Für das neueste Kluge-Köpfe-Bild der F.A.Z. macht sich Mohamed ElBaradei, Generaldirektor der internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), selbst so transparent, wie es sein Amt von den Atomkraft nutzenden Staaten verlangt. Das spektakuläre Kampagnenmotiv, realisiert von dem englischen Fotografen Nick Veasey, zeigt den Friedensnobelpreisträger komplett durchleuchtet. Das Motiv wird „Aufmerksamkeit für unsere Arbeit und die Gefahren dieser Welt bringen“, so ElBaradei im Interview am Rande des Foto-Shootings.Donnerstag, 25. Dezember 2008
Transparenz - Gute Werbeidee
Für das neueste Kluge-Köpfe-Bild der F.A.Z. macht sich Mohamed ElBaradei, Generaldirektor der internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), selbst so transparent, wie es sein Amt von den Atomkraft nutzenden Staaten verlangt. Das spektakuläre Kampagnenmotiv, realisiert von dem englischen Fotografen Nick Veasey, zeigt den Friedensnobelpreisträger komplett durchleuchtet. Das Motiv wird „Aufmerksamkeit für unsere Arbeit und die Gefahren dieser Welt bringen“, so ElBaradei im Interview am Rande des Foto-Shootings.Xmas
Die traute deutsche Weihnacht ist gefährdet. Nicht nur durch den dicken Abgesandten von Coca-Cola, der unser Christkind und unseren Weihnachtsmann beiseite geschoben hat - auch durch die zu Santa Claus passende englische Benennung: Christmas. Das Wort - bei uns meist falsch „kristmes“ (statt „krismes“) ausgesprochen - wird immer beliebter, gern in der Kurzform Xmas. Dieses Wort ist nicht nur unansehnlich, sondern klingt auch noch durch drei aufeinander folgende Konsonanten kakophonisch, wenn man es „eksmes“ ausspricht - und nicht „krismes“, was ja auch zulässig ist.
Xmas ist vor allem in der Werbesprache gängig, die den Menschen englische Wörter als modisches Outfit verkaufen möchte. Da gibt es jetzt in der Weihnachtszeit haarsträubende Angebote. Erträglich ist noch ein Soul- und Gospel-Chor namens „Xmas Project“. Doch für einen „Schlagermove“ mit 38 „Musik-Trucks“, der am Samstag vor Weihnachten in Hamburg stattfand, gibt es keine mildernden Umstände: Dort wird mit „Xmas-Kugeln“ Weihnachten gefeiert. Einen Tag zuvor konnte man sich für einen guten Zweck an einer „Xmas-Aktion“ beteiligen. Und „Bild“ lud zur „Xmas-Party“ in den „Fun-Parc“ Trittau, für die „heiße Xmas-Go-Gos“ versprochen wurden.
X für den ersten Buchstaben des Namens Christus
Angesichts des Xmas-Tsunamis ist der Verein Deutsche Sprache nicht untätig geblieben und hat eine Flutwarnung herausgegeben: Xmas sei das „überflüssigste Wort des Jahres 2008“. Überflüssig ist es in der Tat. Aber man wird es nicht durch Anprangern eliminieren. Und zu behaupten, „dass bei diesem Anglizismus sogar das Wort ,Christ' durch das schnöde Kürzel X ersetzt wird“, führt in die Irre: X ist natürlich keineswegs ein schnödes Kürzel.
Der Buchstabe ist zwar eine sprachliche Vielzweckwaffe und bedeutet etwa das römische Zahlzeichen 10, die Unbekannte in einer mathematischen Gleichung, die Längeneinheit für Röntgenstrahlen (“X-rays“), einen Chromosomentyp, eine unbestimmte Menge (“x-mal“) oder gar Zufälligkeit (“x-beliebig“). Doch im Wort Xmas steht X für den ersten Buchstaben des Namens Christus - im griechischen Alphabet.
Seit frühchristlicher Zeit finden sich als Abkürzung für den griechischen Namen XPIΣTOΣ, der später im Lateinischen zu Christus wurde, die Anfangsbuchstaben X (Chi) und P (Rho). Diese beiden Buchstaben wurden zu einem Christusmonogramm (oder Christogramm) kombiniert - neben Kreuz und Fisch dem wichtigsten christlichen Symbol, das schon der römische Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert auf seinen Feldzeichen verwendete.
Dieses Wort ist allemal christlicher als unser trautes Weihnachten
Bis in die Neuzeit wurde der erste Buchstabe X abkürzend für Christus benutzt. Dieser Brauch hielt sich, allmählich seltener werdend, in England bis heute. Und immer häufiger wurde auch die mit „Christ“ gebildete Kurzform Xmas. Der erste Beleg für Xmas stammt aus dem Jahr 1551. Auch Autoren wie der romantische Dichter Coleridge nutzten die Abkürzung. So schreibt er am 31. Dezember 1801 an seinen Kollegen Southey: „On Xmas Day I breakfasted with Davy.“
Xmas ist also im deutschen Wortschatz überflüssig - aber sein Gebrauch verstößt nicht gegen christliche Sitten. Dieses Wort ist allemal christlicher als unser trautes Weihnachten, das ursprünglich die heidnischen „heiligen Nächte“ (mittelhochdeutsch „wihen nahten“) bezeichnet, in denen unsere germanischen Vorfahren den Mittwinter feierten - feuchtfröhlich wie ihre Nachkommen heute.
Theo Stemmler: Xmas ist nicht nur ein schnödes Kürzel, faz.net
Xmas ist vor allem in der Werbesprache gängig, die den Menschen englische Wörter als modisches Outfit verkaufen möchte. Da gibt es jetzt in der Weihnachtszeit haarsträubende Angebote. Erträglich ist noch ein Soul- und Gospel-Chor namens „Xmas Project“. Doch für einen „Schlagermove“ mit 38 „Musik-Trucks“, der am Samstag vor Weihnachten in Hamburg stattfand, gibt es keine mildernden Umstände: Dort wird mit „Xmas-Kugeln“ Weihnachten gefeiert. Einen Tag zuvor konnte man sich für einen guten Zweck an einer „Xmas-Aktion“ beteiligen. Und „Bild“ lud zur „Xmas-Party“ in den „Fun-Parc“ Trittau, für die „heiße Xmas-Go-Gos“ versprochen wurden.
X für den ersten Buchstaben des Namens Christus
Angesichts des Xmas-Tsunamis ist der Verein Deutsche Sprache nicht untätig geblieben und hat eine Flutwarnung herausgegeben: Xmas sei das „überflüssigste Wort des Jahres 2008“. Überflüssig ist es in der Tat. Aber man wird es nicht durch Anprangern eliminieren. Und zu behaupten, „dass bei diesem Anglizismus sogar das Wort ,Christ' durch das schnöde Kürzel X ersetzt wird“, führt in die Irre: X ist natürlich keineswegs ein schnödes Kürzel.
Der Buchstabe ist zwar eine sprachliche Vielzweckwaffe und bedeutet etwa das römische Zahlzeichen 10, die Unbekannte in einer mathematischen Gleichung, die Längeneinheit für Röntgenstrahlen (“X-rays“), einen Chromosomentyp, eine unbestimmte Menge (“x-mal“) oder gar Zufälligkeit (“x-beliebig“). Doch im Wort Xmas steht X für den ersten Buchstaben des Namens Christus - im griechischen Alphabet.
Seit frühchristlicher Zeit finden sich als Abkürzung für den griechischen Namen XPIΣTOΣ, der später im Lateinischen zu Christus wurde, die Anfangsbuchstaben X (Chi) und P (Rho). Diese beiden Buchstaben wurden zu einem Christusmonogramm (oder Christogramm) kombiniert - neben Kreuz und Fisch dem wichtigsten christlichen Symbol, das schon der römische Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert auf seinen Feldzeichen verwendete.
Dieses Wort ist allemal christlicher als unser trautes Weihnachten
Bis in die Neuzeit wurde der erste Buchstabe X abkürzend für Christus benutzt. Dieser Brauch hielt sich, allmählich seltener werdend, in England bis heute. Und immer häufiger wurde auch die mit „Christ“ gebildete Kurzform Xmas. Der erste Beleg für Xmas stammt aus dem Jahr 1551. Auch Autoren wie der romantische Dichter Coleridge nutzten die Abkürzung. So schreibt er am 31. Dezember 1801 an seinen Kollegen Southey: „On Xmas Day I breakfasted with Davy.“
Xmas ist also im deutschen Wortschatz überflüssig - aber sein Gebrauch verstößt nicht gegen christliche Sitten. Dieses Wort ist allemal christlicher als unser trautes Weihnachten, das ursprünglich die heidnischen „heiligen Nächte“ (mittelhochdeutsch „wihen nahten“) bezeichnet, in denen unsere germanischen Vorfahren den Mittwinter feierten - feuchtfröhlich wie ihre Nachkommen heute.
Theo Stemmler: Xmas ist nicht nur ein schnödes Kürzel, faz.net
Mittwoch, 24. Dezember 2008
Sehnsuchtsvoller Traum
Ich möcht einen Garten haben,
irgendwo vor der Stadt,
dort, wo die Schlote und Mauern
nicht mehr dicht vor den Fenstern lauern
und man den weiten Himmel
über den hungrigen Augen hat.
Und ein Haus in den Wiesen –
hätt es auch nur einen einzigen Raum –
aber Blumen stünden
auf unserem Tisch, – aus den Gründen
käme abends der Wind und
spielte im Apfelbaum.
Manchmal müsstest du kommen,
wenn die Arbeit zu Ende ist.
Kein Wort, kein Lärm darf dich kränken –
in meinem stillen Verschenken
solltest du spüren und wissen,
dass du zuhause bist.
Erika Danneberg (1922 - 2007)
irgendwo vor der Stadt,
dort, wo die Schlote und Mauern
nicht mehr dicht vor den Fenstern lauern
und man den weiten Himmel
über den hungrigen Augen hat.
Und ein Haus in den Wiesen –
hätt es auch nur einen einzigen Raum –
aber Blumen stünden
auf unserem Tisch, – aus den Gründen
käme abends der Wind und
spielte im Apfelbaum.
Manchmal müsstest du kommen,
wenn die Arbeit zu Ende ist.
Kein Wort, kein Lärm darf dich kränken –
in meinem stillen Verschenken
solltest du spüren und wissen,
dass du zuhause bist.
Erika Danneberg (1922 - 2007)
Was man so an Heiligabend tut
Heute, Heiligabend, werden wir (der Architekt, der Koordinator für die Kirchenrenovierung, ein weiteres Gemeiundeglied und der Pfarrer) hinaufsteigen auf den Turm, um die fliegenden Schutznetze wieder anzubinden. Wenn sie im Sturm abgerissen würden und auf ein Auto oder einen Passanten stürzten, wäre das schlimm.
Montag, 22. Dezember 2008
Neue Unterrichtsfächer
Wetterkunde, Zeitkultur, Verbraucherschutz: Verbände und Lobbyisten fordern neue Unterrichtsfächer
Für jedes Hobby und Interesse haben die Deutschen bekanntlich einen Verein, einen Verband oder, man geht ja mit der Zeit, eine "Wissensfabrik" (think tank). Sie alle buhlen um Aufmerksamkeit, und dass diese leicht zu gewinnen ist, wenn man nur das Reizthema Schule anspricht, haben auch schon viele herausgefunden. So vergeht kaum eine Woche ohne Forderungen nach irgendeinem neuen Schulfach: Die Bankwirtschaft verlangt mehr ökonomische Bildung (dabei verstehen die Banker ihr Geschäft ja selbst kaum), Umweltorganisationen fordern Naturkunde, Köche und Diätberater sähen gerne Kochen und Ernährung als eigenständiges Fach.
Zwar klagen Schüler und Lehrer schon jetzt über die Fülle des Stoffs in den Lehrplänen, aber das hindert die Lobbyisten nicht, neue Wunschzettel zu schreiben. Verbraucherschützer wünschen sich mehr - man rät es schon - Verbraucherschutzthemen in der Schule; der Bundesverband Darstellendes Spiel fordert das Schulfach Theater, Regisseure hätten gern mehr Unterricht in Film und Filmtheorie; die Architekten die Architektur. Die FDP kann sich eine "Datenschutz-Stunde" vorstellen; der Deutsche Wetterdienst schlägt eine bessere Klimaerziehung vor. Die Brandenburger Feuerwehr dringt auf Brandschutzunterricht. Der Bestseller-Arzt-Autor Dietrich Grönemeyer wirbt für ein Schulfach Gesundheit (und hätte bestimmt nichts dagegen, wenn seine Bücher Schullektüre würden). Ein Hamburger Zeitforscher erkennt bei Jugendlichen einen Mangel an "Zeitkultur". Die Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik kann sich einen Zeit-Unterricht in der Schule vorstellen. Vielleicht können die Zeitforscher den Kindern und erstaunten Lehrern auch beibringen, wie man es schafft, hundert Themen und Fächer in nur einer Schulwoche unterzubringen?
Die Schule sei nicht der "Erfüllungsgehilfe für Spontaninteressen", sagt der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger. Natürlich gehörten alle wichtigen Themen in die Schule - "aber nicht als Einzelfächer zum Abhaken". Eckinger empfiehlt fächerübergreifenden Unterricht und einen engen Kontakt der Schule mit anderen Institutionen, mit Vereinen und Betrieben. Man werde jedoch nie alle Erwartungen, die an die Schule herangetragen werden, auf einmal erfüllen können.
Die Vielfalt der Gesellschaft und ihrer Themen in die Schule zu holen, ist seit jeher das Credo guter Pädagogik. Es lässt sich aber kaum durch vorgeschriebene neue Fächer verwirklichen. So lange jeder fünfte Neuntklässler Deutschland im Rechnen und Lesen nicht oder nur knapp über das Niveau der Grundschule hinauskommt, sind unzureichende Kenntnisse über das Wetter oder die Filmkunst vielleicht auch nicht das drängendste Problem. Allerdings: Das Einüben mathematischer Kompetenzen und die Leseförderung lassen sich durchaus einbetten in einen inhaltlich anregenden Unterricht, in dem es vordergründig um ganz anderes geht. Zum Beispiel ums Wetter.
Manchmal werden Ideen für ungewöhnliche Fächer an den Schulen selbst geboren. In der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg hat Direktor Ernst-Fritz Schubert das Fach "Glück" eingeführt. Was esoterisch klingt, folgt einer durchdachten pädagogischen Konzeption. Das neue Fach ist eine Mischung aus Sinnsuche und Selbsterfahrungskurs, aus Philosophie, Kunst, Tanz, Gymnastik und Theater. Die Schüler sollen sich zum Beispiel selbst einen Brief schreiben, in dem sie ihre Ziele notieren. Es wird gemeinsam gekocht, die Kinder suchen nach gesunden Lebensmitteln, sie recherchieren deren Herkunft und ermitteln die Transportzeiten. Das Fach Glück nimmt viele Wünsche auf, die immer wieder an die Schulen herangetragen werden. Direktor Schubert hat gleich ein Buch darüber geschrieben - das "Schulfach Glück" (Herder Verlag, 2008) lässt sich ganz gut verkaufen. Auch Pädagogen können zu Lobbyisten in eigener Sache werden.
Gefunden auf jetzt.de
Für jedes Hobby und Interesse haben die Deutschen bekanntlich einen Verein, einen Verband oder, man geht ja mit der Zeit, eine "Wissensfabrik" (think tank). Sie alle buhlen um Aufmerksamkeit, und dass diese leicht zu gewinnen ist, wenn man nur das Reizthema Schule anspricht, haben auch schon viele herausgefunden. So vergeht kaum eine Woche ohne Forderungen nach irgendeinem neuen Schulfach: Die Bankwirtschaft verlangt mehr ökonomische Bildung (dabei verstehen die Banker ihr Geschäft ja selbst kaum), Umweltorganisationen fordern Naturkunde, Köche und Diätberater sähen gerne Kochen und Ernährung als eigenständiges Fach.
Zwar klagen Schüler und Lehrer schon jetzt über die Fülle des Stoffs in den Lehrplänen, aber das hindert die Lobbyisten nicht, neue Wunschzettel zu schreiben. Verbraucherschützer wünschen sich mehr - man rät es schon - Verbraucherschutzthemen in der Schule; der Bundesverband Darstellendes Spiel fordert das Schulfach Theater, Regisseure hätten gern mehr Unterricht in Film und Filmtheorie; die Architekten die Architektur. Die FDP kann sich eine "Datenschutz-Stunde" vorstellen; der Deutsche Wetterdienst schlägt eine bessere Klimaerziehung vor. Die Brandenburger Feuerwehr dringt auf Brandschutzunterricht. Der Bestseller-Arzt-Autor Dietrich Grönemeyer wirbt für ein Schulfach Gesundheit (und hätte bestimmt nichts dagegen, wenn seine Bücher Schullektüre würden). Ein Hamburger Zeitforscher erkennt bei Jugendlichen einen Mangel an "Zeitkultur". Die Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik kann sich einen Zeit-Unterricht in der Schule vorstellen. Vielleicht können die Zeitforscher den Kindern und erstaunten Lehrern auch beibringen, wie man es schafft, hundert Themen und Fächer in nur einer Schulwoche unterzubringen?
Die Schule sei nicht der "Erfüllungsgehilfe für Spontaninteressen", sagt der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger. Natürlich gehörten alle wichtigen Themen in die Schule - "aber nicht als Einzelfächer zum Abhaken". Eckinger empfiehlt fächerübergreifenden Unterricht und einen engen Kontakt der Schule mit anderen Institutionen, mit Vereinen und Betrieben. Man werde jedoch nie alle Erwartungen, die an die Schule herangetragen werden, auf einmal erfüllen können.
Die Vielfalt der Gesellschaft und ihrer Themen in die Schule zu holen, ist seit jeher das Credo guter Pädagogik. Es lässt sich aber kaum durch vorgeschriebene neue Fächer verwirklichen. So lange jeder fünfte Neuntklässler Deutschland im Rechnen und Lesen nicht oder nur knapp über das Niveau der Grundschule hinauskommt, sind unzureichende Kenntnisse über das Wetter oder die Filmkunst vielleicht auch nicht das drängendste Problem. Allerdings: Das Einüben mathematischer Kompetenzen und die Leseförderung lassen sich durchaus einbetten in einen inhaltlich anregenden Unterricht, in dem es vordergründig um ganz anderes geht. Zum Beispiel ums Wetter.
Manchmal werden Ideen für ungewöhnliche Fächer an den Schulen selbst geboren. In der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg hat Direktor Ernst-Fritz Schubert das Fach "Glück" eingeführt. Was esoterisch klingt, folgt einer durchdachten pädagogischen Konzeption. Das neue Fach ist eine Mischung aus Sinnsuche und Selbsterfahrungskurs, aus Philosophie, Kunst, Tanz, Gymnastik und Theater. Die Schüler sollen sich zum Beispiel selbst einen Brief schreiben, in dem sie ihre Ziele notieren. Es wird gemeinsam gekocht, die Kinder suchen nach gesunden Lebensmitteln, sie recherchieren deren Herkunft und ermitteln die Transportzeiten. Das Fach Glück nimmt viele Wünsche auf, die immer wieder an die Schulen herangetragen werden. Direktor Schubert hat gleich ein Buch darüber geschrieben - das "Schulfach Glück" (Herder Verlag, 2008) lässt sich ganz gut verkaufen. Auch Pädagogen können zu Lobbyisten in eigener Sache werden.
Gefunden auf jetzt.de
Nikolo
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich in diesem Jahr den Nikolausg gespielt, den Nikolo, wie er hier heißt. An der Brille, an der tiefen Stimme sollten die Kinder mich erkannt haben, denke ich. Aber Kinder sind eben anders. Selbst wenn sie es wissen oder spüren, dass hier jemand den Nikolaus nur spielt, stört sie das nicht. Sie sind ganz in der Situation, wollen sich verzaubern lassen, sie wollen glauben. Und sie differenzieren nicht wie Erwachsene: Entweder es ist der wirkliche Nikolaus oder es ist eben nur Theater, nein: Sie sind ganz dabei.
Wie sagt Jesus? Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...
Weiterhin billige Räusche
Nach ihrer Ankündigung, die Steuern für alkoholische Getränke erhöhen zu wollen, ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung unter politischen Druck geraten. Jetzt distanziert sich Sabine Bätzing von den unpopulären Plänen.
Die "Leipziger Volkszeitung" hatte aus dem Entwurf zitiert: Preisanhebungen infolge von Steuererhöhungen könnten einen "unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums ausüben".
Dazu ließ die Drogenbeauftragte wissen: "Es soll lediglich wissenschaftlich untersucht werden, welchen Einfluss der Preis von Alkohol auf das Konsumverhalten hat - darüber hinaus werden keine steuerpolitische Maßnahmen erwogen." Außerdem stellte Bätzing klar, dass es sich um ein nicht abgestimmtes Papier handele. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hatte zuvor gesagt: "Die von Frau Bätzing vorgeschlagenen Steuererhöhungspläne lehnen wir ab. Mit Steuerpolitik kann man keine Vorbeugepolitik für Jugendliche machen. Sie weichen dann nur auf noch billigeren Fusel aus." (...)
ftd.de
Das ist zwar richtig, aber ein wenig Geld würde der Staatskasse sicher auch nicht schaden.
Die "Leipziger Volkszeitung" hatte aus dem Entwurf zitiert: Preisanhebungen infolge von Steuererhöhungen könnten einen "unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums ausüben".
Dazu ließ die Drogenbeauftragte wissen: "Es soll lediglich wissenschaftlich untersucht werden, welchen Einfluss der Preis von Alkohol auf das Konsumverhalten hat - darüber hinaus werden keine steuerpolitische Maßnahmen erwogen." Außerdem stellte Bätzing klar, dass es sich um ein nicht abgestimmtes Papier handele. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hatte zuvor gesagt: "Die von Frau Bätzing vorgeschlagenen Steuererhöhungspläne lehnen wir ab. Mit Steuerpolitik kann man keine Vorbeugepolitik für Jugendliche machen. Sie weichen dann nur auf noch billigeren Fusel aus." (...)
ftd.de
Das ist zwar richtig, aber ein wenig Geld würde der Staatskasse sicher auch nicht schaden.