Dienstag, 7. April 2009
Montag, 6. April 2009
Die ruinierte Oper
Viele Schaumschläger
Sie müssten ja sonst wissen, dass man Sänger aufbauen muss, dass man sie nicht verbrauchen darf. Man muss wissen, was man ihnen zumuten kann. Es gibt ja viele Schaumschläger, die in der Oper ihre Karriere machen, aber die Oper nicht weiterbringen. Ich habe schon vor 30 Jahren gesagt: "Wenn wir jetzt nicht aufbauen, dann haben wir in 30 Jahren keine Zukunft mehr", und genau da sind wir jetzt. Was würden Sie singbegeisterten Menschen empfehlen, um das Potential ihrer Stimme weiter zu entfalten? Kollo: Wenn sie das nur im privaten Rahmen machen, ja, dann sollen sie singen - im Chor. Da kommt es ja nicht so drauf an, dass jeder Ton eine Perle ist. Richtig singen ist nicht so einfach, wie die Leute glauben. Richtig singen können sie vielleicht, wenn sie das 15 Jahre gemacht haben. Dann kommen sie langsam dahin, wo sie eigentlich hin gedacht haben. Der alte Sängerwitz ist immer, wenn einer 70 ist und sagt "Jetzt kann ich's".
Harte Zeiten, auch in Österreich
Kurier
Harte Zeiten. Wer mag es den jungen Leuten verdenken, dass sie sich vor der Zukunft fürchten?
Samstag, 4. April 2009
Feine Unterschiede
Überall in Europa nennen muslimische Mitbürger heute ihre neu entstehenden Moscheen nach den großen Christenhassern ihrer Geschichte. Viele klatschen, wenn etwa mit immer neuen „Fatih“-Moscheen die Gefühle europäischer Christen mit Füßen getreten werden. Bloß nicht den Islam „beleidigen“. Kämen Christen auf die Idee, eine Basilika etwa nach dem Kreuzfahrer Gottfried von Bouillon zu benennen? (...)
Udo Ulfkotte: Dulden wir die Islamisierung Europas?, Die Welt 08.12.2008
Freitag, 3. April 2009
Die Farbe der Sehnsucht
Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.
Es steht im Dunkel der Kellertür,
Seitdem die Welt verrohte.
Es spielten Sternenhände vier
- Die Mondfrau sang im Boote -
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.
Zerbrochen ist die Klaviatür….
Ich beweine die blaue Tote.
Ach liebe Engel öffnet mir
- Ich aß vom bitteren Brote -
Mir lebend schon die Himmelstür -
Auch wider dem Verbote.
Else Lasker-Schüler
Gemeinschaft, nicht Enge
Um auch nachwachsende Generationen wieder für sich zu gewinnen, empfahl der Religionssoziologe den Grosskirchen drei Reformprojekte: Christinnen und Christen sollten sich im Sinne von Pilgerwegen oder Wallfahrten auf eine spirituelle Reise machen, die Kirchen bräuchten Leitfiguren wie den populären Benediktinermönch Anselm Grün, an denen man sich orientieren und von denen man lernen könne, und sie sollten das Abendmahl wieder in die Mitte des christlichen Lebens stellen.
Dem anwesenden Böblinger Freikirchenpastor Christoph Schrodt hielt Zulehner entgegen, die Freikirchen sahnten im Becken der religiös Motivierten ab und liessen den Grosskirchen nur die „Magermilch" übrig: „Wir brauchen aber die Grosskirchen, weil sie freiheitlicher sind und für jeden einen Platz haben."
Wie in jeder lebendigen Gemeinde gibt es auch in Währing natürlich einige Fromme. Und vermutlich ist mir das gar nicht bei allen bewusst, die es betrifft, denn in Wien ist Religion eigentlich Privatsache, über die man nicht spricht. Das Spektrum ist weit, Charismatiker, Bibeltreue, Menschen, die freikirchliche Wärme suchen. Im Winter feierten wir eine Reihe von Sonntagen den Gottesdienst im Gemeindesaal, da kam man sich atürlich näher als in der großen Kirche. Die meisten mochten diese Nähe, es gab aber auch Gegenstimmen der Vorfreude auf die Kirche (und den größeren Abstand zum Banknachbarn). Man wird es nie allen recht machen können. Aber die landeskirchliche Weite, die Luft zum Atmen und zum eigenen Denken lässt, ist mir allemal lieber als die Enge einer freikichlichen Gemeinde - mag es da auch noch so warm sein.