Freitag, 8. Februar 2008

Spätnachmittag an der Lutherkirche




















Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Einen verknappten Umgang mit biblischen Wahrheiten hat der Professor für Praktische Theologie an der Uni Greiswald, Michael Herbst, auf dem Willow-Creek Kongress in Oberhausen angemahnt. Wachsen im Glauben könne nicht nur bedeuten, fromme Lieder zu singen und ab und zu eine Tageslosung zu lesen, betonte Herbst in seinem Vortrag „Leiten durch Lehren“.

Die Lehre, also das tiefer gehende Studium der Heiligen Schrift, sei vergleichbar mit dem Essen von Schwarzbrot. „Ich liebe Predigten, die witzig sind und gute Geschichten erzählen, aber unsere Predigten brauchen auch Tiefgang und müssen den Glauben unserer Gemeinden formen können“, sagte Herbst, der auch Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald ist. Es gehe nicht nur darum zu wissen, dass Jesus einen liebt, sondern „wir müssen tiefer eindringen in die Wahrheit des Evangeliums“, so Herbst. Dies betreffe Fragen wie „Was ist die Rechtfertigung aus Glauben? Was bedeutet es, dass die Wiederkunft des Herrn auf sich warten lässt? Und was ist gemeint, wenn wir bekennen, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist?“ Für diese Fragen reichten ein „Gospeltainment“ und die Kurz-Bibellese in der täglichen Losung nicht aus. [jesus.de 08.02.2008]

Sehr wahr, aber wie glücklich könnten wir sein, wenn auch nur eine erhebliche Minderheit unserer Gemeindeglieder die Losungen lesen oder überhaupt kennen würde... Faktisch ist die Bibel selbst in der Kerngemeinde inzwischen ein fast ganz unbekanntes Buch.

Ottakringer Seitenblicke



Kunst

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.

Pablo Picasso

Schatten, fast verblasst
























Die Weltreihen

Was ist unser tuhn auff Erden?
An die Welt geboren werden:
Sprach- und ganglos in der wiegen
Sonder eigne hülffe liegen:
Kriechen / lauffen / stehen/ sizen /
Hungern/ dürsten / frieren / schwizen:
Eitle müh und arbeit tragen:
Sich mit vielen sorgen plagen:
Stets in todsgefahren schweben:
Und zu letst den geist aufgeben:
Wiedrum staub' und asche werden /
Das ist unser thun auff Erden.

Johann Grob (1643-1697)

Donnerstag, 7. Februar 2008

Immer wieder der Tatort...

„ARD verschiebt ‚Tatort’ wegen Brands in Ludwigshafen

Diese Fiktion ist derzeit zu nah an der Realität: Wegen des Wohungsbrands mit neun Toten in Ludwigshafen hat die ARD die Ausstrahlung eines in der Stadt spielenden Tatort-Krimis aus dem deutsch-türkischen Milieu verschoben.

‚Mit dieser Entscheidung nehmen wir Rücksicht auf eine große Trauergemeinde, deren Gefühle wir nicht verletzen wollen’, sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust am Donnerstag. Die Folge ‚Schatten der Angst’ solle nun erst am 6. April gezeigt werden. Am kommenden Sonntag wiederholt die ARD stattdessen eine frühere Folge.

Boudgoust sprach von einer schwierigen Entscheidung. ‚Schatten der Angst’ mit der Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts sei eine stimmig inszenierte, spannende Liebesgeschichte. Der Fernsehfilm spiele zwar im deutsch-türkischen Umfeld, habe aber mit der Diskussion über die Hintergründe des Feuers in Ludwigshafen nichts zu tun. ‚In dieser Situation hätte die Gefahr bestanden, dass eine herausragende Tatort-Produktion völlig falsch verstanden wird’, sagte Boudgoust.

Bei dem Wohnhausbrand waren am Sonntag neun Türken ums Leben gekommen. Am Donnerstagnachmittag besuchte der türkische türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den Unglücksort. Er wurde bei dem Rundgang um die Brandruine vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, begleitet. Erdogan hatte zuvor in Ankara vor einem ‚neuen Solingen’ gewarnt.“

Financial Times Deutschland (dpa-Meldung), 07.02.2008, 17:22 Uhr

War da nicht erst kürzlich eine Tatort-Folge, die die Gemeinschaft der Aleviten so sehr erzürnt hat? Die Krimis der Tatort-Reihe sind ja bekannt für ihren Realismus. Aber in manchen Fällen wird der offenbar schon brenzlig.

Skurriles am Wege


Vorbei

Einst galt der Mensch der Theologie und dem Volksmund als "Krone der Schöpfung". Aber die Zeit der Monarchien und der Kronen ist vorbei.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Pfarrkirche Grinzing

Das schöne Geschlecht mit den besseren Noten

"Die Frage um die Benachteiligung von Frauen beim Eignungstest ist ja in dieser Schülerumfrage (http://derstandard.at/?url=/?id=2936780) schon beantwortet worden: 'Beide Geschlechter sagen, dass die Mädchen im Unterricht bevorzugt werden.' Ist es wirklich so eine große Überraschung, dass eine Personengruppe, die jahrelang einem geringeren Leistungsdruck als eine andere ausgesetzt ist, vergleichsweise schlechter abschneidet, wenn der Leistungsdruck auf einmal für beide Gruppen gleich hoch ist?"

Aus einem Forumbeitrag zum Medizineignungstest im Standard. Bei diesem Test schneiden Mädchen signifikant schlechter ab als Burschen.


Ein früherer Schulkollege aus Deutschland fällt mir ein, dem (wohl sehr zu Recht) nachgesagt wurde, dass er Mädchen nahezu ausschließlich nach Attraktivität benotete. Das Phänomen gibt es mithin nicht nur in Österreich.