Sonntag, 18. Juli 2010
KLEINE SONNTAGSPREDIGT
Jeden Sonntag hat man Kummer
und beträchtlichen Verdruß,
weil man an die Montagsnummer
seiner Zeitung denken muss.
Denn am Sonntag sind bestimmt
zwanzig Morde losgewesen!
Wer sich Zeit zum Lesen nimmt,
muß das montags alles lesen.
Eifersucht und Niedertracht
schweigen fast die ganze Woche.
Aber Sonntag früh bis nacht
machen sie direkt Epoche.
Sonst hat niemand Zeit dazu,
sich mit sowas zu befassen.
Aber sonntags hat man Ruh,
und man kann sich gehen lassen.
Endlich hat man einmal Zeit,
geht spazieren, steht herum,
sucht mit seiner Gattin Streit
und bringt sie und alle um.
Gibt es wirklich nichts Gescheitres,
als sich, gleich gemeinen Mördern,
mit den Seinen ohne weitres
in das Garnichts zu befördern?
Ach, die meisten Menschen sind
nicht geeignet, nichts zu machen!
Langeweile macht sie blind.
Dann passieren solche Sachen.
Lebten sie im Paradiese,
ohne Pflicht und Ziel und Not,
wär die erste Folge diese:
Alle schlügen alle tot.
Homo homini lupus, eine alte Erkenntnis. Manchmal frage ich mich, ob dies nicht auch das biblische Bild vom Menschen ist: Gleich nach dem Hinauswurf aus dem Garten Eden wird schließlich vom ersten Mord, von einem Brudermord erzählt.
Gedanke
Das österreische Äquivalent zum deutschen "Bundesamt für Verfassungsschutz" heißt "Staatspolizei". Seltsam, dass man bei der Namengebung vor dem Anklang an die "Geheime Staatspolizei" des III. Reiches nicht zurückgeschreckt ist.
Samstag, 17. Juli 2010
Fehlersehnsucht
"Lesen ist nur ein Druckfehler für Leben."
Hans Wollschläger
Was für ein böses Wort. Wenn man es ernst nimmt, hat mein Leben einen derart kompetenten Korrektor, dass es kaum noch zu Druckfehlern kommt.
Hans Wollschläger
Was für ein böses Wort. Wenn man es ernst nimmt, hat mein Leben einen derart kompetenten Korrektor, dass es kaum noch zu Druckfehlern kommt.
Mittwoch, 14. Juli 2010
Die Frage nach dem Gebet unter dem Gesichtspunkt von Zeit und Ewigkeit
Zeit und Stunde – sie sind ja nur vor Gott ohnmächtig. Denn für ihn allerdings ist die Erlösung so alt wie Schöpfung und Offenbarung, und so prallt, grade insofern er nicht bloß Erlöser, sondern auch Erlöster, die Erlösung also ihm Selbsterlösung ist, jede Vorstellung eines zeitlichen Werdens, wie sie eine freche Mystik und ein hochtrabender Unglaube ihm gern andichten, von seiner Ewigkeit ab. Nicht er selbst für sich selbst, sondern er als Erlöser von Welt und Mensch braucht Zeit, und nicht weil er sie braucht, sondern weil Mensch und Welt sie brauchen. Denn für Gott ist die Zukunft keine Vorwegnahme; er ist ewig und der einzige Ewige, der Ewige schlechtweg; „Ich bin“ ist in seinem Munde wie „Ich werde sein“ und findet erst darin seine Erklärung.
Aber für Mensch und Welt, denen das Leben von Haus aus nicht ewig ist, sondern die im bloßen Augenblick oder in breiter Gegenwart leben, ist die Zukunft nur faßbar, indem sie, die zögernd herangezogen kommende, in die Gegenwart vorgezogen wird. So wird ihnen die Dauer höchst wichtig, weil sie es ist, an der sich die Zukunft, indem sie in den Augenblick vorweggenommen wird, immerfort reibt. Und deshalb kommt für das Gebet schließlich alles darauf hinaus, ob die Zukunft des Reichs dadurch beschleunigt oder verzögert wird. Oder genauer gesagt: da beides, Beschleunigung wie Verzögerung, nur in den Augen des Menschen und der Welt, nicht vor Gott gilt, und Mensch und Welt die Zeit nicht messen nach einem außer oder über ihnen liegenden Maß, sondern aneinander, der Mensch also am ihm entgegenreifenden Wachstum der Welt, die Welt an der ihr in den Schoß geschütteten Fülle der Liebe: so kommt es für das Gebet darauf an, ob der Lichtschein, den es in das Dunkel der Zukunft wirft und der in seinen letzten Ausläufern immer in die fernste Ferne reicht, an der Stelle seines ersten Auftreffens, an dem nächsten Punkt also, den er dem Beter erleuchtet, der Liebe vorauseilt, hinter ihr zurückbleibt, oder mit ihr Schritt hält. Nur im letzten Falle wird das Gebet erfüllt; nur dann geschieht es in der „angenehmen Zeit“, der „Gnadenzeit“; in diesem seltsamen Ausdruck, den wir nun zu verstehen beginnen, macht der Glaube den Gedanken lebendig, den als eine tote Erkenntnis schon die heidnische Frömmigkeit besaß: daß man die Götter nur bitten dürfe um das, was sie zu gewähren geneigt seien, und daß also für den Fall, dass man um „Unrichtiges“ bitte, man selbst von vornherein um Nichterfüllung bitten müsse.
Franz Rosenzweig: Der Stern der Erlösung (Dritter Teil: Einleitung. Das Gebet des Sünders)
Hochwasserzonierung
Am 22. November 2005 wurde vom Lebensministerium und dem Versicherungsverband Österreich im k 47 erstmals das Projekt HORA - Hochwasserzonierung Austria der Öffentlichkeit präsentiert. Es wird an 25.000 Flusskilometern umgesetzt. Ab dem Frühjahr 2006 erhalten damit alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, per Mausklick im Internet eine erste Gefahrenabschätzung für das Risiko einer möglichen Überschwemmung mittels Adresseneingabe zu erhalten.
Die Kosten des Projektes belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro. Sektionschef Wolfgang Stalzer vom Lebensministerium und Generaldirektor Othmar Ederer vom Versicherungs-verband Österreich sind sich einig in der Einschätzung des Projektes: "Das ist ein Meilenstein in der Schärfung des Risikobewusstseins der Bevölkerung und damit in der wichtigen Frage der Eigenvorsorge bei Hochwässern"
(Zitat aus http://presse.lebensministerium.at/article/articleview/47831/1/6660/).
Auslöser für dieses Service waren die Hochwasserereignisse der letzten Jahre und der unzureichende Informationsstand der Bevölkerung sowie die finanziellen Einbußen im Schadensfall, die kaum durch Versicherungen gedeckt waren. In Folge der Erweiterung des Informationsservices des Lebensministeriums wurde auch die "Erdbebengefährdung" mit einbezogen und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gemeinsam mit dem GeoForschungszentrum Potsdam mit der Aufgabe betraut, solch eine Karte entsprechend der Erfordernisse des Lebensministeriums zu erstellen. Dieser Beitrag zum Projekt HORA wurde vom Lebensministerium und vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur finanziell unterstützt.
Die Kosten des Projektes belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro. Sektionschef Wolfgang Stalzer vom Lebensministerium und Generaldirektor Othmar Ederer vom Versicherungs-verband Österreich sind sich einig in der Einschätzung des Projektes: "Das ist ein Meilenstein in der Schärfung des Risikobewusstseins der Bevölkerung und damit in der wichtigen Frage der Eigenvorsorge bei Hochwässern"
(Zitat aus http://presse.lebensministerium.at/article/articleview/47831/1/6660/).
Auslöser für dieses Service waren die Hochwasserereignisse der letzten Jahre und der unzureichende Informationsstand der Bevölkerung sowie die finanziellen Einbußen im Schadensfall, die kaum durch Versicherungen gedeckt waren. In Folge der Erweiterung des Informationsservices des Lebensministeriums wurde auch die "Erdbebengefährdung" mit einbezogen und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gemeinsam mit dem GeoForschungszentrum Potsdam mit der Aufgabe betraut, solch eine Karte entsprechend der Erfordernisse des Lebensministeriums zu erstellen. Dieser Beitrag zum Projekt HORA wurde vom Lebensministerium und vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur finanziell unterstützt.
