Freitag, 6. Juni 2008
Donnerstag, 5. Juni 2008
Lange Nacht der Kirchen
Manchmal ist alles zu dicht: Gemeindeausflug, Lange Nacht der Kirchen, Beginn der Maturaprüfungen. Und dann die Ereignisse des gestrigen Tages, schnell wechselnde Eindrücke, die einander rasch überlagern.
Nun aber doch ein paar Nachgedanken zur Langen Nacht der Kirchen. Nach dem Vorbild der „Nacht der Museen“ im Oktober hat dieses Großereignis heuer schon zum vierten Mal stattgefunden, erstmals nicht nur in Wien, sondern auch in anderen österreichischen Städten.
Unsere Gemeinde war von Anfang an dabei. In den letzten Jahren war es immer deutlicher geworden, dass das Besucherinteresse sich konzentriert auf die Kirchen in der Inneren Stadt, zumindest innerhalb des Gürtels. So gesehen, liegt Währing, liegt die Lutherkirche schon im „Außenbereich“. Die katholischen Gemeinden im 18.Bezirk hatten dieses Mal - mit einer Ausnahme – auf eine eigene Teilnahme verzichtet, aber allzu viele Katholiken aus den Nachbarpfarren haben sich nicht zu uns verirrt, und zufällige „Laufkundschaft“ kommt bei uns eben kaum.
Trotzdem waren im Laufe dieses langen Abends insgesamt einige hundert Besucher da, und ich fand es insgesamt ein sehr gelungenes Event. Herausragend (nicht nur von der Besucheranzahl) das Kinderprogramm am frühen Abend: „Noah, wir haben die Fische vergessen“, in Kooperation mit der Lutherschule und der evangelischen J.S.Bach-Musikschule. Der freche Titel trug uns sogar Erwähnung (und Überschrift) in der Kurier-Beilage ein und bescherte uns einen Vorbericht bei Radio Stephansdom.
Recht schwach besucht waren die verschiedenen musikalischen Darbietungen, hier wird in Zukunft Beschränkung angebracht sein. Zur Kirchenführung nach 22 Uhr füllte sich die Kirche wieder mehr. Offenbar waren auch viele unserer eigenen Gemeindeglieder zunächst in anderen Kirchen gewesen und beschlossen den Abend dann in der Lutherkirche.
Die Japanische Evangelische Gemeinde, die bei uns seit einigen Jahren zu Gast ist, stellte sich vor mit einer liebevoll gestalteten Präsentation und musikalischen Kostproben; die Einführung in die Ausstellung „anhalten – innehalten – erinnern“ von Karin Eibner war auch nur schwach besucht, aber ich hatte es auch kaum anders erwartet; ein Vortrag unseres Presbyters Ernst Berger nahm die Besucher mit auf Spurensuche nach der (einstmals – bis zur Gegenreformation - glorreichen) Geschichte der Evangelischen in Hernals: Es war ein bunter Strauß. Insgesamt war das Problem zu dicht gestrickt, künftig sollte man Umbaupausen (und Stillephasen) von vornherein mit einbauen.
Natürlich ist das alles auch viel Arbeit, aber gerade als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Gemeindegruppen ist das für den inneren Zusammenhalt der Gemeinde von hohem Wert. Zudem gibt es in der Lutherkirche im ganzen Jahr sonst nur vier echte Abend- oder Nachtgottesdienste (an Heiligabend, Silvester, Gründonnerstag und Karfreitag), dazueinige Konzerte. Die Lutherkirche bei Nacht zu erleben, ist eine ganz eigene Erfahrung.
Der Termin für die fünfte Lange Nacht der Kirchen steht schon fest (5. Juni 2009), und ich hoffe, dass wir wieder mitmachen.
Regentage
Was für ein Tag!

Manchmal kommt alles zusammen. Am Dienstag hat der Oberkirchenrat unser Bauvorhaben genehmigt - und am Mittwoch haben wir wirklich und wahrhaftig die Aufträge an die Handwerker unterschrieben, ganz sachlich und unfeierlich - eine Flasche Sekt hätten wir aber eigentlich schon aufmachen sollen...
Außerdem am Mittwoch: Mein Sohn hat sein Abitur abgeschlossen, und schließlich ist mein lieber Kollege Manfred Schreier zum dritten Mal Großvater geworden. Lauter Gründe zum Feiern.
Dienstag, 3. Juni 2008
Esoterisch angehauchte Kirchenführungen

Die Ulrichskapelle in Standorf "wird ab sofort für die Öffentlichkeit außerhalb der Gottesdienstzeiten und Veranstaltungen der Kirchengemeinde bis auf weiteres geschlossen." Diese Mitteilung von Pfarrer Christof Messerschmidt erreichte jetzt Creglingens Bürgermeister Hartmut Holzwarth.
Vorausgegangen waren angeblich mehrere "esoterisch angehauchte" Führungen in der Kirche. Sicher bestätigen kann Dekan Reinhard Tröster nur eine derartige Führung, die jüngst hinter verschlossener Kirchentür stattfand. Die kleine, offensichtlich gemeinsam mit dem deutschen Rutengänger Hubert Wrede reisende Gruppe österreichischer Besucher in Begleitung von Kirchenführer Kurt Wagner, war dem Dekan quasi in die Arme gelaufen.
Rutengänger und Pendler sind von dem Bauwerk fasziniert. In der evangelischen Gemeinde sorgt diese Faszination keineswegs für Freude. Schließlich warnt auch das 2007 von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg herausgegebene Handbuch für Kirchengemeinderäte vor Esoterik, Okkultismus und Spiritismus.
Doch nicht nur der Glaube an Heilstrahlungen, Pendel und Wünschelrute oder die Ablehnung entsprechender Praktiken setzen den kleinen Ort Standorf gewaltigen Zerreißproben aus. Auch - eigentlich - familiäre Konflikte leisten ihren Beitrag zum Ärger im Dorf. Es könne nicht angehen, meint Dekan Tröster, dass die Ulrichskapelle instrumentalisiert wird - einerseits als Hintergrund für esoterische Spekulationen, andererseits als Austragungsfläche von Familienstreitigkeiten.
Letztlich schade das der Kirchengemeinde insgesamt. Schließlich hatte ein in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kapelle lebender Standorfer, zugleich ehemaliger Schwiegersohn des langjährigen Kirchenführers, der Gemeinde bereits mehrfach öffentlich allzu enge "Kooperation" mit esoterisch interessierten Kreisen vorgeworfen.
Tröster ergriff jetzt die Initiative. Er informierte den zuständigen Regionalbischof Hans-Dieter Wille von der Heilbronner Prälatur und setzte auch den Landesbischof in Kenntnis.
Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kirchengemeinderat erneut seine Position untermauert, dass man mit Esoterik in der Ulrichskapelle nichts zu schaffen haben will. Kurt Wagner muss sich mit einem Führungsverbot abfinden.
Natürlich, so Dekan Tröster und Pfarrer Messerschmidt, suche man gemeinsam mit der Stadt nach Lösungen. Schließlich soll das sakrale Denkmal, das der spätromanische Oktogonbau darstellt, baldmöglichst der Öffentlichkeit auch außerhalb rein kirchlicher Veranstaltungen wieder zugänglich gemacht werden.
Einigen Gruppen waren bereits vor dem aktuellen Beschluss des Kirchengemeinderats Führungen zugesagt worden. Klaus Hein, Leiter der Creglinger Touristinformation, wird für kompetente Begleitung dieser Gruppen sorgen.
Der Creglinger Tourismus-Chef hofft inständig, dass das 1429 erstmals urkundlich erwähnte Kirchlein bald auch außerhalb der Gottesdienstzeiten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Schließlich gehört die Ulrichskapelle zu den touristischen Kleinodien der Stadt, die mit dem Riemenschneider-Altar in der Herrgottskirche ohnehin ein Publikum anspricht, das an sakraler Kunst interessiert ist.Inge Braune: Esoterische Aktivitäten unterbinden, Fränkische Nachrichten,3.Juni 2008
Für gewöhnlich bereiten Öffnungen von Kirchen ja andere Probleme (Diebstähle, Vandalismus)...
In der Nähe meiner ersten Pfarrstelle gab es in einer anderen Gemeinde des Kirchenkreises einen Findling im Kirchhof, der zu Zeiten manche ungebetenen esoterisch angehauchten nächtlichen Besucher anlockte, auch nicht eben zur Freude des zuständigen Pfarrers...
Die weiße Fahne
Samstag, 31. Mai 2008
Hier und jetzt ist Leben
Lebenskunst
Ach, was sind wir dumme Leute -
wir genießen nie das Heute.
Unser ganzes Menschenleben
ist ein Hasten, ist ein Streben
ist ein Bangen, ist ein Sorgen -
Heute denkt man schon an Morgen.
Morgen an die spätere Zeit -
und kein Mensch genießt das Heut.
Auf des Lebens Stufenleiter
eilt man weiter, immer weiter.
Nutz den Frühling deines Lebens
Leb im Sommer nicht vergebens
denn gar bald stehst du im Herbste
bis der Winter naht, dann sterbste.
Und die Welt geht trotzdem heiter
immer weiter, immer weiter.
Otto Reutter
Montag, 26. Mai 2008
So Winziges
„Auch wenn du dreitausend Jahre leben solltest oder gar zehnmal so lange, bedenke trotzdem, dass niemand ein anderes Leben verliert als das, das er lebt, und dass er auch nicht ein anderes lebt als das, das er verliert. Es kommt also der längste Zeitraum aufs Selbe heraus wie der kürzeste. Denn der gegenwärtige Augenblick ist für alle gleich, und was verloren geht, ist also gleich, und es erweist sich, dass so Winziges verloren geht.“
Mark Aurel














