Donnerstag, 5. März 2009

Homini nil difficilius quam alter homo

Menschen sind doch eine intolerante und ungesellige Art von Lebewesen. Sind andere Menschen anders, sehen sie anders aus, leben sie anders, pflegen sie andere Vorlieben, heißen sie alsbald "verrückt", "krank", "dumm" oder gar "gefährlich". Kein Dorf, dessen Einwohner sich nicht für wesentlich besser und normaler hielten als die Bewohner aller umliegenden Ortschaften. In einer Stadt wie Wien lebt diese Vorurteilskultur auch zwischen den Bezirken. 
Wenn Heimat solchermaßen die Verlängerung des eigenen Egos ist, dann muss man daran zweifeln, ob nicht immer größere politische Gebilde dem Heimatbewusstsein abträglich sind. Menschen brauchen offenbar einen überschaubaren Kreis; alles, was über eine kritische Anzahl von Personen hinausgeht, ist eine Überforderung. Vielleicht ist das die alte Hordenstruktur, in der wir entwicklungsgeschichtlich noch immer stecken. Die anderen, die nicht zu uns gehören, sind immer die potenziellen Feinde. 

Durchgang


Ein wenig unheimlich, aber doch sehr praktisch, dieser Durchgang zwischen Währinger Straße und Gentzgasse.
Niederländer richtet Anrufbeantworter für Gott ein

Millionen Christen weltweit senden täglich per Gebet ihre Wünsche, Hoffnungen und Danksagungen an Gott. Was aber tun, wenn die ewige Macht mal nicht anwesend ist?

Dieser Frage hat sich der niederländische Künstler Johan van der Dong angenommen. Er hat eine Telefonnummer für Gott eingerichtet, damit Gläubige bei Bedarf ihre Nachrichten auf einem Anrufbeantworter hinterlassen können.
Van der Dong sagte, dass das eine gute Möglichkeit für die Menschen sei, sich mal eine Pause zu gönnen und über das Leben nachzudenken.
Die Nummer lautet übrigens mit internationaler Vorwahl +316-4424-4901 und ist ab dem 7. März freigeschaltet. „Hi, Sie sprechen zu Gott. Ich bin gerade nicht zugegen, aber sie können eine Nachricht nach dem Piep-Ton hinterlassen“, wird ein Anrufer dann vernehmen, wenn er auf Nummer sicher gehen will, dass der Herr sein Gebet auch wirklich erhört.

Gefunden auf spickmich.de

Manchmal hat jemand eine Idee, die einfach genial ist - als Kunstprojekt jedenfalls. Und natürlich regt es zum Nachdenken an darüber, ob Gott es nötig hat, diesen Anrufbeantworter auch abzuhören...  Als ironische Infragestellung unserer anthropomorphen Gottesvorstellungen mag es ja taugen, vermutlich aber wird es auch genügend Menschen geben, die eine solche Nummer tatsächlich benutzen, um ihr Herz zu erleichtern. Auch die virtuellen Gebetsräume im Internet finden ja Zuspruch. Dann fragt es sich natürlich, wie lang die Nachrichten sein dürfen, die dieser Anrufbeantworter speichern kann. Und muss man nicht fürchten, dass die Nummer immer besetzt ist, weil zu viele Anrufer sie wählen? Und das wäre dann eine theologisch noch viel schlimmere Botschaft: Gott hat keine Zeit für mich, weil er mit anderem zu beschäftigt ist - und ich komme nicht einmal telefonisch zu ihm durch...

Montag, 2. März 2009

Wo die Zeit stehen geblieben ist

Hinwesitafel des Evangelischen Kindergartens in der Hamburger Straße (V. Bezirk).

Empor zum Licht des Tages!

Damals in Hernals


Es war einmal, da war Hernals evangelisch. Lange her ist das. Die Gegenreformation war sehr erfolgreich.
Baudekoration an der Jörgerstraße. (Foto: Ernst Berger)

Auf einem vergoldeten Blumenschiff

Die Insel - der Vergessenheit!

Auf einem vergoldeten Blumenschiff
mit Ebenholzmasten und Purpursegeln
schwimmen wir ins offne Meer.

Hinter uns,
zwischen Wasserrosen,
schaukelt der Mond.

Tausend bunte Papierlaternen schillern an seidnen Fäden.

In runden Schalen kreist der Wein.

Die Lauten klingen.

Aus fernem Süd
taucht blühend eine Insel . . .

Die Insel - der Vergessenheit!

Arno Holz (1863-1929)

Dieses Gedicht lieferte uns das Motto zu unserem heurigen Gemeindeball...

Der schöne 1. März

Am 1. März
beginnt das Frühjahr,
sagen die Meteorologen.

Und am Morgen dieses Tages
waren da die ersten Voigelstimmen.

Das Herz
wärmt sich an der Hoffnung.

Eine nur scheinbar neue Herausforderung

Christen sind auf den erstarkenden Atheismus nicht gut vorbereitet. Diese Ansicht vertritt der Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche im Rheinland, Hans-Hermann Pompe (Wuppertal).

Wie er in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea im Vorfeld des Missionale-Treffens am 7. März in Köln sagte, hätten Christen „einiges argumentativ und werbend nachzuholen“. Atheisten stellten Fragen, die man nicht einfach beiseite schieben solle. „Es ist wichtig, auch unsere Kritiker ernstzunehmen und um sie als Geliebte Gottes zu werben.“ Pompe ist Vorsitzender des Trägerkreises, der die jährlichen Missionale-Treffen organisiert. Sie führen Christen vor allem dem Rheinland und Westfalen zusammen, um sie zu einer missionarischen Gemeindearbeit zu ermutigen. Organisiert wird es von Mitgliedern von Kirchen und Freikirchen.

Die zunehmende Ablehnung der Christen wertete Pompe als Normalität: „Während des größten Teils der Kirchengeschichte und weltweit für viele Kirchen heutzutage sind Widerstände normal. Auch wir müssen uns darauf einstellen.“ Wenn man mit Jesus in Verbindung bleibe, sei der Gegenwind besser auszuhalten. Zudem ermutigte Pompe, mehr auf die Erwartungen und Sehnsüchte der Menschen einzugehen. Nur so könne man ihnen „das Beste geben, was es gibt – das Evangelium“.  (...)


idea.de

Unbenannt 2