Sonntag, 30. August 2009

Irgend etwas von bleibender Bedeutung?

Gesehen in der Jörgerstraße in Wien 17.

Aufgehen im All

Machmal möchte ich etwas sein,
ein Etwas,
ein Ding vielleicht
klein und unbeschreibbar,
etwas Mörtel in der Mauer
gut verbunden, sinnvoll,
ein Tropfen Tau
oder ein zögernd ausgesandtes Lächeln

Oder einfach ein Moment
in der Zeit,
der kommt und vergeht
auf halbem Weg zur Ewigkeit.

Samstag, 29. August 2009

Und alle Welt um uns verblasst...

Kindliches Nachdenken über Gott

Eines Abends lag ich in meinem Bett, ich war vielleicht vier oder fünf Jahre alt, und dachte darüber nach, wie schrecklich anstrengend es sein müsse, dass Gott, der Vater, sich nie ausruhen kann. Immer musste er wachen über die vielen, vielen Menschen und aufpassen, dass ihnen nichts Böses geschah. Ich machte ihm alle möglichen Vorschläge, ob er sich nicht z.B. mit seinem Sohn abwechseln könne oder mit den Engeln. Zum Schluss sagte ich, dass ich ihm so gerne helfen würde, und es würde mir nichts ausmachen, ab und zu nachts wach zu bleiben, aber das würde den Menschen ja auch nicht helfen. Das war zwar alles sehr kindlich, aber dennoch war es auch sehr ernst gemeint, und ich habe es nie vergessen, wenn es auch in späteren Jahren erst einmal völlig in den Hintergrund trat.

Von Schwester Matthaia Osswald (*1961), die ursprünglich evangelisch war, dann katholisch wurde und schließlich zum Ziel ihres religiösen Suchens als griechisch-orthodoxe Nonne fand.

Quelle: orthodoxi-pisti.blogspot.com

Freitag, 28. August 2009

Vom Cobenzl geschaut

Am rechten Bildrand sieht man den Turm der Lutherkirche.

Eine Pionierin - und was für ein kuscheliges Neuwort!


Denise Simmons, die erste offen lesbische afro-amerikanische Bürgermeisterin der USA, wird heiraten: Wie sie in einer Presseaussendung verlautbarte, wird die Bürgermeisterin von Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts am 30. August 2009 um 14.00 Ortszeit ihre langjährige Partnerin Mattie B. Hayes heiraten - und das kirchlich.

Die Trauung wird in der St. Bartholomew's Episcopal Church stattfinden und von Reverend Irene Monroe durchgeführt werden. Die junge Theologin engagiert sich bereits seit Jahren für lesbischwule Themen innerhalb und außerhalb der Kirche.

ggg.at

Was für ein schönes, neues Wort: "lesbischwul" - das klingt doch viel besser als "lesbisch-schwul", "lesbisch und schwul" oder gar "homosexuell".

"Die erste offen lesbische afro-amerikanische Bürgermeisterin der USA" - so viel Neues auf einmal. Und nun heiratet sie auch noch kirchlich. Enkel wird sie ja wohl nicht haben, sonst würden die von ihrer Oma erzählen können, dass sie eine wirkliche Pionierin war.

Donnerstag, 27. August 2009

Schubs auf der Insel

Die Liebe als ordentliches Gefühl

Der Architekt Pierre Müller, 44, und die Sekretärin Anita Leuenberger, 31, haben im August geheiratet. Fehlerfrei sind beide nicht. Eine Erkenntnis, die Verbindlichkeit schuf.

Von Franziska K. Müller


«Ich traue mich, dich zu heiraten»: Ehepaar Leuenberger und Müller. Bild: Sally Montana

Pierre: Die Liebe ist kein unordentliches Gefühl, sondern eher das Gegenteil: Sie bringt Ruhe ins Leben, Harmonie im besten Fall und Geborgenheit. In einem ersten Schritt muss man das Glück allerdings erkennen. Es nützt nichts, wenn man unrealistischen Vorstellungen nachhängt und immer meint, etwas noch Besseres finden zu können. So bleibt man allein, wie so viele aus meiner Generation: die Prinzen und Prinzessinnen auf den Erbsen.

Anita: Wir hatten beide eine Enttäuschung hinter uns. Von meiner letzten Beziehung musste ich mich richtiggehend erholen. Danach wusste ich, dass ich einen spontanen Mann brauche, der mich nicht einengt und nicht meckert, wenn ich ins Fitnessstudio will oder etwas mit meinen Freundinnen unternehmen möchte. Pierre gefiel mir sofort extrem gut. Er sieht toll aus und hat von Anfang an auf eine coole Art akzeptiert, dass ich etwas Zeit brauche. Die Wochen nach der ersten Nacht waren wunderschön: Wir wussten beide, es könnte etwas Ernsthaftes werden, und trotzdem war der Ausgang der Geschichte noch offen, abenteuerlich und frei.

Pierre: Wir sind unternehmungslustige Bewegungsmenschen. Politisch sind wir nicht, auch keine Weltverbesserer, aber wir teilen ähnliche Werte: Respekt, Treue, Solidarität. In diesem Sinn ist die Heirat für mich ein Commitment, das dem anderen vermittelt: Ich traue mich, dich zu heiraten, weil ich an unsere Liebe glaube. Mehr noch: Ich übernehme Verantwortung. Natürlich ist das manchmal sehr schwierig und auch nicht immer machbar: Aus meiner ersten Ehe stammt mein 18-jähriger Sohn. So jung Vater zu werden, war eine grosse Herausforderung: Man muss auf vieles verzichten. Das merkt man erst im Nachhinein.

Anita: Mit jedem Eheversprechen ist ein winziges Risiko verbunden. Man muss sich einen Schubs geben, sonst wird es nie etwas.

Pierre: Natürlich könnte man auch friedlich und zufrieden im Konkubinat leben. Es gibt heute keine gesellschaftlichen Restriktionen mehr, wenn man ledig bleibt oder geschieden ist. Die Frauen sind wirtschaftlich unabhängig, Männer können kochen und haushalten. Hinkt das Herz befreiten Zuständen hinterher, oder rennt die moderne Gesellschaft den Herzen davon? Wie auch immer: Wir beschlossen, unsere Beziehung zu offizialisieren.

Anita: Wir wählten die Insel Ufenau als Trauungsort. Dort kann man natürlich nicht in Stöckelschuhen und im Sissikleid rumlaufen. Also zog ich das weisse Kleid nur bei der standesamtlichen Trauung an. Zur eigentlichen Hochzeitsfeier mussten die Gäste in historischen römischen Gewändern erscheinen. Ich trug eine weisse Toga mit angenähtem Schleier und eine Hochsteckfrisur, Pierre eine Ritterrüstung im Stil derjenigen von Julius Cäsar. Eine freie Theologin führte durch die Hochzeitszeremonie. Sie ist eine Naturfreundin wie wir und brachte allerlei Sachen mit, die symbolischen Gehalt hatten und uns mit der Insel und dem Tag verbinden sollten: selbstgepflückte Wildbeeren, einen rundgeschliffenen Stein und einen Felsbrocken aus grobem gespaltenem Granit, matte und glänzende Muscheln. Pierres Nichte hatte die Aufgabe, den ganzen Tag Dinge zusammenzutragen, die in eine Schale gelegt wurden: Vogelfedern, Blätter, Blumen. Dort drin lagen schlussendlich unsere Ringe. Das Eheversprechen schrieben wir auf lose Baumrinden und vergruben diese anschliessend im Boden. In wenigen Jahren werden sie von der Natur absorbiert sein.

Pierre: Um Mitternacht – als das Fest auf dem Höhepunkt war – erklärten wir den Abend für beendet. Eine Schifffahrt unter dem Sternenhimmel beschloss den wunderschönen Tag für die Gäste. Und wir verbrachten die Hochzeitsnacht frisch und munter – nicht wie viele Frischverheiratete, die todmüde in die Federn sinken.

weltwoche.ch

Na denn, Prost, Herr Reformator!

Ein eifriger Kletterer hat im Bugenhagen-Denkmal vor der Hildesheimer St. Andreas-Kirche eine Bierflasche untergebracht.

Gestern - heute

Lyrikaktion in Hildesheim

Vorgeschmack

Gestern (oder war es vorgestern?) dachte ich darüber nach, was ich dringend tun oder unbedingt einkaufen müsste, und es fiel mir nichts ein. Ein Vorgeschmack des Himmels. Gelobt sei der ruhige Wiener Sommer!