Montag, 7. April 2008

Wien 18, Schumanngasse

EU

"Am Mittwoch wollen Koalition und Grüne den Vertrag von Lissabon durch den Nationalrat bringen. FPÖ und BZÖ versuchen, dies noch im letzten Moment zu verhindern. Der Bundespräsident verspricht eine "sorgfältige Prüfung".

Der umstrittene EU-Reformvertrag wird am Mittwoch den österreichischen Nationalrat passieren. In der heutigen Präsidiale des Nationalrats wurde die Tagesordnung der beiden dieswöchigen Sitzungstage festgelegt. Demnach startet die Sitzung am Mittwoch mit einer Aktuellen Stunde, für welche die ÖVP das Thema "Arbeiten für Österreich: Bürger entlasten, Vollbeschäftigung und Wachstum sichern" gewählt hat. Danach wird die Debatte über den Vertrag von Lissabon eröffnet. Auf Wunsch des BZÖ soll es auch eine Einwendungsdebatte geben." [Die Presse]

Die Skepsis gegenüber der Europäischen Union ist in Österreich signifikant größer als in Deutschland, vermutlich wegen der jahrzehntelangen Neutralität des Landes. Es gab einige Demonstrationen, aber die Versuche, doch noch eine Volksabstimmung zu erreichen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach zum Scheitern verurteilt.

Trost der Bäume











Ende eines Sommers

Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!

Wie gut, daß sie am Sterben teilhaben!
Die Pfirsiche sind geerntet, die Pflaumen färben sich,
während unter dem Brückenbogen die Zeit rauscht.

Dem Vogelzug vertraue ich meine Verzweiflung an.
Er mißt seinen Teil von Ewigkeit gelassen ab.
Seine Strecken
werden sichtbar im Blattwerk als dunkler Zwang,
die Bewegung der Flügel färbt die Früchte.

Es heißt Geduld zu haben.
Bald wird die Vogelschrift entsiegelt,
unter der Zunge ist der Pfennig zu schmecken.

Günter Eich

Hebbel

Friedrich Hebbel, "(...) der schlaflosen Auges im Dunkel stehend, stets die Waage der Werte n seiner Hand auf und nieder gehen fühlte."

Hugo von Hofmannsthal

Bau dir deinen Traum

Im wirklichen Leben nicht so einfach wie im Modellbau...

Gesehen in Ottakring.

Passt eh...

In Wien begegnet mir durchweg eine fröhliche Hacklermentalität, wie ich sie aus Deutschland allenfalls von Handwerkern kenne ("Was nicht passt, wird passend gemacht"): Irgendwie wird es sich schon ausgehen ("Wir sind doch in Wien" - das war die Antwort auf meine besorgte Frage, wie denn bei der Bischofseinführung im Jänner alle Gäste untergebracht werden sollten, da es einige hundert mehr Anmeldungen als Sitzplätze gab - und tatsächlich ging es irgendwie); es passt eh... Das typisch deutsche Bedenkentragen bei jeder Gelegenheit kennt man hier nicht, eher fühlt man sich des öfteren an mediterrane oder balkanische Gelassenheit erinnert. Sehr angenehm und lebensförderlich.

Der leere Himmel
























PARABEL

Es gab – wer weiß das nicht? – vor Zeiten
so viele Engel hoch droben im Himmel,
daß all den andern geflügelten Wesen
es fast unmöglich war mitzuhalten.

So daß ein paar Verantwortliche drauf brannten
- nach reiflicher Überlegung –
das Chaos zu sortieren,
und Ordnung zu schaffen – die Ignoranten!

Wohl war ihnen ganz entfallen,
daß solcherlei Eingriff nicht duldet
die Welt der Geister,
die Welt der himmlischen Scharen vor allem.

Seitdem sind die Engel ganz ausgestorben,
und uns ist der Himmel so leer geworden.

Kostas Koutsourelis

Sonntag, 6. April 2008

Engel im Darm

In Österreich hat die Medienaufsicht eine Rüge gegen den Beratungssender "Telemedial" ausgesprochen. Ein Geisterheiler hatte in dem Programm, das über Satellit auch in Deutschland zu sehen ist, behauptet, Krankheiten der Anrufer mit Hilfe eines Engels beseitigen zu können. Die Regulierungsbehörde "KommAustria" sieht hierin einen Verstoß gegen das in Österreich geltende Privatfernsehgesetz.

Denn laut diesem dürfen die Sender keine Verhaltensweise der Zuschauer fördern, "die die Gesundheit oder Sicherheit gefährden", meldet die "Stuttgarter Zeitung". Der Fernsehratgeber Walter von Berg allerdings habe in einer Sendung im vergangenen August den Eindruck hervorgerufen, eine schulmedizinische Behandlung mit seiner Engel-Therapie ersetzen zu können.

Anrufer hatten am Telefon ihre gesundheitlichen Beschwerden beschrieben, die von Berg mit der Frage "Raphael, was sagst du?" angeblich an einen Engel weiterleitete. Anschließend suchte er über ein Pendel nach einer Antwort und führte eine Art Fernbehandlung durch. Eine Anruferin mit Verdauungsbeschwerden etwa überlieferte er Raphaels Botschaft: "Wir sind im Darm und arbeiten einen neuen Darm ein."

Gefunden auf jesus.de

Variationen eines flüchtigen Eindrucks: Das AKH




Samstag, 5. April 2008