Freitag, 22. August 2008

Nichts für Klaustrophobe

Gehe in dich, das ist leicht gesagt. Doch es zu tun, ist schon deshalb schwerer, weil da wenig Auslauf ist.

Ernst Bloch

Handelskai

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O, wie gehässig

So quer wie Andrea Kdolsky in die Politik eingestiegen ist, so quer steigt sie auch aus – allerdings unfreiwillig: Nach ihrem Fettnäpfchen-Marathon muss die erfolglose Gesundheitsministerin den Hut nehmen. Dass sie kürzlich vollmundig ankündigte, als Ministerin weiterarbeiten zu wollen, hat ihren Abgang deutlich beschleunigt.

Andrea Kdolsky wird der Öffentlichkeit noch lange in Erinnerung bleiben – allerdings mit Auftritten jenseits jeder politischen Ernsthaftigkeit. Immerhin konnte Kdolsky in den knapp eineinhalb Jahren ihrer Amtszeit ein Schweinsbraten-Buch schreiben, fröhlich Czardas tanzen, den Zwergerlgarten und eine begehbare Prostata eröffnen sowie sich öffentlich von ihrem Lebensgefährten trennen und neu verlieben. Doch das war zu wenig – den Parteifreunden reicht es. Kdolsky zog daraus die Konsequenzen, verlässt die Politik – und hinterlässt jede Menge Baustellen.

Zu lesen in der kostenlosen Tageszeitung "Heute" am 22.08.2008

Es rollen die Köpfe, schon vor der Wahl melden sich viele der jetzigen Minister ab. Zugleich ist der kleine Text ein Beispiel für den ausgesprochen gehässigen Ton des österreichischen Boulevard-Journalismus.

Abriss




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Donnerstag, 21. August 2008

Schwerwiegende Pflichtverletzung

Ein kirchliches Pflegeheim darf eine Mitarbeiterin entlassen, wenn sie aus der Kirche austritt. Das rheinland-pfälzische Landesarbeitsgericht wies die Berufung einer Altenpflegerin aus der Pfalz gegen ihre Kündigung zurück, sagte ein Gerichtssprecher dem epd am Donnerstag. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.
(AZ: 7 Sa 250/08)

Die Klägerin arbeitete seit Ende 2001 als Pflegekraft in einer Einrichtung des Caritas-Verbandes. Im September 2007 trat sie aus der Kirche aus, worauf ihr das Pflegeheim kündigte. In ihrer Klage hatte sich die Mutter dreier Kinder auf das Grundrecht der Religionsfreiheit berufen und geltend gemacht, dass sie keine pastorale oder leitende Tätigkeit ausgeführt habe. Auch habe sie die Kirche nicht aktiv bekämpft.

Die Mainzer Richter bestätigten indes das Urteil das Arbeitsgerichts Kaiserslautern. Demnach wiegt das kirchliche Selbstbestimmungsrecht in dem vorliegenden Fall schwerer als das Recht auf freie Religionsausübung. «Der Kirchenaustritt gehört nach Kirchenrecht zu den schwersten Vergehen gegen den Glauben und die Einheit der Kirche», heißt es in dem Urteil. Die Kirche habe das Recht, von ihren Mitarbeitern ein loyales Verhalten zu fordern. Der Austritt sei somit als schwerwiegende Pflichtverletzung zu werten.

epd 21.02.2008

Wer bei der Kirche beschäftigt ist, verzichtet also auf ein bestimmtes Grundrecht, nämlich ausgerechnet das der Religionsfreiheit. Zudem zahlt die Kirche auch noch schlechter.

Vom Schwarzen und vom Weißen

Batman's Amerika - Die Sendung mit der Fledermaus

Der dunkle Ritter ist wieder da. Heute kommt der Film "The dark Knight" in die deutschen Kinos, ein neuer Batman-Film, der in den USA den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hingelegt hat. Das Merkwürdige daran: Dieser Batman ist ein gebrochener Held, und sein Widersacher Joker scheint das Publikum mehr zu faszinieren als der Held selbst. Das könnte eine schöne Metapher für die Gefühlslage der amerikanischen Nation sein. Die am Ende der Bush-Ära von Selbstzweifeln geprägt ist; die nicht weiß, ob der Weg mit Obama oder McCain weitergehen soll; die von Finanzkrisen und schwindendem internationalen Erfolg gebeutelt wird.

Newsletter-Ankündigung der heutigen Sendung von DER TAG auf hr2-kultur

Lutherkirche, Detail

Aus dem ungebauten Wien

Ein Kuriosum stand (...) rund um die Eröffnung des Zentralfriedhofs im Jahr 1874 ernsthaft zur Debatte: Der Transport Verstorbener von der Einsegnung in der Innenstadt zum Friedhof am Rande der Stadt sollte per Rohrpost für Leichen abgewickelt werden. Kostenpunkt für den Plan: 1 Million Gulden. Letztlich lehnte die Stadtverwaltung den Plan aber ab – aus Pietätsgründen, aber auch wegen technischer Schwierigkeiten. Auch die „Wiener Zentralfriedhofs-Bahn“, eine mit Dampf betriebene Lokomotive, die im Anhängewagen Sarg und Trauergäste zum Friedhof bringen sollte, wurde nie verwirklicht.

Aus dem Presse-Artikel von Adreas Wetz: Großprojekte, zu groß für Wien vom 18.08.2008

Am Montag (17.08.2008) waren die Zeitungen voll von angeblichen Plänen zum Aufbau des Nordturms am Stephansdom. Nachträglich erwies sie dieser Schmäh als ein PR-Gag für eine ORF-Kultzursendung, die "Presse" nahm dieses Sommertheaterzwischenspiel zum Anlass für einen Artikel über Pläne, die in Wien dann doch nicht verwirklicht wurden.

Landschaft, flüchtig

Allerliebste Liebesgedichte (2)

Liebeslied

Helle Länder sind deine Augen,
Vögelchen sind deine Blicke,
Zierliche Winke aus Tüchern beim Abschied.

In deinem Lächeln ruh ich wie in spielenden Booten,
Deine kleinen Geschichten sind aus Seide.

Ich muß dich immer ansehen.

Alfred Lichtenstein