One opera per day...
Montag, 8. Juni 2009
Um's Eck in Niederösterreich
Zu einem ungewöhnlichen Einsatz musste die Polizei Mittwochnachmittag ins Klosterneuburger Freizeitzentrum Happyland ausrücken: Drei Männer waren in der Sauna aneinander geraten und mussten von den Beamten getrennt werden.
Ausgangspunkt war eine Auseinandersetzung um einen Aufguss, den einer der Beteiligten offenbar früher als in der Badeordnung vorgesehen ausführte. Der vorerst verbale Streit wurde heftiger; die nackten Männer begannen mit Fäusten aufeinander loszugehen. Einer der Kontrahenten fiel dabei auf den Saunaofen und zog sich Verbrennungen an den Armen zu.
Damit war der Raufhandel aber nicht zu Ende. Zwei der Streithanseln, darunter der Verletzte, "bewaffneten" sich mit dem hölzernen Saunalöffel und einer Kopfstütze und schlugen vor der Sauna-Kabine weiter aufeinander ein, bis sie schließlich von Polizisten getrennt wurden.
kurier.at
Menschen... Die Steinzeit war doch erst neulich.
Ausgangspunkt war eine Auseinandersetzung um einen Aufguss, den einer der Beteiligten offenbar früher als in der Badeordnung vorgesehen ausführte. Der vorerst verbale Streit wurde heftiger; die nackten Männer begannen mit Fäusten aufeinander loszugehen. Einer der Kontrahenten fiel dabei auf den Saunaofen und zog sich Verbrennungen an den Armen zu.
Damit war der Raufhandel aber nicht zu Ende. Zwei der Streithanseln, darunter der Verletzte, "bewaffneten" sich mit dem hölzernen Saunalöffel und einer Kopfstütze und schlugen vor der Sauna-Kabine weiter aufeinander ein, bis sie schließlich von Polizisten getrennt wurden.
kurier.at
Menschen... Die Steinzeit war doch erst neulich.
Und sogar die Uhr geht wieder
Bei aller Wiener Mentalität - manches funktioniert erstaunlich gut. Bis zur Konfirmation sollte der Turm vom Gerüst befreit sein - und so kam es. Und am Nachmittag vor der Konfirmation erschienen tatsächlich die Mitarbeiter der für öffentliche Uhren zuständigen Magistratsabteilung und setzten die Turmuhr wieder in Gang.
Gewagte Ideen (hier: römisch-katholisch)
Unter dem Titel „Den Glauben weitertragen" hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken eine bundesweite Initiative gegen sinkende Taufzahlen gestartet. Willkommengeschenke wie Neugeborenentasche und Glaubensrucksack sollen Erwachsene bei ihrem Weg in die Kirche unterstützen. Sie sollen eine Brücke bilden, um auf junge Eltern zuzugehen, ihnen zur Geburt ihres Kindes zu gratulieren und auf die Taufe hinzuweisen.
zenit.org
Der Glaubensrucksack ist eher für erwachsene Täuflinge gedacht.
Ist das eine hübsche Idee? Eine Tasche für das Baby, auf der steht "Den Glauben weitertragen"? Ist das nicht eine Diskriminierung der Kinderlosen? Können die den Glauben nicht weitertragen? Außerdem ist die Symbolik für mich schief: Getragen wird doch zunächst einmal das Kind, nicht der Glaube. Passender wäre dann doch ein Aufdruck wie: "Wir haben ein Kind bekommen und so unseren Beitrag zur Zukunft der Kirche geleistet."
Und ein Rucksack als Geschenk für Taufbewerber signalisiert für mich eher, dass der Glaube eine Art Last ist, die man nun auch noch mit sich herumschleppt; sicher auch eine Art Verpflegung oder Werkzeug, aber den Glaubensrucksack trägt man auch noch mit sich, er vermehrt das Marschgepäck des Lebens. Und so ist es doch nun wirklich nicht.
zenit.org
Der Glaubensrucksack ist eher für erwachsene Täuflinge gedacht.
Ist das eine hübsche Idee? Eine Tasche für das Baby, auf der steht "Den Glauben weitertragen"? Ist das nicht eine Diskriminierung der Kinderlosen? Können die den Glauben nicht weitertragen? Außerdem ist die Symbolik für mich schief: Getragen wird doch zunächst einmal das Kind, nicht der Glaube. Passender wäre dann doch ein Aufdruck wie: "Wir haben ein Kind bekommen und so unseren Beitrag zur Zukunft der Kirche geleistet."
Und ein Rucksack als Geschenk für Taufbewerber signalisiert für mich eher, dass der Glaube eine Art Last ist, die man nun auch noch mit sich herumschleppt; sicher auch eine Art Verpflegung oder Werkzeug, aber den Glaubensrucksack trägt man auch noch mit sich, er vermehrt das Marschgepäck des Lebens. Und so ist es doch nun wirklich nicht.
Sonntag, 7. Juni 2009
Zum Lächeln
Schleppend und uninspiriert inszenierte Gruselgeschichte; ein zähes Potpourri aus Grusel, Aberglauben und vermeintlicher Exotik, das weitgehend auf Krassheiten verzichtet." (Lexikon des Internationalen Films). Gemeint ist der Film "Wolfsmond", der heute nacht auf 3SAT läuft. Auch renommierte Sender zeigen manchmal schwache Filme, irgendwie ist das ein trostreicher Gedanke. Also lieber früher schlafen gehen...
Materialismus und Idealismus bei Demokrit
Für Demokrit (460 – 371 v.u.Z.) gab es keine Zweckursachen, es herrschte allein die mechanische Kausalität. Die Materie bestand für ihn aus Atomen – letzten Einheiten, die unteilbar, qualitätslos und empfindungslos sind und sich nur durch Größe, Form, Anordnung und Lage unterscheiden. Damit reduzierte Demokrit alle qualitativen Unterschiede auf rein quantitative. Für ihn waren die Atome jedoch materielle Körper (daher dürfen wir Demokrit getrost als Materialist bezeichnen), wie er zu den heutigen Erkenntnissen stehen würde, die Atome eher als bloßes Energiezentrum sehen, muß dahingestellt bleiben.
Seine Theorie der Sinneswahrnehmung und Empfindung basiert dementsprechend auf seiner Atomtheorie. Ihm zufolge „gibt es das Süße und das Bittere, das Warme und das Kalte und die Farbe nur unserer Meinung nach, denn in Wahrheit gibt es nur die Atome und den leeren Raum.“ Selbst die Seele bestand für ihn aus Atomen, die er Feueratome nannte.
Interessanterweise entwickelte er trotzdem eine idealistische Ethik – oder vielleicht auch gerade deshalb – da als Konsequenz natürlich alles beim Menschen selbst liegt: ob er Recht oder Unrecht tut, wie seine Gesinnung ist, inwieweit er bereit ist, sich zu bilden usw…
Egon Friedell macht darauf aufmerksam, daß Demokrit zwar ein Materialist war, jedoch ein theoretischer, kein praktischer, und das dieser Materialismus auch nicht mit Realismus gleichgesetzt werden darf; denn Demokrits einzig akzeptierte Realitäten, die Atome und der leere Raum, sind ja überhaupt nicht wahrnehmbar. So sagte Demokrit: „Das Ichts (die Atomwelt) ist um nichts existenter als das Nichts (der leere Raum).“ Anders ausgedrückt, Demokrit lehnte es ab, an die Erscheinungswelt der Realität zu glauben. Darum war er auch Anti-Empirist (für einen Materialisten bemerkenswert). Er betonte nämlich, daß echte Erkenntnis niemals durch die irreführenden, von der Wahrheit ablenkenden Sinneseindrücke, sondern nur durch das Denken möglich sei. Zusammenfassend folge ich Friedell, der darauf hinweist, daß die Atome Ideen seien, und die Weltkonzeption, auf der die exakte Wissenschaft fußt, auf rein spekulativem Wege gefunden worden ist - was für eine köstliche Ironie!
Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist die demokritische Physik nicht weniger Metaphysik als die platonische und aristotelische, und die idealistische Ethik widerspricht gar nicht mal so sehr der von Platon. Umso pikanter ist die Tasache zu werten, daß Platon Demokrit niemals auch nur erwähnt. Die gern vorgenommene Gegenüberstellung von Idealismus und Materialismus ist also zumindest in Bezug auf Demokrit und Platon als äußerst fragwürdig zu werten.
Frank Dreyer
Seine Theorie der Sinneswahrnehmung und Empfindung basiert dementsprechend auf seiner Atomtheorie. Ihm zufolge „gibt es das Süße und das Bittere, das Warme und das Kalte und die Farbe nur unserer Meinung nach, denn in Wahrheit gibt es nur die Atome und den leeren Raum.“ Selbst die Seele bestand für ihn aus Atomen, die er Feueratome nannte.
Interessanterweise entwickelte er trotzdem eine idealistische Ethik – oder vielleicht auch gerade deshalb – da als Konsequenz natürlich alles beim Menschen selbst liegt: ob er Recht oder Unrecht tut, wie seine Gesinnung ist, inwieweit er bereit ist, sich zu bilden usw…
Egon Friedell macht darauf aufmerksam, daß Demokrit zwar ein Materialist war, jedoch ein theoretischer, kein praktischer, und das dieser Materialismus auch nicht mit Realismus gleichgesetzt werden darf; denn Demokrits einzig akzeptierte Realitäten, die Atome und der leere Raum, sind ja überhaupt nicht wahrnehmbar. So sagte Demokrit: „Das Ichts (die Atomwelt) ist um nichts existenter als das Nichts (der leere Raum).“ Anders ausgedrückt, Demokrit lehnte es ab, an die Erscheinungswelt der Realität zu glauben. Darum war er auch Anti-Empirist (für einen Materialisten bemerkenswert). Er betonte nämlich, daß echte Erkenntnis niemals durch die irreführenden, von der Wahrheit ablenkenden Sinneseindrücke, sondern nur durch das Denken möglich sei. Zusammenfassend folge ich Friedell, der darauf hinweist, daß die Atome Ideen seien, und die Weltkonzeption, auf der die exakte Wissenschaft fußt, auf rein spekulativem Wege gefunden worden ist - was für eine köstliche Ironie!
Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist die demokritische Physik nicht weniger Metaphysik als die platonische und aristotelische, und die idealistische Ethik widerspricht gar nicht mal so sehr der von Platon. Umso pikanter ist die Tasache zu werten, daß Platon Demokrit niemals auch nur erwähnt. Die gern vorgenommene Gegenüberstellung von Idealismus und Materialismus ist also zumindest in Bezug auf Demokrit und Platon als äußerst fragwürdig zu werten.
Frank Dreyer
Lärm oder Leben?
Manchmal gibt es Nachrichten, bei denen unwillkürlich der Blick zum Kalender wandert, aber es deutlich schon Juni - und keineswegs der 1. April:
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee will laut "Bild"-Zeitung Kindertagesstätten grundsätzlich auch in reinen Wohngebieten erlauben. Er plant dem Bericht zufolge eine entsprechende Änderung der Baunutzungsverordnung. Damit reagiert der Sozialdemokrat auf mehrere Gerichtsurteile, nach denen Kitas in Wohngebieten wegen zu hoher Lärmbelästigung der Anwohner schließen mussten oder gar nicht erst öffnen durften. Die Kläger beriefen sich auf die Technische Anleitung (TA) zum Schutz gegen Lärm.
Tiefensee sagte dem Blatt: "Wenn Kinder jubeln oder sich zanken, ist das Leben und kein Lärm."
Der Ausbau der Kinderbetreuung ist unbedingt gewollt. Die Große Koalition hat beschlossen, dass bis zum Jahr 2013 die Krippen- und Tagespflegeplätze für Kinder unter drei Jahren auf 750.000 verdreifacht werden sollen. Doch in mehreren Fällen sind die Planungen von neuen Kitas an Lärmschutzverordnungen oder dem Baurecht gescheitert.
Zuletzt hatte es im Herbst vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen wegen einer Kita im feinen Hamburger Stadtteil Othmarschen gegeben. Hier hatten Nachbarn gegen den Bau einer Kita geklagt, nachdem sie sich mit den Betreibern nicht auf Einschränkungen hatte einigen können. Sie erhielten Recht. Statt der ursprünglich für 60 Kinder geplanten Kita dürfen dort derzeit nur zehn Kinder betreut werden.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee will laut "Bild"-Zeitung Kindertagesstätten grundsätzlich auch in reinen Wohngebieten erlauben. Er plant dem Bericht zufolge eine entsprechende Änderung der Baunutzungsverordnung. Damit reagiert der Sozialdemokrat auf mehrere Gerichtsurteile, nach denen Kitas in Wohngebieten wegen zu hoher Lärmbelästigung der Anwohner schließen mussten oder gar nicht erst öffnen durften. Die Kläger beriefen sich auf die Technische Anleitung (TA) zum Schutz gegen Lärm.
Tiefensee sagte dem Blatt: "Wenn Kinder jubeln oder sich zanken, ist das Leben und kein Lärm."
Der Ausbau der Kinderbetreuung ist unbedingt gewollt. Die Große Koalition hat beschlossen, dass bis zum Jahr 2013 die Krippen- und Tagespflegeplätze für Kinder unter drei Jahren auf 750.000 verdreifacht werden sollen. Doch in mehreren Fällen sind die Planungen von neuen Kitas an Lärmschutzverordnungen oder dem Baurecht gescheitert.
Zuletzt hatte es im Herbst vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen wegen einer Kita im feinen Hamburger Stadtteil Othmarschen gegeben. Hier hatten Nachbarn gegen den Bau einer Kita geklagt, nachdem sie sich mit den Betreibern nicht auf Einschränkungen hatte einigen können. Sie erhielten Recht. Statt der ursprünglich für 60 Kinder geplanten Kita dürfen dort derzeit nur zehn Kinder betreut werden.
In Deutschland streiken die Erzieherinnen seit Wochen für deutliche Gehaltserhöhungen. Eines ihrer Hauptargumente ist die Lärmbelastung in den Kindertagesstätten. Aber Lärm ist eben nicht mur eine Frage von Dezibel, sondern auch von political correctness. Und aus Gründen der Rentenvorsorge sind Kinder politisch gewollt. Wer will da von Lärm sprechen? Man kann sich ja auch Watte in die Ohren stopfen oder Kopfhörer aufsetzen. Deren exzessiver Gebrauch führt auf die Dauer eh in die Schwerhörigkeit. Mindestens.
