Freitag, 14. November 2008

Unser Kindergarten

Das Haus Martinstraße 23 ist das "Zinshaus" der Pfarrgemeinde. Neben diversen Dienst- und Mietwohnungen, einer Arztpraxis und einer Trafik beherbegt es auch den dreigruppigen Kindergarten und die zweigruppige Kinderkrippe.

De iuventute

Neulich in der Straßenbahn: Ein verschleiertes muslimisches Mädchen telefoniert ganz selbstverständlich mit ihrem IPod. Offenbar eine Frucht des interkulturellen Gruppenzwangs, dem auch muslimische Eltern keinen Widerstand mehr entgegen setzen können.
Kindern und Jugendlichen werden mit solcher Selbstverständlichkeit Wünsche erfüllt nach materiellen Gütern oder Geld, dass der Übergang ins Erwachsenenleben einerseits gar nicht reizvoll ist (Warum soll ich arbeiten gehen? Meine Mutter gibt mir doch Geld zum Weggehen!) und andererseits immer schwerer fällt. Dass es Mühe macht, sich sein täglich Brot und sein Obdach zu verdienen, dass diese Mühe aber andererseits auch Befriedigung verschafft - unsere Jugend will das lieber gar nicht wissen. Solche Gedanken kommen mir leider nicht selten im Umgang mit meinen Schülern.
Was mir da auch auffällt, ist das Verschwinden der Neugier. Es scheint an der medialen Überflutung zu liegen, dass viele Jugendliche tatsächlich immer weniger interessiert, dass sie sich nur sehr schwer für etwas begeistern lassen. Vor dreißig Jahren waren wir irgendwie alle links und für die Revolution, wir wollten die Welt retten oder jedenfalls verändern. Heutige Siebzehnjährige denken kaum weiter als bis zum nächsten Wochenende, und ihr Horizont endet leider oftmals mit dem eigenen Freundeskreis. So gesehen, sollten Lehrer an Höheren Schulen viel mehr Pädagogik studieren und viel weniger Fachwissenschaften. Auf sie wartet eine Aufgabe, die leider oftmals der von Animateuren gleicht.

Solche Gedanken gehen mir oft durch den Kopf. Ich merke, dass ich alt werde. Oder jedenfalls älter. Oder dass die Welt sich einfach sehr geändert hat in den letzten dreißig Jahren.

Abends im Grätzel


Donnerstag, 13. November 2008

Ein letzter Schritt

Gertraud Knoll wegen Haider-Lob aus Kirche ausgetreten

Ehemalige Superintendentin und SPÖ-Abgeordnete protestierte gegen Nachruf in Kärntner Hirtenbrief - Bischof Bünker kritisiert den Ausstieg

Wien - Die langjährige burgenländische Superintendentin Gertraud Knoll ist aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Wie die Zeitschrift "News" am Donnerstag berichtete, reagiert Knoll damit auf einen Hirtenbrief, in dem der Kärntner Superintendent Manfred Sauer den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider gelobt hatte. Nachdem eine Reaktion der Kirchenführung ausgeblieben war, habe sie "als Ausdruck meiner protestantischen Identität" ihr Austritt erklärt, so Knoll. Kritik an ihrem Schritt kam vom evangelischen Bischof Michael Bünker.

"Missbrauch" des Hirtenbriefs

Der Kärntner Superintendent Sauer (das Amt entspricht dem eines katholischen Bischofs, Anm.) hat Haider demnach als "charismatischen und leidenschaftlichen Politiker mit Leib und Seele" bezeichnet, "der wie kein anderer das politische Geschehen der Zweiten Republik mitgeprägt und gestaltet hat. (...) ein äußerst zuvorkommender, herzlicher und einfühlsamer Mensch (...) Er hat oft sehr spontan und unbürokratisch geholfen."

Ein Hirtenbrief muss am Sonntag in jedem Gottesdienst verlesen werden. Knoll spricht von einem "Missbrauch" dieses Instruments durch Sauer. Sie war bis zur Nationalratswahl SPÖ-Abgeordnete, hat nun aber kein Mandat mehr.

Die evangelisch-lutherische Kirchenleitung hat den Austritt Knolls "zur Kenntnis genommen". Es sei "immer schade, wenn ein Mensch sich entscheidet, seine Kirche zu verlassen", sagte Bischof Michael Bünker gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Persönlich bedaure er diesen Austritt wie jeden anderen. Die persönliche Entscheidung der früheren Superintendentin und nunmehrigen SPÖ-Politikerin kann Bünker "nicht nachvollziehen". "Sachliche Kontroversen lösen wir in unserer demokratischen Kirche nicht mit Austreten, sondern mit Auftreten", so der Bischof. (APA)

Der Standard 13.11.2008

Die damalige Superintendentin hatte vor einigen Jahren erfolglos bei der Bundespräsidentenwahl kandidiert, seither hat sie keine kirchlichen Ämter mehr inne.

Lyrik

lyrik besteht aus ohnmächtigen befremdlichen einfällen
und wenn sie auch glücklich und strahlend erscheint
zwängt sich eine ohnmächtige formulierung
aus der
verzweiflung des schlammlochs

Per Kirkeby

Dienstag, 11. November 2008

Fast vergessen


Gestern war Luthers 525. Geburtstag. Über all dem Gedenken um den 9. November ist das fast untergegangen, in den Medien sowieso, aber auch bei mir privat. Zu viel anderes...