Mittwoch, 8. Juli 2009

Kommunikation!!!

Fußbälle, Feuerwehrautos oder Blockflöten haben bei vielen Grundschülern Konkurrenz durchs Internet bekommen. 71 Prozent der 7- bis 10-Jährigen surfen regelmäßig zu Hause. "Ab 11 Jahren nutzt es praktisch jedes Kind", sagt der Präsident des Branchenverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Viele können nach Warnung von Experten dabei die Konsequenzen nicht überblicken.

Außer auf dem Schulhof treffen und verabreden sich Kinder und Jugendliche vor allem im Internet. 90 Prozent der 10- bis 17- Jährigen nutzen soziale Netzwerke wie SchülerVZ und Facebook oder Messaging-Dienste wie ICQ. Die Jugendlichen tauschen sich auf den Seiten mittels Textbotschaften und Videochat aus oder stellen Informationen und Bilder von sich und ihren Freunden auf eigenen Profilen ins Netz. Im Auftrag des Bitkom hatte die ARIS Umfrageforschung 1000 Haushalte mit Internetanschluss und Kindern befragt.

Etwa jeder Zweite hat ein solches Profil und durchschnittlich 100 Freunde. "Für die meisten Kinder ist das entscheidende Motiv, zu kommunizieren und Spannung zu finden", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Kontakte würden gefördert, und es könne auch sehr kreativ sein, wenn Heranwachsende ihre Internet-Auftritte gestalten. (...)

spiegel.de

Wie spät ist es?

Betrachtungen

Jeder Mensch in seiner Welt
ist sich das Zentralgestirn,
Planeten sind die andern Leut,
und manchmal ferne Monde.
Mitunter sind sie nur Kometen,
die rasch und kurz von fern eintreten,
und dann auf alle Zeit entschwinden.
Doch lassen sich so Freunde finden?
O Mensch, gebrauche Herz und Hirn.

Kurz sind die Erdentage.
Bist nichts als ein Planet,
ein Mond für andre Menschen.
Beleuchtungskörper ihres Himmels
ein schales Licht, ein kleiner Stern.

Was bleibt und lohnt zu bleiben
ist Freundschaft, Liebe, Treu.
Da kann man Bücher schreiben,
berühmt sein mehr und weniger:
Wird ausgeknipst dein Lebenslicht,
fällt's anderen fast gar nicht auf,
solange sie im Leben stehn,
ist voll ihr Himmel,
voller Sterne.

Und haben sie noch Kraft in sich
und Mut und Geld und Leben,
umkreisen Mottenmenschen sie,
die's Bartuch ihnen weben
aus Schmeichelei und Illusion.
Wer sind wir schon?

Der eine ist des andren Stern,
ein Stück vom Seelengobelin,
so wichtig wie der kleine Faden
im großen Teppich ist.
So weben wir einander
Tapeten für das Leben.

Was immer nachher kommt,
der Erdenruhm verblasst
im Licht von Gottes Gnadensonne.
Du wirst am Ende nicht einmal
mehr wissen, welche Farbe
dein Faden hatte, welchen Ort,
in welchem Licht du leuchtetest.

Abend

Anbetendes Staunen

Was ist der Mensch,
daß du sein gedenkst,
und des Menschen Sohn,
daß du dich um ihn kümmerst?

Psalm 8, 5 (Elberfelder Übersetzung)

Religion in Österreich auf dem Rückzug

Auf einen "latenten Trend hin zu einem 'Atheismus-light'" in der österreichischen Bevölkerung hat der Wiener Pastoraltheologe em.Prof. Paul M. Zulehner hingewiesen. Neben dem weiterhin schrumpfenden Feld jener Menschen mit einem ererbten christlich-kirchlichen Bezug wachse unter den Österreichern der Anteil an "unbekümmerten Alltagspragmatikern", die ohne religiöse Sinnansprüche lebten, sagte Zulehner am Dienstag bei einer Diskussion zur kürzlich erschienenen Wertestudie "Die ÖsterreicherInnen. Wertewandel 1990-2008" in Wien.

Angesichts der Ergebnisse der Studie müsse das Christentum "sehr aufpassen", warnte Zulehner. Trotz beunruhigender Entwicklungen habe die Kirche heute aber auch zahlreiche Chancen, weil viele Menschen einen tiefen Sinn für Spiritualität besitzen würden: "Diese Chancen nutzen wir derzeit nicht".

Bei den Umfragen zur Wertestudie 2008 bezeichneten sich rund zwei Drittel (61 Prozent) der befragten Österreicher als religiöse Menschen, ein Drittel (30 Prozent) als nicht religiös. Vier Prozent halten sich für überzeugte Atheisten, fünf Prozent konnten auf die Frage nach ihrer Religiosität keine genaueren Angaben machen. Bei der letzten Befragung im Jahr 1999 gaben noch 75 Prozent der Menschen an, religiös zu sein, nur 18 Prozent sahen sich als nicht-religiös an.

Zulehner lenkte den Blick zudem erneut auf die in der Wertestudie nachgewiesenen "katastrophalen" Imagewerte der Kirche bei Jugendlichen und den dramatischen Rückgang an kirchlicher Bindung in ländlichen Regionen. Beunruhigt sei er außerdem über das Verhältnis zwischen der Kirche und den Frauen. Er habe den Eindruck, dass die Lebenskultur junger Frauen heute nicht mehr mit Kirche kompatibel sei, sagte Zulehner.

Die christlichen Kirchen müssten die einzelnen Menschen wieder "zu einem Gefühl der menschlichen Größe führen, anstatt sie moralisch im Kleinen zu halte", meinte der Pastoraltheologe. Kirche sollte wieder "für die Heilung der Angst statt für eine moralisierende Verängstigung" stehen.

Mit Sorge beobachte er zudem eine der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Islam geschuldete Re-Politisierung des Christentums. Mit dieser Entwicklung könne man der Religion "schaden wie sonst in keiner anderen Art und Weise", warnte der Pastoraltheologe.

Kirchen als "Lebensräume"

Der Wiener Jugendseelsorger Gregor Jansen plädierte dafür, dass Kirchen wieder stärker zu "Lebensräumen" der Menschen werden sollten. Die Kirche hätte die Pflicht, den Menschen gegenüber ihre bleibende Relevanz aufzuzeigen, indem sie wieder verstärkt zu einem "Kernort der glaubwürdigen Glaubensweitergabe, des Respekts und der Toleranz" werden, so Jansen.

"Die Menschen bringen sich heute mit ihrem persönlichen Einsatz sehr stark in die Kirche ein, aber die treue Beheimatung in der Kirche verdunstet", skizzierte der Priester seine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Die Bereitschaft aus der Kirche auszutreten sei im Zuge der Affären um die Pius-Brüderschaft und die "Causa Wagner" im Zentrum der Kirche angekommen - also auch bei Menschen, die sich in höchstem Maß für Kirche eingesetzt haben, so Jansen.

Diffuses Religionsbild

Die Rektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, Ulrike Greiner, verwies auf den ungebremsten Trend der Pluralisierung auch unter den Studierenden. So kämen etwa immer mehr Lehramts-Studierende ohne jegliche religiöse Sozialisation an die Hochschule. Die Studierenden hätten dabei sehr wohl Interesse an Religion, sie besäßen jedoch "keine Symbolisierungsfähigkeit mehr", sagte Greiner. Auf einer emotionalen und spirituellen Ebene werde Kirche oftmals positiv wahrgenommen, selten jedoch die "kognitive Kraft" des Glaubens erkannt.

Der evangelische Oberkirchenrat Prof. Raoul Kneucker bezweifelte in der Debatte das Hauptergebnis des Religionsteils der Wertestudie, wonach sich im Bereich der Religionen eine Pluralisierung in der Gesellschaft statt einer Wiederkehr abzeichne. Er nehme stattdessen beide Phänomene gleichzeitig war. "Wir haben es heute mit privater, selbst gestrickter und sehr diffuser Religion zu tun", sagte Kneucker.

Ein scheinbares Paradoxon in der Entwicklung des Verhältnisses von Kirche und Gesellschaft sei, "dass sich viele Kirchen- und Religionsferne gerade von Kirche erwarten, dass sie als moralische Instanz auftreten", so Kneucker. Zusammen mit der größeren Bedeutung, die die Politik der Religion beimesse, beinhalte dies auch Chancen für die Kirchen. "Diese neue Rolle der Religionen kann aber nur gedacht werden, wenn man die Pluralität annimmt".


Co-Autorin Regina Polak fasst die Ergebnisse so zusammen: "Erneuerung und Transformation von Religion sind vor allem ein städtisches Phänomen, auf dem Land gibt es einen starken Abfall." Während in Wien der Anteil mit 54 Prozent religiösen Menschen seit dem Jahr 2000 etwa gleich blieb, hat sich der Anteil der säkular geprägten Menschen in den kleinsten Orten des Landes - jenen unter 2000 Einwohnern - von 16 auf 34 Prozent mehr als verdoppelt. Gleichzeitig erreichen die Kirchen immer weniger jüngere Menschen. Gerade 43 Prozent der Menschen unter 30 Jahren stufen sich selbst als religiös ein - vor neun Jahren waren es 66 Prozent.


Meine Alltags- und Sonntagsbeobachtungen gehen in dieselbe Richtung. Bei einer Taufe sind fast alle Anwesenden katholisch, wie man am routinierten Kreuzzeichen unschwer erkennt. Beim Glaubensbekenntnis und beim Vaterunser höre ich niemanden mitsprechen. Maturanten, die das Gleichnis vom verlorenen Sohn zum ersten Mal hören; meine Schüler von sechzehn Jahren, die mich fragen, ob Evangelische denn auch beten; neulich ein alter Mann im Pflegeheim, der nach eigenen Angaben noch nie in seinem Leben einen Gottesdienst besucht hat... Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Ich habe schon bald den Eindruck gewonnen, in einem Land angekommen zu sein, das noch viel säkularer, religionsferner und materialistischer ist als Deutschland, und dieser Eindruck bestätigt sich immer wieder. Österreicher haben im Durchschnitt keinerlei Bezug zur Religion, auch wenn sie einer Kirche angehören. Und das gilt insbesondere für den Katholizismus. Ihre eigene Kirche ist für die meisten Katholiken, die ich hier in Wien erlebe, ein Stück Heimat wie Johann Strauß, die Berge und der Opernball - mehr aber auch nicht.

Pro nobis

Suppenhuhn und Koch

(...)

Das Böse ist sexy und interessant
Es verkörpert alles Schlechte.
Das Gute singt die schönsten Lieder,
Das Böse besitzt die Rechte.

Das Gute sagt: "nichts überstürzen,
wir überlegen noch."
Das Gute ist ein Suppenhuhn,
Das Böse ist der Koch.

Das Böse kämpft gegen das Gute,
Das Gute will Frieden
Und es gibt tatsächlich Leute,
die glauben, es steht unentschieden.


Funny van Dannen

Entwicklung - nicht Wachstum oder Evolution

Gott ist der Garant der wahren Entwicklung des Menschen, denn da er ihn nach seinem Bild geschaffen hat, begründet er auch seine transzendente Würde und nährt sein Grundverlangen, »mehr zu sein«. Der Mensch ist nicht etwa ein verlorenes Atom in einem Zufalls-Universum, sondern ein Geschöpf Gottes, das von ihm eine unsterbliche Seele empfangen hat und von Ewigkeit her geliebt worden ist. Wenn der Mensch nur das Ergebnis des Zufalls bzw. der Notwendigkeit wäre oder wenn er seine Bestrebungen auf den begrenzten Horizont der Situationen reduzieren müßte, in denen er lebt, wenn alles allein Geschichte und Kultur wäre und der Mensch nicht eine Natur besäße, die dazu bestimmt ist, sich in einem übernatürlichen Leben selbst zu überschreiten, könnte man von Wachstum oder Evolution sprechen, aber nicht von Entwicklung. Wenn der Staat Formen eines praktischen Atheismus fördert, lehrt oder sogar durchsetzt, entzieht er seinen Bürgern die moralische und geistige Kraft, die für den Einsatz in der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung unentbehrlich ist, und hindert sie, mit neuer Lebendigkeit im eigenen Engagement für eine großherzigere menschliche Antwort auf die göttliche Liebe voranzuschreiten.

Aus der Enyklika "Caritas in veritate". Dieser Text ist ein großer Wrf, sehr empfehlenswert zu lesen. Tatsächlich erweist in der gegenwärtigen weltweiten Krise des Wirtschaftsliberalismus die ktholische Soziallehre ihre innere Kraft.