Sonntag, 22. Juni 2008

... um fotografiert zu werden

"Ansonsten ist Wien natürlich eine großartige Stadt, man kann stundenlang rumlaufen, gucken und staunen. Es steht eigentlich nur da, um fotografiert zu werden (...)."

Gefunden im Blog "das Netzbuch" (Item No. 1769: Grüße aus Wien)

Keine Schlacht in Ottakring

























Bei der Wiener Polizei galt am Freitag (Viertelfinalspiel Türkei - Kroatien) Alarmstufe Rot. Elf Festnahmen - das blieb weit hinter den Befürchtungen zurück. Die meisten kroatischen Fans waren nach einhundertzwanzig Minuten Spielzeit (plus Nachspielzeit) und Elfmeterschießen wahrscheinlich zu müde und frustriert und gingen einfach still nach Hause. So blieben die Türken mit ihrer Freude unter sich. Ein wesentlicher Faktor dafür, dass es relativ friedlich blieb, war freilich, dass Alkohol unter den türkischen Fans eine vergleichsweise geringe Rolle spielt; das hoben auch in Deutschland Polizeisprecher hervor. Siehe da! Ab und zu hat doch der Islam auch etwas Gutes...

England?


Internet-Werbung der Firma Kabelsignal.





Konsequenterweise fehlt hier Englisch.

Mitunter...

Mitunter freilich kommen Stunden:
und was du nie bewußt empfunden,
gleich einem grauen Regen regnet's dir ins Herz,
und wie ein scheuer Bettler bleibst du stehn,
verstohlen durch die Hecken zu spähn,
hinter denen sie sitzen und plaudern und lachen,
fröhliche Menschen in fröhlichen Kleidern ...
plaudern, lachen, singen und küssen
so leichten Bluts,
so frohen Muts:

Als ob es all das Schwere gar nicht gäbe,
an das du so viel Kraft verfehlst!
als ob der Kampf, von dem du sprichst,
und all die Müh und Sorge ... nichts!
als ob es eitel Hirngespinste,
worüber du dich härmst und quälst!
und als ob allen, die da sitzen
so kinderfroh
und singen und spielen, tanzen und küssen,
erfüllt schon längst,
was du als letzten Dank dir denkst,
als Endlohn für Jahre voll Kampf und Schmerz ...

Und wie ein grauer Regen regnet's dir ins Herz
und wie ein Bettler drückst du dich von dannen
einsam
deinen einsamen Weg.

Cäsar Flaischlen (1864-1920)

Meine liebe Schreibtischlampe

Und das ausgerechnet in Bayern...

Da an der Schule in Burgkunstadt akuter Lehrermangel herrscht, war die Not am Mann entsprechend groß. Aber anstatt die beiden Stellen mit fachfremden Lehrern zu besetzen und einen Sportlehrer mal eben die Englischstunde ausrichten zu lassen, behalf sich der Direktor des Gymnasiums mit den beiden Abiturientinnen.

Die Beiden haben gerade in Englisch ihr Abitur abgelegt und hatten „ausgezeichnete Vorlaufleistungen“, so der Direktor, nachdem er sich dazu entschlossen hatte, anstatt eines Schul-fremden Lehrers lieber den Mädchen den Unterricht zu überlassen. Diese werden jedoch von einem Fachlehrer betreut und dürfen auch keine Noten geben, dafür können sie sich die Zeit als Praktikum anrechnen lassen.

Allerdings werden sich in Zukunft keine weiteren Klassen über den Zuwachs an jungen Lehrern und Lehrerinnen freuen dürfen, denn das Bayerische Kultusministerium hat schon angekündigt: Dies ist und bleibt ein Ausnahmefall!

Gefunden im Internet

In Österreich undenkbar, da gibt es keinen fachfremden Unterricht. Dass ich in Deutschland auch Deutsch, Latein und Politik unterrichtet habe, stößt hierzulande immer nur auf ungläubiges Kopfschütteln.
Dass schon Abiturientinnen unterrichten dürfen, und das sogar in Bayern, ist freilich sehr ungewöhnlich...

Freitag, 20. Juni 2008

Denkbild

Fußball und interreligiöses Beten

Die Katholische, die Evangelische und die Muslimische Jugend laden am kommenden Sonntag in Wien zu einem Fußballturnier der besonderen Art: Unter dem Motto "kick'n'pray" werden Jugendliche verschiedener Religionen in gemischten Mannschaften miteinander Fußball spielen.

Durch das Turnier sollen die Jugendlichen "beim gemeinsamen 'Sporteln', Beten und Feiern einander kennen lernen und so Vorurteile abbauen", heißt es von den Veranstaltern. Anpfiff zu dem interreligiösen Fußballturnier ist am 22. Juni um 14.30 Uhr auf dem Sportplatz in der Kriehubergasse 18 in Wien-Margareten. Die Final-Begegnungen des Turniers finden ab 19 Uhr statt. ORF-Sportkommentatorin Ulrike Schwarz wird die Spiele live kommentieren.

Aus allen Jugendlichen wird auch eine Mannschaft gelost, die um 18.45 Uhr gegen ein interreligiös zusammengesetztes "Promi-Team" antritt. Zugesagt haben dafür bereits der Wiener Weihbischof Franz Scharl, Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, der Wiener evangelische Superintendent Hansjörg Lein und der 10-fache österreichische Nationalspieler Muhammet Akagündüz, der derzeit beim Bundesligaklub SV Ried spielt.

Nach dem Finale treffen sich die Turnier-Teilnehmer um 19.45 Uhr vor der Jugendkirche Wien (Wiedner Hauptstraße 97, 1050 Wien) zu einem multireligiösen Gebet. Im Anschluss können sich Sieger wie Verlierer bei einem Fest unterhalten, die Rockband "SO:JA" sorgt für den musikalischen Rahmen. Für alle Fußballfans wird ab 20.45 Uhr natürlich auch das letzte Viertelfinalspiel der Europameisterschaft zwischen Spanien und Italien im Pfarrsaal der Pfarre St. Florian gezeigt.

Meldung des Evangelischen Pressedienstes für Österreich vom 19.06.2008

Hoffentlich gibt es beim Abschlussspiel nicht zu viele Verletzte unter den Geistlichen...

Dass tatsächlich ein interreligiöses Gebet stattfinden soll, erstaunt mich. Erst gestern hörte ich aus einer integrativen Schule, dass dort die Katholische Kirche eine solche für den Herbst geplante Feier unbedingt zu verhindern trachtet. Während der EURO gelten anscheinend andere Regeln.

Arbeitszimmer

Vertrag von Lissabon auf Eis?

Das gescheiterte Referendum in Irland lähmt die EU: Die Staats- und Regierungschefs verzichten vorerst auf ein neues Zieldatum für die Ratifizierung des Lissabon-Vertrags. Frankreichs Präsident Sarkozy richtete warnende Worte an die Mitgliedsstaaten.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs verzichten auf ein Zieldatum für die Ratifizierung des Reformvertrags. Das geht aus dem Entwurf der Schlussfolgerungen hervor, den der EU-Gipfel in Brüssel am Freitag verabschieden soll. Nötig sei mehr Zeit, um die Lage zu analysieren. In dem Papier heißt es zum weiteren Ablauf: "Der Europäische Rat war sich einig, dass mehr Zeit zur Analyse der Situation benötigt wird." Ein Datum wird nicht genannt.

Ursprünglich sollte der Vertrag zum Jahresbeginn 2009 in Kraft treten. Das Nein der Iren bei der Volksabstimmung vor einer Woche hat dieses Datum äußerst unwahrscheinlich gemacht.

Financial Times Deutschland online, 20.06.2008, 08.00 Uhr