Manchmal ist alles zu dicht: Gemeindeausflug, Lange Nacht der Kirchen, Beginn der Maturaprüfungen. Und dann die Ereignisse des gestrigen Tages, schnell wechselnde Eindrücke, die einander rasch überlagern.
Nun aber doch ein paar Nachgedanken zur Langen Nacht der Kirchen. Nach dem Vorbild der „Nacht der Museen“ im Oktober hat dieses Großereignis heuer schon zum vierten Mal stattgefunden, erstmals nicht nur in Wien, sondern auch in anderen österreichischen Städten.
Unsere Gemeinde war von Anfang an dabei. In den letzten Jahren war es immer deutlicher geworden, dass das Besucherinteresse sich konzentriert auf die Kirchen in der Inneren Stadt, zumindest innerhalb des Gürtels. So gesehen, liegt Währing, liegt die Lutherkirche schon im „Außenbereich“. Die katholischen Gemeinden im 18.Bezirk hatten dieses Mal - mit einer Ausnahme – auf eine eigene Teilnahme verzichtet, aber allzu viele Katholiken aus den Nachbarpfarren haben sich nicht zu uns verirrt, und zufällige „Laufkundschaft“ kommt bei uns eben kaum.
Trotzdem waren im Laufe dieses langen Abends insgesamt einige hundert Besucher da, und ich fand es insgesamt ein sehr gelungenes Event. Herausragend (nicht nur von der Besucheranzahl) das Kinderprogramm am frühen Abend: „Noah, wir haben die Fische vergessen“, in Kooperation mit der Lutherschule und der evangelischen J.S.Bach-Musikschule. Der freche Titel trug uns sogar Erwähnung (und Überschrift) in der Kurier-Beilage ein und bescherte uns einen Vorbericht bei Radio Stephansdom.
Recht schwach besucht waren die verschiedenen musikalischen Darbietungen, hier wird in Zukunft Beschränkung angebracht sein. Zur Kirchenführung nach 22 Uhr füllte sich die Kirche wieder mehr. Offenbar waren auch viele unserer eigenen Gemeindeglieder zunächst in anderen Kirchen gewesen und beschlossen den Abend dann in der Lutherkirche.
Die Japanische Evangelische Gemeinde, die bei uns seit einigen Jahren zu Gast ist, stellte sich vor mit einer liebevoll gestalteten Präsentation und musikalischen Kostproben; die Einführung in die Ausstellung „anhalten – innehalten – erinnern“ von Karin Eibner war auch nur schwach besucht, aber ich hatte es auch kaum anders erwartet; ein Vortrag unseres Presbyters Ernst Berger nahm die Besucher mit auf Spurensuche nach der (einstmals – bis zur Gegenreformation - glorreichen) Geschichte der Evangelischen in Hernals: Es war ein bunter Strauß. Insgesamt war das Problem zu dicht gestrickt, künftig sollte man Umbaupausen (und Stillephasen) von vornherein mit einbauen.
Natürlich ist das alles auch viel Arbeit, aber gerade als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Gemeindegruppen ist das für den inneren Zusammenhalt der Gemeinde von hohem Wert. Zudem gibt es in der Lutherkirche im ganzen Jahr sonst nur vier echte Abend- oder Nachtgottesdienste (an Heiligabend, Silvester, Gründonnerstag und Karfreitag), dazueinige Konzerte. Die Lutherkirche bei Nacht zu erleben, ist eine ganz eigene Erfahrung.
Der Termin für die fünfte Lange Nacht der Kirchen steht schon fest (5. Juni 2009), und ich hoffe, dass wir wieder mitmachen.



















