An der Vorderfront unserer Kirche in der Martinstraße stehen einige schöne alte Straßenlaternen. Leider sind sie meistens nicht mehr funktionsfähig. Bei der Planung der Außenrenovierung wurden diese Laternen leider vergessen, vielleicht geht sich das aber noch als kleine Ergänzungsmaßnahme aus.
Dienstag, 13. Juli 2010
Gut evangelisch: Der Friedhof als Schlafhaus
Inschrift des Pastorenturmes auf dem Friedhof zu Steyr. Abguss in der Oberösterreichischen Landesausstellung "Renaissance und Reformation" in Schloss Parz.
Metamorphose, fast unmerklich
Leise
tritt es
über deine Schwelle
das Licht,
sprüht die Farben
einer neuen Zeit
auf die Wände,
verwandelt den Staub deiner Tage
zu Gold
mit seinem leichten Schritt
und legt um deine Ängste
deine Zweifel
warm einen Mantel:
Fürchte dich nicht!
Isabella Schneider
tritt es
über deine Schwelle
das Licht,
sprüht die Farben
einer neuen Zeit
auf die Wände,
verwandelt den Staub deiner Tage
zu Gold
mit seinem leichten Schritt
und legt um deine Ängste
deine Zweifel
warm einen Mantel:
Fürchte dich nicht!
Isabella Schneider
Im memoriam (1): Meine Omi Irmgard Sies, geb. Lemme (1910 - 1993)
Heute wäre sie 100 Jahre alt geworden, meine liebe Omi Irmgard, die Mutter meiner Mutter. Dass sie zugleich auch meine Patentante war, begriff ich erst im Zusammenhang mit meiner Konfirmation. Die wichtigsten Zeiten meiner Kindheit verbrachte ich bei ihr und ihrem Mann Willy in Peine bei Hannover. Für meine Erziehung waren die Großeltern wahrscheinlich wenigstens ebenso wichtig wie meine Eltern.
Meine beiden Großelternpaare waren innerprotestantisch gemischtkonfessionell. Omi Irmgard, die von sich immer sagte, sie sei lútherisch (auf der ersten Selbe betont), nicht luthērisch (was für sie offenbar ein streng konfessonsgebundenes Luthertum etwa im Sinne der "Altlutheraner" meinte), heiratete eine Reformierten vom Niederrhein, - und das ging ganz gut. Sie selbst ging selten zur Kirche, ihr Mann sehr viel öfter. Und er bewahrte sich bis zu einem Tode seine konfessionelle Identität und las die Reformierte Kirchenzeitung.
Omi Lebensmotto war ein vulgariserter Kant: "Du kannst, denn du sollst." Für mich selbst habe ich das später umgedreht: "Du sollst, denn du kannst." (Will sagen: Nütze deine Gaben.)
Die enge Verbundenheit blieb zeitlebens bestehen. 1993 ist sie gestorben.
Meine beiden Großelternpaare waren innerprotestantisch gemischtkonfessionell. Omi Irmgard, die von sich immer sagte, sie sei lútherisch (auf der ersten Selbe betont), nicht luthērisch (was für sie offenbar ein streng konfessonsgebundenes Luthertum etwa im Sinne der "Altlutheraner" meinte), heiratete eine Reformierten vom Niederrhein, - und das ging ganz gut. Sie selbst ging selten zur Kirche, ihr Mann sehr viel öfter. Und er bewahrte sich bis zu einem Tode seine konfessionelle Identität und las die Reformierte Kirchenzeitung.
Omi Lebensmotto war ein vulgariserter Kant: "Du kannst, denn du sollst." Für mich selbst habe ich das später umgedreht: "Du sollst, denn du kannst." (Will sagen: Nütze deine Gaben.)
Die enge Verbundenheit blieb zeitlebens bestehen. 1993 ist sie gestorben.
Es fließt und schweigt
Das Wasser
Ohne Wort, ohne Wort
rinnt das Wasser immerfort,
andernfalls, andernfalls
spräch' es doch nichts andres als:
Bier und Brot, Lieb und Treu, -
und das wäre auch nicht neu.
Dieses zeigt, dieses zeigt,
daß das Wasser besser schweigt.
Christian Morgenstern
Ohne Wort, ohne Wort
rinnt das Wasser immerfort,
andernfalls, andernfalls
spräch' es doch nichts andres als:
Bier und Brot, Lieb und Treu, -
und das wäre auch nicht neu.
Dieses zeigt, dieses zeigt,
daß das Wasser besser schweigt.
Christian Morgenstern
Montag, 12. Juli 2010
Gebetsratschläge von Tiki Küstenmacher im Anschluss an Fulbert Steffensky
Das Projekt "simplify your life" befast sich mit allen Arten der Lebensentrümpelung, der Ordnung, der Steigerung des Lebensgenusses und des Erfolges durch Vereinfachung, Optimierung und klare Regeln für alles. Die verschiedenen simplify-Newsletters werde versandt vom Orgenda Verlag für persönliche Weiterentwicklung, einem Unternehmensbereich des VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG.
Entmutigen Sie sich nicht durch zu große Vorhaben. Gehen Sie in bescheidenen Schritten vorwärts: Sprechen Sie anfangs am Morgen einen Psalm, oder halten Sie am Abend einige Minuten Stille, mehr nicht. Wenn selbst das nicht möglich ist, liegt es nicht an der Hektik Ihres Berufs, sondern daran, dass Sie falsch leben!
Feste Zeit
Beten Sie nicht nur, wenn Ihnen danach zumute ist, sondern richten Sie sich eine feste Gebetszeit im Tageslauf ein. Beispiele: der frühe Morgen oder der nicht zu späte Abend. Regelmäßig beachtete Zeiten gliedern Ihr Leben und vermindern das Gefühl „Andere bestimmen über meine Zeit“.
Fester Platz
Geben Sie Ihrem Vorhaben einen festen Ort. Beispiele: eine Ecke in Ihrem Schlafzimmer, ein bestimmter Baum auf Ihrem täglichen Spazierweg, ein Parkplatz, auf dem Sie Ihr Auto auf Ihrem Weg zur Arbeit abstellen und im Wagen sitzend beten. Orte sprechen und bauen an Ihrer Innerlichkeit.
Festes Ritual
Koppeln Sie das Gebet ab von Ihrer Stimmung. Seien Sie streng mit sich: Machen Sie nicht Ihre momentanen Bedürfnisse zum Maßstab. Sie reinigen Ihr Herz, indem Sie nicht auf Ihre Empfindungen achten, sondern nur auf Zeit, Ort und Methode. Entwickeln Sie Ihren eigenen festen Ablauf und nutzen Sie die Kraft der Wiederholung. Beispiel: eine täglich gleiche Eingangsformel („Öffne mein Herz und meine Lippen“), eine Geste (Kreuzeszeichen), lesen Sie einen Psalm (täglich wechselnd), 3 Minuten Stille, Vaterunser. Legen Sie den Psalm vorher fest, damit Ihre Gebetszeit nicht durch Sucherei gestört wird.
Halten Sie eine Notration bereit
Besorgen Sie sich ein Buch mit Gebeten, aus dem Sie in Zeiten größerer innerer Müdigkeit einfach etwas lesen. Lernen Sie kurze Sätze, die Ihnen dort oder in den Psalmen besonders gut gefallen, auswendig. Bilden Sie Ihre eigenen Formeln. Feste Sätze helfen Ihnen, zur Passivität zu finden. Sie sind die Notsprache, falls Ihnen das Leben einmal die Sprache verschlägt.
Halten Sie durch
Wenn Sie zu bestimmten Zeiten nicht beten können, lassen Sie es. Aber halten Sie den Platz frei für das Gebet. Tun Sie nicht irgendetwas anderes, sondern verhalten Sie sich auf andere Weise still. Verlernen Sie nicht Ihren Gebetsort und Ihre Gebetszeit. Seien Sie nicht gewaltsam zu sich selbst. Wenn einmal gar nichts geht, sagen Sie sich: „Auch das Misslingen ist meine Schwester.“
Diese Gedanken wurden angeregt durch: Fulbert Steffensky, Der alltägliche Charme des Glaubens
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
Aber im Hintergrund steht ja (auch) Werner Tiki Küstenmacher, der Pfarrer und bekannte christliche Karikaturist. Und mitunter kommen im Newsletter auch direkt Fragen des religiösen Lebens vor, freilich so formuliert, dass nicht nur Christenmenschen sich angesprochen fühlen.
Die simplify-Regeln fürs Beten
Beten ist Arbeit
Rechnen Sie nicht mit großen inneren Erlebnissen. Beten ist zunächst Anstrengung. Gebetsarbeit ist manchmal schön und erfüllend, oft aber auch langwierig und trocken. Meditieren, Beten, Lesen sind Bildungsvorgänge. Bildung ist ein langfristiges Unternehmen. Doch langfristig ist der Lohn groß.
Kleine SchritteRechnen Sie nicht mit großen inneren Erlebnissen. Beten ist zunächst Anstrengung. Gebetsarbeit ist manchmal schön und erfüllend, oft aber auch langwierig und trocken. Meditieren, Beten, Lesen sind Bildungsvorgänge. Bildung ist ein langfristiges Unternehmen. Doch langfristig ist der Lohn groß.
Entmutigen Sie sich nicht durch zu große Vorhaben. Gehen Sie in bescheidenen Schritten vorwärts: Sprechen Sie anfangs am Morgen einen Psalm, oder halten Sie am Abend einige Minuten Stille, mehr nicht. Wenn selbst das nicht möglich ist, liegt es nicht an der Hektik Ihres Berufs, sondern daran, dass Sie falsch leben!
Feste Zeit
Beten Sie nicht nur, wenn Ihnen danach zumute ist, sondern richten Sie sich eine feste Gebetszeit im Tageslauf ein. Beispiele: der frühe Morgen oder der nicht zu späte Abend. Regelmäßig beachtete Zeiten gliedern Ihr Leben und vermindern das Gefühl „Andere bestimmen über meine Zeit“.
Fester Platz
Geben Sie Ihrem Vorhaben einen festen Ort. Beispiele: eine Ecke in Ihrem Schlafzimmer, ein bestimmter Baum auf Ihrem täglichen Spazierweg, ein Parkplatz, auf dem Sie Ihr Auto auf Ihrem Weg zur Arbeit abstellen und im Wagen sitzend beten. Orte sprechen und bauen an Ihrer Innerlichkeit.
Festes Ritual
Koppeln Sie das Gebet ab von Ihrer Stimmung. Seien Sie streng mit sich: Machen Sie nicht Ihre momentanen Bedürfnisse zum Maßstab. Sie reinigen Ihr Herz, indem Sie nicht auf Ihre Empfindungen achten, sondern nur auf Zeit, Ort und Methode. Entwickeln Sie Ihren eigenen festen Ablauf und nutzen Sie die Kraft der Wiederholung. Beispiel: eine täglich gleiche Eingangsformel („Öffne mein Herz und meine Lippen“), eine Geste (Kreuzeszeichen), lesen Sie einen Psalm (täglich wechselnd), 3 Minuten Stille, Vaterunser. Legen Sie den Psalm vorher fest, damit Ihre Gebetszeit nicht durch Sucherei gestört wird.
Halten Sie eine Notration bereit
Besorgen Sie sich ein Buch mit Gebeten, aus dem Sie in Zeiten größerer innerer Müdigkeit einfach etwas lesen. Lernen Sie kurze Sätze, die Ihnen dort oder in den Psalmen besonders gut gefallen, auswendig. Bilden Sie Ihre eigenen Formeln. Feste Sätze helfen Ihnen, zur Passivität zu finden. Sie sind die Notsprache, falls Ihnen das Leben einmal die Sprache verschlägt.
Halten Sie durch
Wenn Sie zu bestimmten Zeiten nicht beten können, lassen Sie es. Aber halten Sie den Platz frei für das Gebet. Tun Sie nicht irgendetwas anderes, sondern verhalten Sie sich auf andere Weise still. Verlernen Sie nicht Ihren Gebetsort und Ihre Gebetszeit. Seien Sie nicht gewaltsam zu sich selbst. Wenn einmal gar nichts geht, sagen Sie sich: „Auch das Misslingen ist meine Schwester.“
Diese Gedanken wurden angeregt durch: Fulbert Steffensky, Der alltägliche Charme des Glaubens
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
Das Christus-Zimmer
„Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). Und weiter: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Da es sich um einen Glaubenden und noch dazu um einen Bruder handelt, und mag er auch noch so gering sein, so tritt Christus selbst mit ihm ein. Öffne dein Haus und nimm ihn auf. „Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten“ (Mt 10,41)... Das ist die Haltung, die man einnehmen muss, wenn man Fremde aufnimmt: Bereitwilligkeit, Freude, Großzügigkeit. Der Fremde ist immer schüchtern und verschämt. Wenn sein Gastgeber ihn nicht mit Freude aufnimmt, fühlt er sich gering geschätzt und zieht sich zurück. Es ist nämlich schlimmer, so empfangen zu werden als gar nicht.
Hab’ also ein Haus, in dem Christus eine Bleibe findet. Sag: „Das ist das Zimmer Christi. Das ist die Wohnung, die Ihm vorbehalten ist.“ Er wird sie nicht verschmähen, auch wenn sie sehr einfach ist. Er braucht nur ein Dach über dem Kopf. Sei nicht grausam und unmenschlich, und gib ihm wenigstens das. Du legst soviel Feuer an den Tag um der materiellen Güter willen, so bleibe auch nicht kalt, wenn es um geistige Güter geht... Du hast einen Platz für dein Fuhrwerk und hättest keinen für den umherziehenden Christus?
Johannes Chrysostomos, Predigt 45 zur Apostelgeschichte
Hab’ also ein Haus, in dem Christus eine Bleibe findet. Sag: „Das ist das Zimmer Christi. Das ist die Wohnung, die Ihm vorbehalten ist.“ Er wird sie nicht verschmähen, auch wenn sie sehr einfach ist. Er braucht nur ein Dach über dem Kopf. Sei nicht grausam und unmenschlich, und gib ihm wenigstens das. Du legst soviel Feuer an den Tag um der materiellen Güter willen, so bleibe auch nicht kalt, wenn es um geistige Güter geht... Du hast einen Platz für dein Fuhrwerk und hättest keinen für den umherziehenden Christus?
Johannes Chrysostomos, Predigt 45 zur Apostelgeschichte


