Freitag, 15. August 2008
Nach Deutschland...
"Meine Eltern leben dort, meine Kinder, einige Freunde natürlich. Und ich schreibe für die 'Werkstatt für Liturgie und Predigt'."
Aus dem Personalgespräch mit dem Superintendenten
Ausstattungsflut
Ein Erwachsener versucht, sich vorzustellen, wie sich ein Kind wohl eine Fantasiewelt vorstellt. Und ist dabei etwas unbeholfen. Was auch immer Karel Appel sich einst bei der Ausstattung vorgestellt hat, herausgekommen ist ein Overkill aus fahrenden Bergen, glotzenden Wulst-Figuren und fressenden Riesen-Blümchen aus Pappmaché. Eine grelle Ausstattungsflut.Die Damen tragen Tirolerhüte, die Knaben sitzen im Flugzeug, den Mohr ziert indianischer Federschmuck. Die Bühne bewohnen und überschweben Tänzer, die aussehen wie verhuschte Küken und Mähne-peitschende Tiger-Wesen. Warum auch immer. Bloße Dekoration.
(...)
Dahinter steckt irgendwo die Regiearbeit von Pierre Audi. Sie nutzt den optischen Pomp, um ihr eigenes Nicht-Vorhandensein zu kaschieren.
Aus der Kritik der Wiederaufnahme der "Zauberflöte" in Salzburg im Kurier
Islam und Humor
Kabarettisten sollen nach Ansicht des Zentralrates der Muslime in Deutschland sehr wohl Witze über den Islam machen. „Es geht darum, dass man den anderen auf negative, vielleicht auch lächerliche Umstände aufmerksam macht, die er tagtäglich lebt, ohne ihn dabei zu verletzen“, sagte Generalsekretär Aiman Mazyek der „Leipziger Volkszeitung“.
Der Kabarettist Bruno Jonas hatte vor kurzem erklärt, dass er nach den Konflikten um die dänischen Mohammed-Karikaturen Witze über den Islam meide. Mazyek sagte dazu: „Der Witz besteht doch darin, eine kritikwürdige Thematik offenzulegen.“
Er wolle nicht bestreiten, dass es unter Muslimen zu viel Empfindlichkeit und zu wenig Selbstironie gebe, sagte Mazyek weiter. Der Grund hierfür sei fehlendes Wissen über die eigene Humortradition. Deshalb habe der Zentralrat auf seinem Jugendportal „Waymo“ einen „Muslim Comedy Contest“ gestartet.
Waymo versteht sich als die deutsch-islamische Alternative zu Youtube und MySpace.
Selbst ist der Mensch - Spiritueller Baukasten
Widerlegt sind nach Darstellung des Wissenschaftlers Annahmen über die fortschreitende Entchristlichung der Bevölkerung, wie sie lange von Gesellschaftswissenschaftlern vertreten wurden: «Sie gingen davon aus, dass sich das Problem Religion von selbst erledigt.» Als Ergebnis der Individualisierung würden Weltreligionen zu einem spirituellen Baukasten, äußerte Beck als Erwartung und fügte hinzu: «Individuen basteln ihr eigenes Religionsverständnis und ihren eigenen Gott zusammen.» Diese subjektive Religiosität stehe auch im Gegensatz zu der Abgrenzung, auf die Religionsgemeinschaften wie Kirchen bedacht seien.
Gefunden auf jesus.de
Montag, 11. August 2008
... in ein anderes Blau

Zerstörte Landschaft mit
Konservendosen, die Hauseingänge
leer, was ist darin? Hier kam ich
mit dem Zug nachmittags an,
zwei Töpfe an der Reisetasche
festgebunden, Jetzt bin ich aus
den Träumen raus, die über eine
Kreuzung wehn. Und Staub,
zerstückelte Pavane, aus totem
Neon, Zeitungen und Schienen
dieser Tag, was krieg ich jetzt,
einen Tag älter, tiefer und tot?
Wer hat gesagt, daß sowas Leben
ist? Ich gehe in ein
anderes Blau.
Auch in Deutschland: Preissteigerungen
DLF-Nachrichten 11.08.2008, 10 Uhr
Glück und Zeitvertreib
Wir wollen uns wieder mal zanken,
Auf etwas hacken wie Raben,
Daß unsre zufriednen Gedanken
Eine Ablenkung haben.
Wir wollen irgendein harmloses Wort
Entstellen,
Dann uns verleumden und zum Tort
Etwas tun; das schlägt dann Wellen.
Wir wollen dritte aufzuhetzen
Versuchen,
Dann unsere Freundschaft verfluchen,
Einmal sogar ein Messer wetzen,
Dann aber uns – in Blickweite –
Auseinander zusammensetzen,
Um superior jedem weiteren Streite
Auszuweichen;
Mit dem Schwur beiseite:
Uns nimmermehr zu vergleichen.
Dann wollen wir, jeder mit Ungeduld,
Ein paar Nächte schlecht träumen,
Dann heimlich eine gewisse Schuld
Dem anderen einräumen,
Dann lächeln, dann seufzen, dann stöhnen,
Dann plötzlich uns gründlich bezechen,
Dann von dem vergänglichen, wunderschönen
Leben sprechen.
Und dann uns wieder einmal versöhnen.
Joachim Ringelnatz


