Samstag, 6. Juni 2009
Durchblick
Vom Verschwinden und Wegsein
Viele stellen sich schon zu Lebzeiten die Frage: Was passiert mit uns, wenn wir verschwunden sind aus unserem bisherigen Leben oder gar ganz weg sind von dieser Welt? Schon immer hat die Menschen diese Ungewissheit verstört, Hoffnungen genährt, Ängste geschürt und Phantasien beflügelt. Menschen, die einen Herzstillstand erlitten haben, berichten nach erfolgreicher Wiederbelebung von einem hellen Licht am Ende des Tunnels.
Wissenschaftler beschäftigen sich mit sogenannten Nahtod-Erfahrungen, Esoteriker sind vermeintlichen Stimmen aus dem Jenseits auf der Spur, und Kriminalisten kritisieren das Versagen von Politik und Staat, wenn es keine Erklärung für ein Verschwinden gibt, so wie im Fall von Sabine L.
Ankündigung der Sendung Da wo du bist, ist nichts. Vom Verschwinden und Verschwundenbleiben von Wolf Eismann (Deutschlandfunk, 14.06.2009, 20:05 Uhr)
Von außen gesehen

Der Ausbau eines islamischen Zentrums in Wien-Brigittenau wird im EU-Wahlkampf zum Politikum. Während sich Gegner und Befürworter des Projekts bei mehreren Demonstrationen übel beschimpfen, nützt der Parteichef der ultrarechten Freiheitlichen, Heinz Christian Strache, die Gelegenheit für Werbung in eigener Sache. Er hält ein Kreuz in die Höhe mit dem Schlachtruf der Freiheitlichen für die Europa-Wahl: "Abendland in Christenhand".
Einmal mehr gerät ein Wahlkampf in der Alpenrepublik zum Kulturkampf. Doch dieser "Kreuzzug der Freiheitlichen gegen nichtchristliche Religionsgemeinschaften" geht inzwischen vielen im Land zu weit. Angefangen bei Glaubensvertretern, politischen Parteien bis hin zum Staatsoberhaupt Heinz Fischer. Der Bundespräsident äußert sich entsetzt über so wenig religiöse Toleranz: "Das mit dem Kreuz hat es zur Zeit der Inquisition gegeben, aber das ist nicht Inhalt der Politik in einer Demokratie im 21. Jahrhundert."
Strache will nur "Dinge beim Namen nennen"
Und das ausgerechnet in einem Land, das eigentlich sein multi-kulturelles Erbe aus Zeiten der Donau-Monarchie verwalten sollte. Österreichs sozialdemokratischer Kanzler Werner Faymann sieht in Strache nur noch den Hassprediger. "Wer religiöse Gefühle einsetzt, um Hasstiraden zu Stande zu bringen, der ist auf der falschen Seite. Und ich betrachte das als eine Schande für einen Politiker."
(…)
Wie Strache und seine Freiheitlichen sich ihr "Abendland in Christenhand" vorstellen, wurde jetzt in Zeitungsinseraten deutlich. Darin spricht sich die FPÖ klar gegen einen EU-Beitritt der Türkei, aber auch gegen eine Mitgliedschaft Israels aus, obwohl Israel bisher keinen solchen Antrag gestellt hat. Man dürfe das aber keinesfalls mit Antisemitismus verwechseln, verteidigt der FPÖ-Chef die Inserate. Im Gegenteil, er verwahre sich dagegen. "Es geht darum, dass wir ganz klar und deutlich sagen, Europa hat an den geografischen, historischen und kulturellen Grenzen halt zu machen."
Parlamentsparteien geschlossen gegen FPÖ-Tiraden
Selbst dem ultra-nationalistischen EU-Spitzenkandidaten des BZÖ, Ewald Stadler, geht diese "Israel-Warnung" der Freiheitlichen zu weit. Bisher hat der umstrittene Kreuzzug der FPÖ im EU-Wahlkampf vor allem die Parlamentarier auf den Plan gerufen. Im Nationalrat musste Strache sich für die "Entgleisungen gegen den antifaschistischen Grundkonsens in Österreich" durch seine Partei verantworten. Kanzler Faymann betonte dabei, dass Strache gezielt Vorurteile ansprechen wolle, um damit Politik zu machen. "Es freut mich, dass sich dieses Mal alle anderen Parlamentsparteien zu Wort gemeldet haben. Mit unserer Courage müssen Sie in Zukunft rechnen, Herr Strache!" Doch mindestens bis zur EU-Wahl am Sonntag dürfte in der Alpenrepublik mit harten Bandagen weitergekämpft werden.
Andrea Mühlberger: Im Namen des Christentums auf Wählerfang, tagesschau.de
Welche Linie?
Freitag, 5. Juni 2009
Evang. A.B.
Ganz einfach
Fortan befindet sich Dahlia in einer Art imaginierten Zwiegesprächs mit Gene und zeigt ihm, wie untauglich und anmaßend seine Tipps („Du willst leben? Dann kremple die Ärmel hoch. Du, lieber Leser, bist deines Glückes Schmied. Es ist dein Abenteuer, im großen Stil. Du sitzt am Steuer. Dies ist die größte Aufgabe deines Lebens.“) angesichts ihrer realen Lebenssituation sind.
Alberts kämpft in ihrem Buch gegen das weitverbreitete Vorurteil, dass Krebs nur die logische Folge eines unglücklichen Lebens und damit immer auch die Schuld des Erkrankten selbst ist. So ändert sich Dahlia auch angesichts der niederschmetternden Diagnose demonstrativ nicht. Sie hängt weiter auf ihrer Couch herum, nur dass ihr das Gras nun auf Rezept verschrieben wird. Während Alberts flapsige Sprache auf die Dauer ermüdet, bleiben viele scharfe Beobachtungen und können die esoterisch anmutenden Genesungstipps („Löse dich von allen Menschen, die nicht ganz und gar gut für dich sind“) vor allem als Handlungsanleitung für Gesunde herhalten.
Oder wie Gene und Dahlia sagen würden: „Wähle das Leben. Entscheide dich dafür, diese Krankheit zu überwinden. Entscheide dich dafür, ein langes, glückliches Leben zu führen. So einfach ist das.“ „Gene, du kannst mich mal.“
Aus der Rezension von Elisa Albert: Das Buch Dahlia in der "Presse" (Print-Ausgabe vom 31. 05. 2009)
