Montag, 6. April 2009

Die ruinierte Oper

Haben Sie eine Vision, wie man junge Menschen wieder für Opern und Heldentenöre begeistern könnte? Kollo: Das ist ein furchtbar langes Thema, weil die Oper sehr ruiniert wurde. Wenn man so zusammenspart, dass die Opernhäuser gar nicht mehr arbeiten können und die Sänger keine Sicherheit haben, diesen Beruf in Ruhe auszuüben, dann hat es eigentlich gar keinen Sinn, dass man so weitermacht. In der Oper hantieren viele Leute herum, die gar keine Ahnung haben.

Viele Schaumschläger

Sie müssten ja sonst wissen, dass man Sänger aufbauen muss, dass man sie nicht verbrauchen darf. Man muss wissen, was man ihnen zumuten kann. Es gibt ja viele Schaumschläger, die in der Oper ihre Karriere machen, aber die Oper nicht weiterbringen. Ich habe schon vor 30 Jahren gesagt: "Wenn wir jetzt nicht aufbauen, dann haben wir in 30 Jahren keine Zukunft mehr", und genau da sind wir jetzt. Was würden Sie singbegeisterten Menschen empfehlen, um das Potential ihrer Stimme weiter zu entfalten? Kollo: Wenn sie das nur im privaten Rahmen machen, ja, dann sollen sie singen - im Chor. Da kommt es ja nicht so drauf an, dass jeder Ton eine Perle ist. Richtig singen ist nicht so einfach, wie die Leute glauben. Richtig singen können sie vielleicht, wenn sie das 15 Jahre gemacht haben. Dann kommen sie langsam dahin, wo sie eigentlich hin gedacht haben. Der alte Sängerwitz ist immer, wenn einer 70 ist und sagt "Jetzt kann ich's".

Palmsonntag in der Früh

Kurios (6. Bezirk)


Harte Zeiten, auch in Österreich

Vorigen Sommer wurde der Kündigungsschutz für Lehrlinge gelockert. Bisher konnte ein Lehrverhältnis nur einvernehmlich oder aus schwerwiegenden Gründen wie Diebstahl beendet werden. Nach dem neuen Berufsausbildungsgesetz dürfen nun aber Lehrlinge nach jedem Lehrjahr, also bereits nach dem ersten, das für viele im September endet, gekündigt werden. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaftsjugend, Jürgen Michlmayer, befürchtet nun, dass im Herbst eine große Kündigungswelle bei Lehrlingen bevorsteht, berichtet das Ö1-Morgenjournal des ORF-Radio.

Kurier

Harte Zeiten. Wer mag es den jungen Leuten verdenken, dass sie sich vor der Zukunft fürchten?

Samstag, 4. April 2009

Abend

Feine Unterschiede

Die in Ingelheim frisch eingeweihte und von Politikern und Kirchenvertretern euphorisch gefeierte Moschee heißt „Fatih-Sultan-Moschee“. Der Name ist wohl nicht „zufällig“ gewählt. Der türkische Sultan Mehmet II. trug den Beinamen „Fatih“ („der Eroberer“). Im Jahre 1453 hat dieser Christenhasser das bis dahin christliche Konstantinopel überrannt, alle Christen zusammentreiben, pfählen und köpfen lassen. Er zerstörte das christliche Byzantinische Reich. Das von ihm angeordnete Blutbad war grauenvoll.

Überall in Europa nennen muslimische Mitbürger heute ihre neu entstehenden Moscheen nach den großen Christenhassern ihrer Geschichte. Viele klatschen, wenn etwa mit immer neuen „Fatih“-Moscheen die Gefühle europäischer Christen mit Füßen getreten werden. Bloß nicht den Islam „beleidigen“. Kämen Christen auf die Idee, eine Basilika etwa nach dem Kreuzfahrer Gottfried von Bouillon zu benennen? (...)


Udo Ulfkotte: Dulden wir die Islamisierung Europas?, Die Welt 08.12.2008

Freitag, 3. April 2009

Die Farbe der Sehnsucht



Mein blaues Klavier

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.

Es steht im Dunkel der Kellertür,
Seitdem die Welt verrohte.

Es spielten Sternenhände vier
- Die Mondfrau sang im Boote -
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.

Zerbrochen ist die Klaviatür….
Ich beweine die blaue Tote.

Ach liebe Engel öffnet mir
- Ich aß vom bitteren Brote -
Mir lebend schon die Himmelstür -
Auch wider dem Verbote.

Else Lasker-Schüler

Gemeinschaft, nicht Enge

Die Kirchen haben nach Ansicht des Wiener Religionssoziologen Paul Zulehner heute kein kulturelles Monopol mehr. Sie seien in diesem Sinne nicht mehr Volkskirchen, sondern „Kirchen im Volk". Der katholische Theologie-Professor sagte bei einem Vortrag in Ehningen bei Stuttgart am Freitag, die Kirchen müssten heute jede Generation wieder neu für sich gewinnen. „Mich ärgert, dass wir für manche Sinnsucher nicht mehr die erste und beste Adresse für Spiritualität sind - wir hätten schon das Zeug dazu", sagte Zulehner im Hinblick auf den wachsenden Markt an spirituellen Angeboten ausserhalb der grossen Kirchen.

Um auch nachwachsende Generationen wieder für sich zu gewinnen, empfahl der Religionssoziologe den Grosskirchen drei Reformprojekte: Christinnen und Christen sollten sich im Sinne von Pilgerwegen oder Wallfahrten auf eine spirituelle Reise machen, die Kirchen bräuchten Leitfiguren wie den populären Benediktinermönch Anselm Grün, an denen man sich orientieren und von denen man lernen könne, und sie sollten das Abendmahl wieder in die Mitte des christlichen Lebens stellen.

Dem anwesenden Böblinger Freikirchenpastor Christoph Schrodt hielt Zulehner entgegen, die Freikirchen sahnten im Becken der religiös Motivierten ab und liessen den Grosskirchen nur die „Magermilch" übrig: „Wir brauchen aber die Grosskirchen, weil sie freiheitlicher sind und für jeden einen Platz haben."

jesus.ch

Wie in jeder lebendigen Gemeinde gibt es auch in Währing natürlich einige Fromme. Und vermutlich ist mir das gar nicht bei allen bewusst, die es betrifft, denn in Wien ist Religion eigentlich Privatsache, über die man nicht spricht. Das Spektrum ist weit, Charismatiker, Bibeltreue, Menschen, die freikirchliche Wärme suchen. Im Winter feierten wir eine Reihe von Sonntagen den Gottesdienst im Gemeindesaal, da kam man sich atürlich näher als in der großen Kirche. Die meisten mochten diese Nähe, es gab aber auch Gegenstimmen der Vorfreude auf die Kirche (und den größeren Abstand zum Banknachbarn). Man wird es nie allen recht machen können. Aber die landeskirchliche Weite, die Luft zum Atmen und zum eigenen Denken lässt, ist mir allemal lieber als die Enge einer freikichlichen Gemeinde - mag es da auch noch so warm sein.

Wie ein Engel in der Nacht

Der Eingang zum Haus Martinstraße 25 (Lutherhof) in der Nacht.