Samstag, 16. August 2008

Deutschland: Langzeitarbeitslose in die Pflege?

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will tausende schwer vermittelbare Arbeitslose zur Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen einsetzen. Einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte Behördensprecher Kurt Eikemeier gegenüber tagesschau.de.

Geplant sei lediglich eine Kurzausbildung von 100 Theoriestunden und 60 Praxisstunden plus einige Praktika. "Die Langzeitarbeitslosen sollen aber auch keine Medikamente verabreichen, sondern beispielsweise vorlesen oder einkaufen", so Eikemeier weiter. Deshalb sei eine relativ kurze Schulung angemessen. Das sieht die Deutsche Alzheimergesellschaft anders. Vergleichbare Lehrgänge hätten in der Vergangenheit etwa 900 Stunden vorgesehen, sagte eine Sprecherin der "Süddeutschen Zeitung".

"Wir sind ja keine Truppe von Verrückten"

Für die Betreuungsjobs bewerben kann sich laut Eikemeier jeder, der von seinem BA-Betreuer für geeignet gehalten werde. Der Vermittler bekomme dazu Richtlinien an die Hand: "Er soll Bewerber auswählen, die besonders mitfühlend sind und eine hohe Sensibilität mitbringen." Und weiter: "Es darf nicht der Schluss gezogen werden: Dieser Kandidat ist nur deshalb geeignet, weil er langzeitarbeitslos ist."

In den Richtlinien stehen laut Eikemeier ausschließlich "weiche Faktoren". Pflegeerfahrung müssen die Bewerber nicht mitbringen. "Aber wir sind ja keine Truppe von Verrückten", so der Behördensprecher weiter. "Uns ist bewusst, wie schwierig die Betreuung Demenzkranker ist und dass das nicht jeder machen kann." Ob in Richtlinien steht, dass beispielsweise das polizeiliche Führungszeugnis der Bewerber einwandfrei sein muss, ist hingegen unklar.

10.000 Altenpfleger gesucht

Viele Alten- und Pflegeheime suchen verzweifelt geeignetes Personal. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt mehr als 10.000 Stellen für Altenpfleger und Altenpflegehelfer gemeldet - und das, obwohl rund 30.000 Menschen mit dieser Qualifikation arbeitslos gemeldet waren. Auch zahlreiche Lehrstellen in diesem Bereich sind noch nicht besetzt. Warum also sollten geeignete Langzeitarbeitslose sich nun für eine Hilfstätigkeit in der Betreuung von Demenzkranken bewerben, eine Ausbildung in diesem Bereich jedoch nicht in Erwägung ziehen?

Eikemeier hält diesen Ansatz für zu einfach. Oft sei es so, dass die arbeitslose Altenpflegerin beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern sitze, jedoch ein Pflegeheim in München verzweifelt Arbeitskräfte suche. Außerdem stünden nicht alle arbeitslos gemeldeten Altenpfleger dem Arbeitsmarkt auch tatsächlich zur Verfügung. Das nun geplante Projekt hingegen finde bundesweit statt.

Scharfe Kritik von Pflegevertretern

Pflegevertreter kritisierten die Pläne scharf. Der Umgang mit Demenzkranken, die im Verlauf der Krankheit auch aggressiv werden können, sei alles andere als einfach und erfordere viel Geduld und besondere Kenntnisse. "Demenz gleichzusetzen mit basteln, vorlesen und Spazierengehen, ist eine Unverschämtheit", sagte Helmut Wallrafen-Dreisow, Mitglied des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe, der "Süddeutschen Zeitung". Auch die Alltagsbetreuer müssten eine intensive Schulung absolvieren. "Die Pflegekasse will es immer möglichst billig haben, aber die Heime sollen weiterhin die hohen Qualitätsstandards erfüllen. Das passt nicht zusammen." Der Aktionismus der Behörden sei zynisch.

Hintergrund der BA-Pläne ist das neue Pflegegesetz. Demnach dürfen Heime künftig pro 25 Demenzkranke eine zusätzliche Kraft einstellen. Die Kosten dafür sollen die Pflegekassen übernehmen. Die Bundesregierung schätzt, dass dadurch 10.000 neue Stellen entstehen könnten.

tagesschau.de

Das ist arbeitsmarktpolitische Planwirtschaft im schlimmsten Sinn. Aber bei Demenzkranken kommt es ja nicht so drauf an - und bei Langzeitarbeitslosen auch nicht... Ob die lieber Alzheimerpatienten betreuen als Hartz IV zu beziehen, dürfte meist fraglich sein. In Zukunft sollten sie also darauf achten, nicht etwa einen Eindruck von Sensibilität zu erwecken...

Im 6. Bezirk















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Komme als Kind zu Gott

"Beginne und beende den Tag mit einem Gebet. Komme als Kind zu Gott. Wenn dir das Beten schwerfällt, kannst du sagen: „Komm, Heiliger Geist, führe mich, schütze mich, räume meinen Geist leer, damit ich beten kann.“ Oder wenn du zu Maria betest, kannst du sagen: „Maria, Mutter Gottes, sei mir jetzt Mutter, hilf mir beten.“

Wenn du betest, danke Gott für all seine Gaben, denn alles ist sein und ein Geschenk von ihm. Deine Seele ist ein Geschenk Gottes. Wenn du Christ bist, kannst du das Vaterunser sprechen, wenn du katholisch bist, das Vaterunser, das Gegrüßet seist du Maria, den Rosenkranz, das Glaubensbekenntnis – alle üblichen Gebete. Wenn du oder deine Familie einer anderen Religion angehör(s)t, bete dementsprechend.

Wenn du dem Herrn und der Kraft des Gebetes vertraust, wirst du alle Gefühle des Zweifels, der Angst und der Einsamkeit, die Menschen normalerweise verspüren, überwinden."

Sel. Teresa von Kalkutta ("Mutter Teresa")

Stadtbahnbögen bei Spittelau

Echte WienerInnen


"Jeder vierte Einwohner Wiens hat einen migrantischen Background – darunter mehrheitlich junge Menschen mit türkischen und ex-jugoslawischen Wurzeln."

Dieses Statement trifft wohl nur dann zu, wenn man nur die BewohnerInnen bis 40 oder so betrachtet. Wenn man alle in Wien lebenden Menschen einbezieht, dann haben sicher weit mehr als 50% zumindest in einer Linie Vorfahren außerhalb des heutigen Staatsgebiets.

Ich bin sicher, daß viel mehr WienerInnen als nur 25%, ihre Vorfahren im (heutigen) Ausland haben . Und "jung" sind sie wohl auch nicht mehrheitlich. Die Jungen fallen nur mehr auf ;-)

ALLE meine Großeltern sind nicht im heutigen Bundesgebiet geboren. Mein Vater und meine väterlichen Großeltern erhielten als letzte das Wiener Bürgerrecht, nämlich erst 1937, meine mütterlichen Urgroßeltern schon 1918.

Meine Eltern sind allerdings schon hier geboren (1919 bzw. 1923). Ich bin also ein Mitglied der 3. Generation und bin 56 Jahre alt. Und mein kleiner Großneffe stellt schon die 5. Generation dar.

Nur die Hälfte meiner Vorfahren war deutschsprachig, die andere Hälfte ist u.A. polnischer, serbischer und rumänischer Abstammung - echte Wiener eben ;-)

1890 waren allein 43% der WienerInnen im Königreich Böhmen und Mähren (heute Tschechische Republik) geboren. Wenn man nun die anderen österreichischen Völker wie Ungarn, Kroaten, Slowenen, Serben, Bosnier, Polen, Juden, Rumänen, Ruthenen, usw. berücksichtigt, dann waren 1890 sicher WEIT über 50% der WienerInnen nicht deutschsprachig bzw. nicht aus dem heutigen Staatsgebiet.

Alle diese Vorfahren der heutigen WienerInnen habe die Wiener Kultur und Sprache unverkennbar geprägt. Angeblich gibt es keine einzige Familie in Wien, deren gesamten Vorfahren seit mindestens 100 Jahren in Wien geboren wurden.

Möge das so bleiben ;-)

Beitrag der Userin catharina_thurnwald auf der Homepage des Stadtmagazins "biber mit scharf"

Freitag, 15. August 2008

U6 Gumpendorfer Straße

Nach Deutschland...

"Haben Sie überhaupt noch Kontakte nach Deutschland?"
"Meine Eltern leben dort, meine Kinder, einige Freunde natürlich. Und ich schreibe für die 'Werkstatt für Liturgie und Predigt'."

Aus dem Personalgespräch mit dem Superintendenten

Ausstattungsflut

Ein Erwachsener versucht, sich vorzustellen, wie sich ein Kind wohl eine Fantasiewelt vorstellt. Und ist dabei etwas unbeholfen. Was auch immer Karel Appel sich einst bei der Ausstattung vorgestellt hat, herausgekommen ist ein Overkill aus fahrenden Bergen, glotzenden Wulst-Figuren und fressenden Riesen-Blümchen aus Pappmaché. Eine grelle Ausstattungsflut.

Die Damen tragen Tirolerhüte, die Knaben sitzen im Flugzeug, den Mohr ziert indianischer Federschmuck. Die Bühne bewohnen und überschweben Tänzer, die aussehen wie verhuschte Küken und Mähne-peitschende Tiger-Wesen. Warum auch immer. Bloße Dekoration.

(...)

Dahinter steckt irgendwo die Regiearbeit von Pierre Audi. Sie nutzt den optischen Pomp, um ihr eigenes Nicht-Vorhandensein zu kaschieren.

Aus der Kritik der Wiederaufnahme der "Zauberflöte" in Salzburg im Kurier

Islam und Humor

Von wegen Islam und Humor passen nicht zusammen. Der Zentralrat der Muslime hat Kabarettisten jetzt aufgefordert, Witze über den Islam zu machen. Der Grund für die Empfindlichkeit mancher Muslime sei einfach fehlendes Wissen. Als Beweis startet der Zentralrat ein eigenes Comedy-Portal.

Kabarettisten sollen nach Ansicht des Zentralrates der Muslime in Deutschland sehr wohl Witze über den Islam machen. „Es geht darum, dass man den anderen auf negative, vielleicht auch lächerliche Umstände aufmerksam macht, die er tagtäglich lebt, ohne ihn dabei zu verletzen“, sagte Generalsekretär Aiman Mazyek der „Leipziger Volkszeitung“.

Der Kabarettist Bruno Jonas hatte vor kurzem erklärt, dass er nach den Konflikten um die dänischen Mohammed-Karikaturen Witze über den Islam meide. Mazyek sagte dazu: „Der Witz besteht doch darin, eine kritikwürdige Thematik offenzulegen.“

Er wolle nicht bestreiten, dass es unter Muslimen zu viel Empfindlichkeit und zu wenig Selbstironie gebe, sagte Mazyek weiter. Der Grund hierfür sei fehlendes Wissen über die eigene Humortradition. Deshalb habe der Zentralrat auf seinem Jugendportal „Waymo“ einen „Muslim Comedy Contest“ gestartet.

Gefunden in der WELT

Waymo versteht sich als die deutsch-islamische Alternative zu Youtube und MySpace.

Selbst ist der Mensch - Spiritueller Baukasten

Der Soziologe Ulrich Beck hält einen wachsenden Einfluss von Religion in der Gesellschaft für denkbar. Unter dem Eindruck von Verunsicherung könne Religiosität eine «Weltmachtposition» einnehmen, sagte der Sozialwissenschaftler der «Frankfurter Rundschau» (Freitagsausgabe). «Sie kann Milliarden Menschen bewegen.» Im Verlag der Weltreligionen ist von Beck kürzlich der Band «Der eigene Gott - Von der Friedensfähigkeit und dem Gewaltpotential der Religionen» erschienen.

Widerlegt sind nach Darstellung des Wissenschaftlers Annahmen über die fortschreitende Entchristlichung der Bevölkerung, wie sie lange von Gesellschaftswissenschaftlern vertreten wurden: «Sie gingen davon aus, dass sich das Problem Religion von selbst erledigt.» Als Ergebnis der Individualisierung würden Weltreligionen zu einem spirituellen Baukasten, äußerte Beck als Erwartung und fügte hinzu: «Individuen basteln ihr eigenes Religionsverständnis und ihren eigenen Gott zusammen.» Diese subjektive Religiosität stehe auch im Gegensatz zu der Abgrenzung, auf die Religionsgemeinschaften wie Kirchen bedacht seien.

Gefunden auf jesus.de