Sonntag, 14. März 2010

Achtung!

Warnschild in dem Klassenraum im Marianum, in dem ich gewöhnlich unterrichte.
Es ist so angebracht, dass vom Lehrertisch der Blick darauf fällt.

Was wir alle gemeinsam haben

Ich bin ein sterblicher Mensch wie alle anderen, ein Nachkomme des ersten, aus Erde geformten Menschen. Im Leib meiner Mutter wurde ich gebildet, neun Monate lang; zusammengeronnen bin ich aus dem Blut der Mutter und dem Samen eines Mannes, die sich in Liebeslust vermischten. Wie alle Neugeborenen lag ich auf der Erde, ich sog die Luft ein, die wir alle atmen, und wie bei jedem Menschen war mein erster Laut ein Weinen. Ich wurde in Windeln gewickelt und war ganz auf die Fürsorge anderer angewiesen. Auch ein König kam noch nie anders auf die Welt. Alle Menschen treten auf dieselbe Weise ins Leben und alle verlassen es auch wieder auf dieselbe Weise.

Weisheit Salomonis 7, 1 - 6 (Gute Nachricht)

Frühling in der Martinstraße

In between - zwischen meteorologischem und kalendarischem Frühlungsanfang...

Freitag, 12. März 2010

Trostreich?

Immer gibt es etwas
zu tun, zu sagen, zu denken, zu lassen.
Immer gibt es etwas.
So sind wir
nie allein.

Montag, 8. März 2010

Josephs Sicht der Dinge - blasphemisch?

Erst jetzt entdeckt: Ein witziges Werbeplakat einer katholischen Kirchengemeinde in Neuseeland, das viel Aufsehen erregt hat.

Eine provokante Darstellung von Josef und Maria spaltet Neuseelands Christen. Die progressive anglikanische Gemeinde „St Matthew-in-the-City“ in Auckland hat ein riesiges Poster vor der Kirche aufgestellt. Auf diesem sind Maria und Josef als unzufriedenes Paar im Bett zu sehen. Der Slogan zu dem Bild im Freskenstil lautet: „Poor Joseph. God is a hard act to follow.“ Oder auf Deutsch: „Armer Josef. Es ist nicht leicht, auf Gottes Wegen zu wandeln.“

Mit dem Bild wolle die Gemeinde die Menschen dazu bringen, über die Weihnachtsgeschichte zu sprechen, sagte Erzdiakon Glynn Cardy, Pfarrer der Gemeinde, neuseeländischen Medien. Er betonte, die „wirkliche Bedeutung von Weihnachten“ liege in der „radikalen Gastfreundlichkeit, die Jesus gegenüber den Armen, Verachteten, Frauen, Kindern und Kranken gezeigt hat“.

Die katholische Kirche reagierte mit Empörung auf die Aktion. Schon die Andeutung, dass Maria und Josef gerade Sex gehabt haben könnten, sei eine „Beleidigung der Christen“, sagte Lyndsey Freer, Pressesprecherin der katholischen Bischofskonferenz Neuseelands, und fügte hinzu: „.Unsere christliche Tradition bleibt, dass Maria eine Jungfrau war – und dass Jesus Gottes Sohn ist, nicht Josefs“, sagte Freer.“ Einige Demonstranten haben inzwischen die biblischen Figuren mit brauner Farbe zu übertüncht.

welt-online.de 18.12.2009


Die Frage nach dem Gebet unter dem Gesichtspunkt von Zeit und Ewigkeit

Zeit und Stunde – sie sind ja nur vor Gott ohnmächtig. Denn für ihn allerdings ist die Erlösung so alt wie Schöpfung und Offenbarung, und so prallt, grade insofern er nicht bloß Erlöser, sondern auch Erlöster, die Erlösung also ihm Selbsterlösung ist, jede Vorstellung eines zeitlichen Werdens, wie sie eine freche Mystik und ein hochtrabender Unglaube ihm gern andichten, von seiner Ewigkeit ab. Nicht er selbst für sich selbst, sondern er als Erlöser von Welt und Mensch braucht Zeit, und nicht weil er sie braucht, sondern weil Mensch und Welt sie brauchen. Denn für Gott ist die Zukunft keine Vorwegnahme; er ist ewig und der einzige Ewige, der Ewige schlechtweg; „Ich bin“ ist in seinem Munde wie „Ich werde sein“ und findet erst darin seine Erklärung.

Aber für Mensch und Welt, denen das Leben von Haus aus nicht ewig ist, sondern die im bloßen Augenblick oder in breiter Gegenwart leben, ist die Zukunft nur faßbar, indem sie, die zögernd herangezogen kommende, in die Gegenwart vorgezogen wird. So wird ihnen die Dauer höchst wichtig, weil sie es ist, an der sich die Zukunft, indem sie in den Augenblick vorweggenommen wird, immerfort reibt. Und deshalb kommt für das Gebet schließlich alles darauf hinaus, ob die Zukunft des Reichs dadurch beschleunigt oder verzögert wird. Oder genauer gesagt: da beides, Beschleunigung wie Verzögerung, nur in den Augen des Menschen und der Welt, nicht vor Gott gilt, und Mensch und Welt die Zeit nicht messen nach einem außer oder über ihnen liegenden Maß, sondern aneinander, der Mensch also am ihm entgegenreifenden Wachstum der Welt, die Welt an der ihr in den Schoß geschütteten Fülle der Liebe: so kommt es für das Gebet darauf an, ob der Lichtschein, den es in das Dunkel der Zukunft wirft und der in seinen letzten Ausläufern immer in die fernste Ferne reicht, an der Stelle seines ersten Auftreffens, an dem nächsten Punkt also, den er dem Beter erleuchtet, der Liebe vorauseilt, hinter ihr zurückbleibt, oder mit ihr Schritt hält. Nur im letzten Falle wird das Gebet erfüllt; nur dann geschieht es in der „angenehmen Zeit“, der „Gnadenzeit“; in diesem seltsamen Ausdruck, den wir nun zu verstehen beginnen, macht der Glaube den Gedanken lebendig, den als eine tote Erkenntnis schon die heidnische Frömmigkeit besaß: daß man die Götter nur bitten dürfe um das, was sie zu gewähren geneigt seien, und daß also für den Fall, dass man um „Unrichtiges“ bitte, man selbst von vornherein um Nichterfüllung bitten müsse.

Franz Rosenzweig: Der Stern der Erlösung (Dritter Teil: Einleitung. Das Gebet des Sünders)

Blick auf die Lutherkirche aus der Schumanngasse

Nicht spekulieren!

Als der Zen-Meister Joshu gefragt wurde: "Wenn alle Phänomene zu dem Einen zurückkehren, wohin geht dann der Eine zurück?", antwortete er: "Als ich in Seiju lebte, machte ich ein Gewand aus Hanf, es wog zehn Pfund."

Zit. n. Thomas Merton: Weisheit der Stille, S. 149.

Gardinenstillleben

Freitag, 5. März 2010

Nein, -

- keine Videoinstallation, nur die Spiegelung der Fensterfront des Studentenheimes in der Blumengasse.