Das Phänomen datiert nicht erst von heute, aber in letzter Zeit ist es unübersehbar geworden - trotz oder wegen der Wiedereinführung des Flaschenpfands. Die Fußgängerzonen deutscher Städte, und nicht nur sie, sind übersät, nein: verunziert von leeren Flaschen, die Bier trinkende Jungdynamiker dort abstellen. Die Möblierung der Innenstädte mit Leergut gehorcht demselben ungeschriebenen Gesetz, das Hunde ihr Hinterbein heben lässt, um sich an Hausecken oder Mauervorsprüngen zu erleichtern. "Kilroy was here" lautet die Botschaft der Biertrinker, schon von weitem erkennbar an den halbvollen oder halbleeren Flaschen, die sie zu jeder Tages- und Nachtzeit bei sich tragen, weil ein Deutscher ohne Bier kein richtiger Deutscher und ein Jungdynamiker nur mit Flasche in der Hand ein echter Jungdynamiker ist.
Lieber leere Bierflaschen als zerknickte Coladosen, die aus dem Straßenbild verschwunden sind, seit das Dosenpfand 25 Cent kostet, während die Obdachlosen in New York mit Plastiktüten voll zerknüllter Büchsen vor Supermärkten anstehen, um mit dem Erlös ihren Lebensunterhalt aufzubessern. In den USA ist der Konsum von Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch auf offener Straße untersagt - warum eigentlich nicht bei uns?
Ist die Verwahrlosung des öffentlichen Raums ein Resultat der Verostung des westlichen Lebensstils, man kann auch Verödung dazu sagen, mithin also ein posthumer Sieg der untergegangenen DDR? Heute ist die Verostung Westdeutschlands so unübersehbar geworden wie der gegenläufige Trend, die Verwestlichung Ostdeutschlands, deren Ausdruck grüne und braune Bierflaschen sind, Symptome einer gelungenen Wiedervereinigung, wenn man so will.
Kürzlich bückte ich mich nach einer leeren Flasche, die jemand mit Absicht oder aus Versehen mitten auf dem Zebrastreifen abgestellt hatte. Es geschah an einer belebten Kreuzung in einem beliebten Kiez, nicht weit vom Hackeschen Markt, wo nicht bloß bei Nacht, sondern am hellichten Tag wie Christbäume dekorierte Sex Worker aus Ländern des ehemaligen Warschauer Pakts auf Kundenfang gehen, und ich hatte mich nicht aus Geldgier nach der leeren Flasche gebückt, sondern aus hygienischen Gründen.
Ein Biertrinker im Bundeswehrparka hatte mich bei meinem Tun beobachtet und drückte mir, nachdem er sie ausgetrunken hatte, eine weitere Flasche in die Hand, mitfühlend, wie mir schien. "Nimm beide", sagte er und wies mir den Weg zu einem rund um die Uhr geöffneten Lebensmittelmarkt: "Dort kriegst du 16 Cent." - "Und warum bringen Sie die Flaschen nicht selbst zurück?" - "Kein Interesse", murmelte der Penner in seinen Sechstagebart und zog ein frisches Bier aus den Tiefen seines Anoraks, das er mit dem Gasfeuerzeug aufschnippte und dann zum Mund führte.
Dass die Pfandregelung nicht von allen angenommen wird und dass viele Mitbürger sie, ähnlich wie die Mülltrennung, nur halbherzig oder widerwillig praktizieren, ist eine Binsenwahrheit, genau wie die Tatsache, dass die Auszahlung eines Bagatellbetrags von acht Cent der Verkäuferin so lästig fällt wie dem Kunden im Supermarkt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit - es bleibt ein unerklärter Rest.
Im Nachkriegsdeutschland der fünfziger Jahre diente das Einsammeln leerer Flaschen Kindern und Jugendlichen nicht bloß zum Aufstocken des Taschengelds: Es war Spiel und Sport zugleich, wie das Einfangen von Maikäfern oder das Auflesen von Kastanien, die an Wildschweine verfüttert wurden. Zeitgleich mit den Pfandflaschen verschwanden die Maikäfer von der Bildfläche, und heute machen Miniermotten den Kastanienbäumen den Garaus. Vielleicht hat die Finanzkrise auch ihr Gutes, und im Schlepptau des Flaschenpfands kehren die Maikäfer und die Kastanien zurück.
Der Moderator des Reformierten Bundes, Peter Bukowski, hält die Nüchternheit reformierter Kirchenräume und die Schlichtheit im Ablauf reformierter Gottesdienste auch angesichts einer immer stärker auf Bilder orientierten Gesellschaft für positiv. In einem Interview in der Januarausgabe der in Berlin erscheinenden Zeitschrift „zeitzeichen“ erklärt Bukowski: „Die Medienwelt ist längst in der Gefahr, an der erzeugten Bilderflut zu ersticken, jedenfalls gibt es zunehmenden Überdruss an ihr. Man könnte fast sagen, die reformierte Nüchternheit ist sozusagen „hipp", weil ich in reformierten Kirchenräumen nicht mit Reizen zugekleistert werde, weil hier nicht Bilder meine Glaubensvorstellungen schon vorprägen wollen, weil dieser Raum zum Hören einlädt, zum eigenen Nachdenken, weil man hier zur Besinnung kommen kann.“
Immerhin 7 der 30 von der «SonntagsZeitung» zu den bedeutendsten Schweizern aller Zeiten Erkorenen sind Kirchenmänner und -frauen. Zwingli hat es auf den besten «Kirchenrang» geschafft und ist 18., Calvin 22. geworden. Bedenklich scheint aber, dass 53 respektive 48 Prozent der unter 34-Jährigen noch nie etwas von Calvin und Zwingli gehört haben.
Albert Einstein, Gottlieb Duttweiler und Roger Federer haben es auf die Podestplätze geschafft in der Umfrage der «Sonntagszeitung» vom 4. Januar; Schlusslichter sind vor dem letztklassierten Christoph Blocher die Theologen Karl Barth und Johann Caspar Lavater. Weiter belegt Niklaus von Flüe den 19., Hans Küng den 25. und die Heilige Bernarda den 26. Rang.
Bei diesem Rating wurden die Namen der 30 von der Leserschaft der Zeitung als «bedeutendste Schweizer aller Zeiten» ermittelten Männer und Frauen in einer repräsentativen Umfrage über 1000 Personen vorgelegt. Die persönlichen Einzelgespräche von Isopublic ergaben, dass vor allem bei jüngeren Befragten nur ein Teil der 30 Namen überhaupt ein Begriff ist. 83 Prozent hat bei Hans Küng «weiss nicht» angekreuzt, und 48 Prozent haben nie etwas von Zwingli, 53 Prozent nie etwas von Calvin gehört. Die «SonntagsZeitung» schliesst aus den Antworten, dass alle diese unter 34-Jährigen «in Schule und Kirche nur wenig von der Reformation gehört haben und wohl nur schlecht erklären könnten, weshalb es verschiedene Konfessionen gibt».
Die Weitergabe religiöser Tradition hat immer auch etwas mit Bildung zu tun. Aber das ist offenbar sehr schwierig in Zeiten moderner Informationsüberflutung. Und die Probleme sind in allen westlichen Ländern ähnlich gelagert. Mein Eindruck aus Deutschland und Österreich scheint sich auch in der Schweiz zu bestätigen: Historisches Wissen vermittelt die Schule nur noch sehr rudimentär.
Hiermit ist in diesem Fall nicht gemeint: Der Prüfungscharakter des Lebens, die Erlangung des ewigen Lebens oder dergleichen. Es ist der absolute Sinn gemeint, also: Warum und wozu erschuf/erschafft Gott das Leben?
Ich versuche das Problem verständlich auszudrücken, daher verzeihen Sie mir, falls ich mich wiederhole:
Ich versuche das an einem „Handfesten“ Beispiel zu verdeutlichen:
Möglichkeit a) Gott erschafft nichts. Niemand muss leiden, denn niemand existiert. Niemand kommt in die Hölle.
Möglichkeit b) Gott tut das, was er getan hat, und erschafft die Schöpfung. Damit kommt das Leid.
Wäre nicht eigentlich Möglichkeit a die weitaus bessere Entscheidung gewesen?
Was also ist der Sinn der Schöpfung an sich?
Überlegung eines Lesers (Pseudonym "Friedrich Spee") auf www.kreuz.net
Das Wiener Klima ist mild kontinental. Oft weht mäßiger Westwind durch die Stadt, der zwar immer wieder dafür sorgt, dass sich kühle Tage noch kühler anfühlen. Jedoch schätzen die Wiener diesen Wind, weil er der Stadt Frischluft aus dem umgebenden Wienerwald zuführt. Auch, wenn der eine oder andere Wintertag eisig ist, und an manchem Hochsommertag die Gluthitze zwischen den Altstadt-Palais brütet - an den allermeisten Tagen des Jahres gleicht das Wetter den Bewohnern der Stadt: Es ist freundlich, mild und in jeder Hinsicht gemäßigt ... www.wien.info (Offizielle Seite der Touristeninformation)
Eine aus begreiflichen Gründen etwas "verhübschte" Beschreibung - sowohl des Klimas wie der Wiener...