Sonntag, 25. Januar 2009

Jesus und die Antifaltencremewerbung

Kompaktkurs Mentaltraining (14): Gewünschtes loslassen und auf Realisierung vertrauen

Experte: Dr. Wolf Barth

Im Mentaltraining wird bewusst das geistige Gesetz von Ursache und Wirkung aktiviert. Alles Angestrebte und Gewünschte, das wir uns vorstellten und durch Worte verstärkten, ist schon geschehen, wenn wir an unsere Schöpfungskräfte glauben. Der Zweifel kann uns um den Erfolg der mentalen Arbeit bringen.

Ursachen bringen Wirkungen hervor

Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes Wort ist eine Ursache, die auch eine Wirkung hervorbringt. Der Glaube an dieses geistige Gesetz ist der Träger des Samens der Verwirklichung im Schöpfungsprozess. Das Ziel dieses Schrittes im Mentaltraining besteht darin, ein neues Glaubenssystem zu schaffen und dann das Beabsichtigte im tiefen Glauben an seine Schöpfungskraft und im Urvertrauen auf die Realisierung loszulassen.

Glaube kann Berge versetzen


Glaube ist die subjektive Vorstellung über Zusammenhänge, die sich direkter körperlicher und Verstandes-Erfahrung entzieht und die durch besondere Gründe gefestigt ist. Es geht ursprünglich beim Glaube darum, sich zu verlassen auf... bzw. seine Existenz an... zu binden. Glauben ist ein Bewusstseinsakt des Vertrauens; sich vom Geglaubten her leiten zu lassen (Ich glaube an...).

Dabei geht es nicht um den Gegenpol zum Wissen, sondern um Vertrauen in und Hingabe bzw. Übergabe des Lebens an.

Nach der Christen-Bibel belehrte uns Jesus: "
Es geschehe euch nach eurem Glauben."  (Mt 9,27-31) und "Dem Glaubenden ist alles möglich." (Mk 9,23). Oder er soll gesagt haben: "Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen." - und sofortige Heilung der Tochter dieser Frau geschah. "Wenn euer Glaube auch nur so groß wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein." Das wäre Urvertrauen in die eigenen göttlichen Schöpfungskräfte und in die Unterstützung durch die geistige Hierarchie bis zur Quelle allen Seins, d. h. Selbstvertrauen (Ich glaube an mich). Dieses Verständnis von Glaube bzw. Glauben ist völlig unabhängig von einem traditionellen Glaubenssystem großer Menschenmengen (Religion) oder einer menschlich-weltlichen Organisationen (Kirche).

Im Mentaltraining schöpfen wir selbst durch Glauben

Wir können jetzt davon ausgehen und dafür einen tiefen Glauben entwickeln, dass wir Menschen selbst als Mit-Schöpfer im Universum leben und dieselben Fähigkeiten wie Jesus Christus besitzen. Wenn wir aber, wie so viele Menschen auf der Erde, nicht an uns selbst und unser göttliches Erbe und unsere eigene Schöpfungskraft glauben können, dann lädt Jesus Christus uns in völliger kosmischer Liebe und in tiefem Mitgefühl ein, an ihn als Sohn Gottes zu glauben, damit wir lernen, an uns zu glauben. Denn wir sind nicht getrennt.

Jesus soll gesagt haben: "
Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. (...) Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun." (Joh 14,12)

Es ist bereits geschehen.

Der Glaube befähigt uns, zu visualisieren. Der Glaube verstärkt sich durch Affirmationen. Aus den wiederholten Visualisierungen und Affirmationen im Mentaltraining formen sich die unbewussten geistigen Prozesse, die mein neues Glaubens-System ausmachen. Wir entwickeln dabei die Vorstellung, dass wir bereits das Angestrebte erhalten haben, dass es bereits (in der geistigen Sphäre) fertig ist: 

Glauben und Vertrauen, dass die Sache oder Erfahrung bereits real ist, in unserem Besitz ist. Der Glaube und das tiefe Wissen um seine Realisierung durch das kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung zwingen den Gedanken in die Existenz.
Deshalb können wir an einem bestimmten Punkt des Mentaltrainings mit dem Visualisieren und Affirmieren aufhören und im Vertrauen loslassen.

"
Wer um etwas bittet, der soll daran glauben,
dass er es schon erhalten hat und es wird ihm zuteil werden.
" (Bibel)

Glaube an das, was noch nicht ist, damit es werde.
  • Wenn wir auch nur den geringsten Zweifel haben, werden die Materialisierungen sich verzögern oder gar zunichte gemacht.
  • Wenn wir unbedingt das WIE bzw. den WEG der Verwirklichung wissen wollen (Wie soll denn das gehen?), dann kann das die Manifestierung der Absichten und Wünsche einschränken.
"Wo Glaube ist, ist Hoffnung, und wo Hoffnung ist, geschehen Wunder."
(Werbespruch für eine Gesichtscreme gegen Falten)

Gefunden auf der website des VNR Verlags für die deutsche Wirtschaft AG

So ist das also mit dem Glauben: Er ist nichts als eine mentale Technik. Ist das Esoterik? Zumindest ist das eine nicht-religiöse Auslegung des Glaubensbegriffes, die bei vielen Menschen heute sehr verbreitet ist: Glaube an deine Ziele, so wirst du sie erreichen. Sei überzeugt von dir selbst, und der Erfolg wird sich einstellen. Du suchst einen Parkplatz in einer belebten Großstadtgegend? Visualisiere ihn einfach, glaube an dich und die Macht deines Glaubens - und du wirst ihn finden.

Funktioniert das Leben wirklich so? Oder bin ich nur zu sehr von Zweifeln angekränkelt, um das begreifen zu können?

Die "Christen-Bibel" muss jedenfalls für vieles herhalten. Und wenn Jesusworte in direktem Zusammenhang mit Werbesprüchen für Antifaltencremes erscheinen, macht mich das irgendwie doch misstrauisch.

U-Bahn Währinger Straße

Samstag, 24. Januar 2009

Darf man Magersucht predigen?


Pro-Ana-Web-Seite, Selbstbildnisse Magersüchtiger: "Glaubensbekenntnisse" und Handlungsanweisungen

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat erstmals ein Privatblog auf den Index gesetzt. Betroffen ist "Anna-Hanna-Blogspot", in dem sich eine minderjährige Autorin mit ihrer Magersucht Anorexia Nervosa auseinandersetzt. Laut BPjM gehört die Autorin zur "Pro-Ana"-Szene und verherrlichte die Krankheit in Gedichten, "Glaubensbekenntnissen", Handlungsanweisungen und "Motivationsverträgen", so die Prüfstelle in ihrer Entscheidung. "Gefährdungsgeneigte Jugendliche oder heranwachsende Betroffene fühlen sich auf Pro-Ana-Seiten verstanden und ermutigt, weiter an der Essstörung festzuhalten." Blog-Hoster Google hat das Angebot bereits aus dem Netz genommen - eine Zugangsbeschränkung für Minderjährige hätte genügt. Beim Lawblog hat die Sperrung derweil eine Diskussion um Netz-Zensur und Präzedenzwirkung entfacht: Wird Minderjährigen - und damit praktisch allen Nutzern - bald auch der Zugriff auf andere kritische und ungemütliche Internet-Beiträge durch Altersverifikations-Systeme gesperrt? Ein Kommentator fragt hintergründig: "Wann werden denn Modellwettbewerbe zensiert?"

Spreeblicker Johnny Haeusler dagegen bricht eine Lanze für die Prüfstelle - man müsse sich den digitalen Herausforderungen anders stellen "als durch reflexhafte 'Zensur!'-Statements". In den Kommentaren fordern dann einige aber wieder ein Recht aufs Zu-Tode-Hungern.

spiegel.de

Verständlich, diese Maßnahme der Bundesprüfstelle, einerseits. Andererseits ist der Gedanke doch nicht abwegig, dass das ehemals so freie Internet immer stärker der Zensur unterworfen wird, und das nicht nur in Ländern wie China. 

Wie weit darf der Staat gehen, um seine Bürger vor sich selbst zu schützen? In der Frühen Neuzeit gab es in manchen Territorien Erlasse, die die Ausgaben bei Taufen und Hochzeiten begrenzten, um die Menschen vor Verarmung zu schützen. In diesem Sinne müsste man sich heute fragen, ob nicht das Lotteriewesen und jegliches Glücksspiel ebenso begrenzt und scharf beobachtet werden sollten, aber daran verdienen die Staaten ja gut und gerne mit. Die Vorsorge des Staates geht weit. Die Raucher bekommen es zu spüren, trinken darf man vorläufig noch. Extremsportarten mit hoher Verletzungsgefahr gehören sicher auf den Index. (Vor Jahren war das schon einmal ein vorgeschlagenes Erörterungsthema für die Abschlussklausuren an hessischen Berufsfachschulen: Sollten die Krankenkassen auch in Zukunft für die Folgen von Sportunfällen aufkommen?) Das ungesunde Leben fängt aber eigentlich schon beim Autofahren und beim Einkaufen an. Im Grunde ist der ganze Kapitalismus gesundheitsschädlich. Oder er fördert zumindest die menschlichen Selbstzerstörungsimpulse. Wenn es dem Staat gelänge, die Menschen ganz und gar umzuerziehen und alle Selbstzerstörungsimpulse auszuschalten, was bliebe dann übrig? Ein Märchenland, ein großer Kibbuz, oder doch eine Art Arbeitslager?  

Bedrohliche Teme

Überall um uns herum vermehren sich Techno-Meme und bereiten sich darauf vor, die Kontrolle zu übernehmen. Sie selbst wissen es nicht, denn sie sind einfach egoistische Replikatoren, und sie tun, was alle egoistischen Replikatoren tun: Sie lassen sich kopieren, wo immer und wann immer es geht, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.

Im aktuellen Fall verwenden sie uns als menschliche Mem-Maschine für die erste Stufe ihres Kopiervorgangs, bis etwas Besseres auftaucht. Künstliche Mem-Maschinen werden ständig besser, und der Schritt, der alles verändern wird, wird darin bestehen, dass diese Maschinen selbstreplizierend werden. In diesem Augenblick werden sie uns nicht mehr benötigen. Ob wir leben oder sterben, ob der Planet für uns bewohnbar ist oder nicht - all das wird für ihre weitere Evolution ohne Belang sein.

Ich stelle mir unseren Planeten gerne als einen unter einer Million oder einer Billion möglicher Planeten vor, auf denen die Evolution anfängt. Notwendig ist dazu etwas (ein Replikator), das sich mit gewissen Variationen kopieren lässt, sowie ein Selektionsvorgang. Darwin hat erkannt, dass, wenn mehr Kopien erstellt werden als überleben können, die Überlebenden diejenigen Merkmale an die nächste zu kopierende Generation weitergeben werden, dank derer sie durchgekommen sind. So entstehen alle Gebilde im gesamten Universum.

Nachahmung ist eine Art des Kopierens. Die Affen kopierten Bewegungsabläufe und Töne und erzeugten neue Variationen und Kombinationen alter Bewegungsabläufe und Töne. Und so setzten sie einen neuen Replikator frei: das Mem. Nach wenigen Millionen Jahren hatten sich die ursprünglichen Affen vollkommen verwandelt: Sie entwickelten ein riesiges Gehirn und geschickte Hände, und ihre Kehle und ihr Brustkorb waren umgemodelt, so dass sie Töne und Bewegungsabläufe genauer kopieren konnten. Aus ihnen waren Mem-Maschinen geworden.

Wir wissen nicht, ob es irgendwo draußen im Universum weitere Planeten mit zwei Replikatoren gibt, denn deren Bewohner könnten uns das gar nicht mitteilen. Was wir jedoch wissen, ist, dass unser Planet zurzeit die Geburtsstunde eines dritten Replikators erlebt – ein Schritt, der eine interplanetarische Kommunikation ermöglichen würde.

Der Vorgang hat langsam begonnen und wurde dann, wie bei evolutionären Prozessen so oft der Fall, immer schneller. In Lehm gekratzte Zeichen hielten verbale Meme fest und ermöglichten es mehr Menschen, sie zu sehen und zu kopieren. Die Drucktechnik brachte eine höhere Kopiergüte und mehr Kopien mit sich. Dank Eisenbahn und Straßennetz konnten die Kopien immer weiter verteilt werden, und Menschen auf dem ganzen Planeten forderten sie lautstark. Computer erhöhten sowohl die Anzahl der Kopien als auch deren Güte. Normalerweise wird dieser Vorgang als Errungenschaft des menschlichen Erfindergeistes gesehen, aus dem wunderbare Technologien hervorgehen, die dem Wohl der Menschheit dienen, und bei dem wir die Kontrolle haben. Das ist eine erschreckend anthropozentrische Sichtweise dessen, was da vor sich geht.

Sehen Sie es einmal so: Druckerpressen, Schienennetze, Telefone und Fotokopierer gehören zu den frühen künstlichen Mem-Maschinen; sie haben aber lediglich einen oder zwei der drei Schritte im Algorithmus der Evolution durchgeführt. Bücher speichern beispielsweise Meme, und Druckerpressen kopieren sie, aber der Mensch übernimmt weiterhin die Variation (das heißt, er schreibt Bücher, indem er die Wörter auf neue Weise zusammenstellt) und die Selektion (indem er entscheidet, welche Bücher er kauft, liest oder nachdruckt). Mobiltelefone speichern Meme und übertragen sie über weite Entfernungen, aber der Mensch variiert und selektiert weiterhin die Meme.

Auch im Internet findet die Selektion weiterhin überwiegend durch den Menschen statt, doch das ändert sich rapide. Wir altmodischen, schlabberigen, lebendigen Mem-Maschinen werden von Memen überschwemmt und überlassen es daher munter Suchmaschinen und anderen Softwareanwendungen, auch noch den letzten Vorgang, die Selektion, zu übernehmen.

Haben wir ungewollt einen dritten Replikator freigesetzt, der auf menschlichen Memen huckepack reitet? Ich glaube ja. Die Informationen, die diese Maschinen kopieren, sind nicht menschliche Sprache oder Bewegungsabläufe. Es sind digitale Informationen, die um den verfügbaren Platz in riesigen Servern und elektronischen Netzwerken konkurrieren, wobei sie durch elektronische Prozesse mit extrem hoher Güte kopiert werden. Wenn erst einmal alle drei Vorgänge – Kopieren, Variation und Selektion – von diesen Maschinen durchgeführt werden, wird meiner Meinung nach tatsächlich ein neuer Replikator entstanden sein. Wir könnten diese Replikatoren der dritten Ebene als "Teme" (technische Meme) oder "Treme" (tertiäre Meme) bezeichnen. Egal wie wir sie nennen, sie und ihre Kopiermaschinen sind nun da. Wir dachten, wir hätten schlaue Werkzeuge erfunden, die unserem eigenen Vorteil dienen, doch in Wirklichkeit haben uns blinde, unaufhaltsame evolutionäre Prozesse ausgenutzt, als Sprungbrett zur nächsten Ebene der Evolution.

Als sich Meme parallel zu den Genen entwickelten, verwandelten sie Gen-Maschinen in Mem-Maschinen. Nun verwandeln uns Teme in Tem-Maschinen. Viele Menschen verbringen den ganzen Tag damit, Teme zu kopieren und zu übermitteln. Kinder lernen in sehr jungen Jahren das Lesen – einen völlig unnatürlichen Vorgang, an den wir uns einfach gewöhnt haben – und die Menschen fangen nun an, Medikamente zur Steigerung des Denkvermögens und zur Senkung des Schlafbedarfs zu akzeptieren, und sogar elektronische Implantate, um ihre Fähigkeiten im Umgang mit Temen zu verbessern. Wir glauben weiterhin, wir hätten die Kontrolle, aber aus Sicht der Teme sind wir lediglich willige Gehilfen in ihrer Evolution.

Wie sieht also der Schritt aus, der alles verändern wird? Im Augenblick benötigen uns Teme noch, um ihre Maschinen zu bauen und um die Kraftwerke zu betreiben, so wie Gene den menschlichen Körper benötigen, um sie zu kopieren und ihnen Energie zu liefern. Aber wir Menschen sind zerbrechliche, beschränkte Kopiermaschinen von minderer Qualität, und wir benötigen einen gesunden Planeten mit den richtigen Klimabedingungen und den richtigen Nahrungsmitteln, um überleben zu können. Der nächste Schritt besteht darin, dass die Maschinen, von denen wir dachten, wir hätten sie erschaffen, sich selbst replizieren können. Das mag erst mit der Nanotechnologie geschehen, oder es kann dadurch passieren, dass Server und große Tem-Maschinen ihre eigene Energieversorgung erhalten und die Fähigkeit, sich selber zu reparieren.

Wir wären dann entbehrlich. Damit würde sich wirklich alles verändern.


Susan Blackmore (Artikel aus spiegel.de)

Susan Blackmore ist freie Schriftstellerin, Lektorin und Rundfunksprecherin, außerdem lehrt sie als Gastdozentin an der University of the West of England in Bristol. Sie forscht vor allem auf dem Gebiet der Meme und der Memetik, der Evolutionstheorie, des Bewusstseins und der Meditation. Blackmore hat zahlreiche Bücher verfasst, darunter "Die Macht der Meme oder die Evolution von Kultur und Geist" und jüngst "Gespräche über Bewusstsein".

Birken, Sehnsuchtsbäume

Und immer wieder, wenn ich Birken sehe, fällt mir Peters Steins berühmte Inszenierung von Gorkis "Sommergästen" an der Berliner Schaubühne ein, in der auf der Bühne lauter (echte) Birken standen. Wann habe ich das gesehen? 1975 wahrscheinlich. Ein starker, bleibender Eindruck.

Ein winterlicher Sonnentag

Vom Wiener Regen

Ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, den ich in Wien nicht brauche, ist der Regenschirm. Nicht, dass es etwa nie regnete. Aber bei leichtem Nieselregen genügt durchaus mein breitkrempiger Hut; und wenn es heftiger regnet, ist das in aller Regel mit so starkem Wind verbunden, dass ein Schirm nur Probleme schaffen würde, dann hilft nur noch eine Regenjacke mit Kapuze.

Zwischen den Stramplern

Oft fragt man sich, was man jungen Eltern zur Geburt des Nachwuchses schenken soll? Na, ist doch gar nicht so schwer. Schenken Sie ein Horoskop von Astroportal.com.

Ein Horoskop als Geschenk für einen neuen Erdenbürger. Damit werden Sie, soviel ist sicher, sehr viel Freude bereiten. Der Vorgang ist ganz einfach. Sie müssen nur die Geburt des Babys abwarten und begeben sich dann mit den Daten über dessen genauen Geburtsort, die exakte Zeit sowie natürlich dem Tag, zum Astrologen Ihrer Wahl.

Der benötigt zwar dann etwas Zeit, weil ein von einem Astrologen erstelltes Horoskop eine sehr aufwändige Angelegenheit ist, aber seien Sie sicher, es lohnt sich. Ein solches Horoskop, es wird auch als Geburtshoroskop bezeichnet, liest aus der Sternenkonstellation am angegebenen Tag und zum angegebenen Zeitpunkt, Dinge wie die zu erwartenden Charaktereigenschaften des Kindes sowie seinen Werdegang und öffnet ein kleines Fenster in dessen Zukunft.

Welche Eltern möchten nicht einen derartigen Blick auf die künftige Entwicklung Ihres Nachwuchses werfen können? Vor allem der Blick auf die charakterliche Entwicklung des Kindes ist äußerst spannend. Geht doch die moderne Astrologie davon aus, dass sich das Kind den zu ihm passenden Geburtszeitpunkt selbst auswählt. 

Wie dem auch sei – mit einem Horoskop liegen Sie bestimmt richtig. Einerseits können Sie sicher sein, dass Ihr Geschenk sehr lange Freude macht, da man immer mal wieder, auch nach Jahren, einen Blick in das Horoskop werfen wird. Andererseits können Sie davon ausgehen, dass Sie mit einem Horoskop zwischen all den Stramplern, Bodys und Babyhäubchen wirklich auffallen werden.


Werbung im Internet

Feuchte oder Glätte?

Warum eigentlich gerade Bielefeld?

Einige deutsche Schrottplätze bieten als Freizeitvergnügen die Möglichkeit, auf ausgediente Kraftfahrzeuge mit dem Hammer loszugehen.

Die Abwrackprämie der Bundesregierung ist mit derlei Firlefanz natürlich nicht vergleichbar. Immerhin soll durch die Vernichtung neun Jahre alter Autos die Wirtschaft angekurbelt werden. Auch hier gibt es reichhaltig Erfahrung. Im bisher größten Abwrackprogramm der deutschen Geschichte wurde zwischen 1939 und 1945 ein großer Teil des Bestands an Fahrzeugen, Häusern und anderen Gegenständen erfolgreich entsorgt - damals noch ohne Prämie.

Der ökonomische Effekt lässt sich im Nachhinein zwar als Erfolg lesen. Die unangenehmen Begleiterscheinungen allerdings gilt es diesmal zu vermeiden. Ziel muss daher eine geordnete Abwrackung des Altbestands sein, wie sie am Palast der Republik und dem TV-Entertainer Harald Schmidt bereits beispielhaft vollzogen wird (beide älter als neun Jahre).

Als weitere Objekte eignen sich: der Gesamtbestand deutscher Gartenzwerge, Monopoly-Spiele sowie die Stadt Bielefeld.


Financial Times Deutschland 19. 01. 2009

Es ist und bleibt mir rätselhaft, wieso gerade Bielefeld einen solchen schlechten Ruf unter den deutschen Städten erlangen konnte. Natürlich ist es eine nach den Kriegszerstörungen ausgesprochen lieblos wieder aufgebaute und höchst langweilige Verwaltungsstadt ohne besondere Sensationen. Aber als mögliche Objekte geplanter Zerstörung würden sich sicher auch noch Dutzende anderer deutscher Städte empfehlen.