Montag, 16. August 2010

Gedanken über die Berufswahl

"Begleiten wir die 'Orion' und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit!"


So sprach die Off-Stimme am Anfang jeder der Folgen der deutschen Kultserie "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes ORION". Diese siebenteilige Serie war eines der prägenden Erlebnisse meiner Kindheit. 


Manchmal denke ich, dass ich meinen Beruf nicht zuletzt wegen dieser Formulierung gewählt habe. Denn ist nicht das Dasein eines Pfarrers auch so etwas wie "Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit"?

Beethoven, Schubert, Brahms, Schönberg

Grabdenkmäler auf dem Zentralfriedhof in der "Welthauptstadt der Musik"

Sonntag, 15. August 2010

... bis sich jemand an mich erinnert

Nujoom Al-Ghanem - ما تتركه لنا الوحدة

Was die Einsamkeit uns lässt

Ich schließe meine Augen
um meinen Lidrand zu betrachten
und die Feier der betrunkenen Töne
die aus dem Abendlicht regnen.
Die Flure schwärzen ihre Dunkelheit nach
aber die Geräusche zittern weiter
in den kalten Straßen.
Ich schließe meine Augen
um schärfer zu hören
wie der Wind von ferne pfeift
seine Räder über den Asphalt scheucht
oder das Haar der Bäume sträubt.
Die Stadt badet gänzlich
im versandeten Regen.
Mein Herz irrt in den Gassen umher
doch meine Augen verharren hinter den Lidern.
Könnte nur jemand, wenigstens etwas
an die Tür klopfen
oder das Telefon klingeln
träfe eine E-Mail schrillend ein.
Meine Augen sind geschlossen
und ich lege mich hin für eine Weile
bis sich jemand an mich erinnert.

Aus dem Arabischen von Nora Bossong

Quelle: lyrikline.org

Lüneburger Impression

Posted by Picasa

Alles ist auch eine Chance

Im Vorübergehen fotografiert: Werbung im Fenster eines Bestatters in Lüneburg.

Wieviele Sünden passen eigentlich auf einen LKW?

"Wie lange leben wir normalerweise in dieser Welt? Sagen wir, so ungefähr 70 Jahre. Wenn wir die Sünden von den 70 Jahren zusammenzählen, wie schwer würden sie sein? Wenn wir sie auf einen 8 Tonnen schweren Lastwagen laden würden, würden wahrscheinlich mehr als 100 Lastwagen dabei herauskommen."


Aus einer Bibelarbeit von Rev. Paul C. Jong

Schönbrunner Straße

Donnerstag, 12. August 2010

Guter Gedanke

In meinem Regal finde ich Bücher, die ich vor über dreißig Jahren aus dem Ramschkasten vor einer Buchhandlung oder einem Antiquariat gekauft, aber bis heute nicht gelesen habe. Eine beruhigende Entdeckung. Es gibt zur Not noch immer etwas zu lesen.

Mittwoch, 11. August 2010

Auch das muss mal sein...

Großes Aufräumen in der Pfarrkanzlei: Eine schon lang fällige Arbeit, für die nur im Sommer Zeit ist.

Nicht nur "Göttingen"



BARBARA

Die Einsamkeit

(La Solitude)

Ich sah sie vor der Türe stehen,
als ich nach Haus' kam, gestern Nacht.
Froh war ich gar nicht, sie zu sehen.
"Nun fand sie mich", hab' ich gedacht.

Sie schleicht herbei auf leisen Sohlen.
Sie wittert, wenn ein Glück zerbrach,
und nun, der Teufel soll sie holen,
nun kam sie zu mir, sie schlich mir nach!

Nur sie, mit ihren hohlen Wangen,
den großen Augen, schwarz umringt,
sie ist es, die ins Herz das Bangen
und uns die vielen Tränen bringt.

Sie schenkt uns jene leeren Nächte,
wo alles seinen Sinn verliert.
Ich glaub', daß sie es fertigbrächte,
daß man sogar im Sommer friert.

Dein Kleid ist ein Trauerkleid!
Das Haar hängt wild dir ins Gesicht -
hoffnungslos! Fast tust du mir leid.
Ein schöner Anblick bist du nicht!

Komm, sei so gut, geh' fort von hier
Halt andern deine Fratze hin.
Ich brauch kein Unglück, glaub es mir.
Nein, geh dorthin, wo ich nicht bin.

Es gibt so viel noch, was ich möchte,
den Sonnenschein, den Frühlingswind
und Herz an Herz verbrachte Nächte,
die für den Schlaf zu schade sind.

Zwar wird einst meine Stunde schlagen,
doch vorher muß noch viel gescheh'n:
ich will noch oft "Je t'aime" sagen,
und oft vor Liebe noch vergeh'n.

Doch sie sprach: "Öffne mir die Türe,
und tut es dir auch noch so weh...
Ich kam zu dir, weil ich es spüre:
Die Zeit der Liebe ist passé

Verblaßt der Reigen der Gesichter,
verstummt ist nun der Phrasenchor
der feinen Herrn, der falschen Dichter,
der Traum ist aus, mach dir nichts vor!"

Sie wird mir jeden Tag vergiften,
den Schlaf mir rauben jede Nacht.
Sie klammert sich um meine Hüften,
sie hält zu meinen Füßen Wacht!

Wohin ich geh', wird sie dabei sein.
Sie schafft, daß ich mich nie mehr freu'.
Ich weiß: jetzt werd' ich nie mehr frei sein.
Sie ist wieder da, und sie ist treu:
die Einsamkeit,
die Einsamkeit!



Quelle: http://www.mcgee.de/paroles/solitall.html

Die französische Chansonsängerin Barbara hat einige Titel auch in deutscher Fassung aufgenommen. Früher kannte ich immer nur das Lied über "Göttingen" (und als ich dort studierte, musste ich mitunter daran denken), aber es gibt noch einige andere wie dieses hier. Die Kraft des französischen Textes bleibt in einer guten deutschen Übersetzung durchaus spürbar.