Prozent) und Bayern (23,5 Prozent). Die geringste Bedeutung hat der Glauben dagegen für die Menschen in Schleswig-Holstein (4,3 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (4 Prozent) und Sachsen-Anhalt (1,6 Prozent) – die Region, von der einst die Reformation ausging.

Hochreligiöse haben mehr Ehrfurcht vor dem Leben
Nach Opaschowskis Angaben weist die Befragung nach, dass hochreligiöse Menschen besonders geprägt sind von Ehrfurcht vor dem Leben und der Natur sowie der Achtung vor der Menschenwürde. „Hochreligiös“ seien Menschen, die an Gott glauben, regelmäßig beten, einer Kirche angehören und sich selbst als religiös bezeichnen. Wer hingegen gott- und religionslos lebe, lege deutlich weniger Wert auf Natur und Menschenwürde, Verlässlichkeit und Toleranz. Diese Werte seien aber der soziale Kitt, der die Gesellschaft in Zukunft zusammenhalte. Opaschowski: „Es muss daher ein fundamentales Interesse von Gesellschaft und Politik sein, dass Religion auch im traditionellen Sinne weiter gepflegt und im Alltag gelebt wird, damit die Humanität nicht verkümmert oder stirbt.“ Ohne Religion seien Kultur und sozialer Zusammenhalt einer Gesellschaft auf Dauer gefährdet. Religion stärke das Gemeinschaftsgefühl.

idea.de 17.10.2008
 

Das Gesicht des Hauses

Samstag, 18. Oktober 2008

Der Himmel weiß...

Unfrei

Ganz richtig, diese Welt ist nichtig.
Auch du, der in Person erscheint,
bist ebenfalls nicht gar so wichtig,
wie deine Eitelkeit vermeint.

Was hilft es dir, damit zu prahlen,
daß du ein freies Menschenkind?
Mußt du nicht pünktlich Steuern zahlen,
obwohl sie dir zuwider sind?

Wärst du vielleicht auch, sozusagen,
erhaben über gut und schlecht,
trotzdem behandelt dich dein Magen
als ganz gemeinen Futterknecht.

Lang bleibst du überhaupt nicht munter.
Das Alter kommt und zieht dich krumm
und stößt dich rücksichtslos hinunter
ins dunkle Sammelsurium.

Daselbst umfängt dich das Gewimmel
der Unsichtbaren, wie zuerst,
eh du erschienst, und der Himmel
weiß, ob und wann du wiederkehrst.

Wihelm Busch

Seelenstände und GlaubensgenossInnen







Ständiger Eindruck auf der rückwärtigen Umschlagseite des Amtsblattes der Evangelischen Kirche A. u. H. B. in Österreich

Kecke Erdbeeren

Vor vielen Jahren schon sagte ich manchmal zu meinen Studenten: "Wenn im Winter frische Erdbeeren angeboten werden, muss man sich nicht wundern, dass jedes Empfinden für das Kirchenjahr verloren geht."

Aber inzwischen verlangen die Erdbeeren also schon danach, Weihnachten in der Familie zu feiern - und ihrer Zweckbestimmung nachzukommen, also verzehrt zu werden... 


Samstag, 11. Oktober 2008

Tod eines Politikers

"Aufgrund der großen Anzahl an pietätlosen Postings sieht sich derStandard.at gezwungen, zu diesem Thema ausnahmsweise kein Forum einzurichten."

Reaktion der Internetseite der (eher linksaliberalen) Zeitung "Der Standard" nach dem Unfalltod des BZÖ-Chefs und Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Schauspielerglück

"Es ist das Los nicht weniger Menschen, dass um eine Pose herum, mit der sie einmal Erfolg hatten, über die Jahre die Illusion einer Persönlichkeit entsteht. Das Glück des Schauspielers besteht nicht zuletzt im steten Wechsel der Posen und Persönlichkeiten. Wenn er im Gewühl die Übersicht behält, wird ihm eine besondere Gunst zuteil: das Privileg, nicht immer mit sich identisch sein zu müssen."

Peter Truschner: Der Marquis von O., Der Standard 13. September 2008, Album S. 1

Heilig und profan

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