Mittwoch, 7. Januar 2009
Dienstag, 6. Januar 2009
Tod einer Katze
Einen Tag nach Bekanntwerden des Todes von US-Präsident George W. Bushs Katze haben sich militante Islamisten im Internet darüber lustig gemacht. «Um Gottes Willen - könnte uns jemand sagen, wo die Totenwache abgehalten werden soll», schrieb ein Islamist am Dienstag auf einer Website, die normalerweise nur für offizielle Bekanntmachungen von Gruppen wie Al Kaida genutzt wird. Sarkasmus ist auf der Website für gewöhnlich nicht zu finden.
Diskussionsteilnehmer, die bei dem Portal registriert sein müssen, machten sich auch über arabische Staatsmänner lustig, die in ihren Augen Handlanger der Bush-Regierung sind. «Jetzt ist nicht die richtige Zeit zu sterben», hieß es in einem weiteren Eintrag. Denn die Staatschefs müssten jetzt, obwohl sie sehr beschäftigt seien, zum Kondolieren nach Washington reisen, schrieb ein Teilnehmer.
Das Büro von First Lady Laura Bush hat am Montag erklärt, die 18 Jahre alte Katze «India» sei am Sonntag verstorben.
ap 6.1.2009 - Gefunden auf net-tribune.de
Wenn sich der Konflikt der Kulturen nur auf solchen Ebenen abspielte, wäre er doch eigentlich ganz nett.
Hoffnung für Chaoten?
Chaos scheint etwas sehr Mächtiges zu sein: Ordnung verwandelt sich quasi wie von selbst in Unordnung. Bisher glaubten die Wissenschaftler darum, dass es ein Naturgesetz sei - doch jetzt haben sie festgestellt: die Ordnung ist stärker als gedacht.
(...)
Selbst als die Forscher das Wasser mit extrem hohem Druck durch ihr Rohr pressten, und so vielfältige Wirbel erzeugten, lösten sich die Turbulenzen wieder auf und das Wasser floss ruhig. Bisher hatte das nur niemand lange und genau genug gemessen, um diesen Effekt zu sehen. Aus ihren Messdaten leiteten die Physiker ein Gesetz ab, dass ihrer Beobachtung fast philosophischen Charakter gibt: Turbulenzen in einem Rohr haben immer eine endliche Lebenszeit. Verallgemeinert heißt das: Es gibt immer einen Weg aus dem Chaos zurück in die Ordnung. Die Ordnung kann also immer siegen, das Chaos bleibt sterblich.
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Selbst als die Forscher das Wasser mit extrem hohem Druck durch ihr Rohr pressten, und so vielfältige Wirbel erzeugten, lösten sich die Turbulenzen wieder auf und das Wasser floss ruhig. Bisher hatte das nur niemand lange und genau genug gemessen, um diesen Effekt zu sehen. Aus ihren Messdaten leiteten die Physiker ein Gesetz ab, dass ihrer Beobachtung fast philosophischen Charakter gibt: Turbulenzen in einem Rohr haben immer eine endliche Lebenszeit. Verallgemeinert heißt das: Es gibt immer einen Weg aus dem Chaos zurück in die Ordnung. Die Ordnung kann also immer siegen, das Chaos bleibt sterblich.
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Leider lässt sich dieser Effekt auf Schreibtischen und in Jugendzimmern nicht nachweisen, oder?
Überraschung
Von Flaschenpfand, öffentlichen Räumen und Kultur
Selbstportrait mit leerer Flasche
Die Verwahrlosung öffentlicher Räume
Das Phänomen datiert nicht erst von heute, aber in letzter Zeit ist es unübersehbar geworden - trotz oder wegen der Wiedereinführung des Flaschenpfands. Die Fußgängerzonen deutscher Städte, und nicht nur sie, sind übersät, nein: verunziert von leeren Flaschen, die Bier trinkende Jungdynamiker dort abstellen. Die Möblierung der Innenstädte mit Leergut gehorcht demselben ungeschriebenen Gesetz, das Hunde ihr Hinterbein heben lässt, um sich an Hausecken oder Mauervorsprüngen zu erleichtern.
"Kilroy was here" lautet die Botschaft der Biertrinker, schon von weitem erkennbar an den halbvollen oder halbleeren Flaschen, die sie zu jeder Tages- und Nachtzeit bei sich tragen, weil ein Deutscher ohne Bier kein richtiger Deutscher und ein Jungdynamiker nur mit Flasche in der Hand ein echter Jungdynamiker ist.
Lieber leere Bierflaschen als zerknickte Coladosen, die aus dem Straßenbild verschwunden sind, seit das Dosenpfand 25 Cent kostet, während die Obdachlosen in New York mit Plastiktüten voll zerknüllter Büchsen vor Supermärkten anstehen, um mit dem Erlös ihren Lebensunterhalt aufzubessern. In den USA ist der Konsum von Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch auf offener Straße untersagt - warum eigentlich nicht bei uns?
Ist die Verwahrlosung des öffentlichen Raums ein Resultat der Verostung des westlichen Lebensstils, man kann auch Verödung dazu sagen, mithin also ein posthumer Sieg der untergegangenen DDR? Heute ist die Verostung Westdeutschlands so unübersehbar geworden wie der gegenläufige Trend, die Verwestlichung Ostdeutschlands, deren Ausdruck grüne und braune Bierflaschen sind, Symptome einer gelungenen Wiedervereinigung, wenn man so will.
Kürzlich bückte ich mich nach einer leeren Flasche, die jemand mit Absicht oder aus Versehen mitten auf dem Zebrastreifen abgestellt hatte. Es geschah an einer belebten Kreuzung in einem beliebten Kiez, nicht weit vom Hackeschen Markt, wo nicht bloß bei Nacht, sondern am hellichten Tag wie Christbäume dekorierte Sex Worker aus Ländern des ehemaligen Warschauer Pakts auf Kundenfang gehen, und ich hatte mich nicht aus Geldgier nach der leeren Flasche gebückt, sondern aus hygienischen Gründen.
Ein Biertrinker im Bundeswehrparka hatte mich bei meinem Tun beobachtet und drückte mir, nachdem er sie ausgetrunken hatte, eine weitere Flasche in die Hand, mitfühlend, wie mir schien. "Nimm beide", sagte er und wies mir den Weg zu einem rund um die Uhr geöffneten Lebensmittelmarkt: "Dort kriegst du 16 Cent." - "Und warum bringen Sie die Flaschen nicht selbst zurück?" - "Kein Interesse", murmelte der Penner in seinen Sechstagebart und zog ein frisches Bier aus den Tiefen seines Anoraks, das er mit dem Gasfeuerzeug aufschnippte und dann zum Mund führte.
Dass die Pfandregelung nicht von allen angenommen wird und dass viele Mitbürger sie, ähnlich wie die Mülltrennung, nur halbherzig oder widerwillig praktizieren, ist eine Binsenwahrheit, genau wie die Tatsache, dass die Auszahlung eines Bagatellbetrags von acht Cent der Verkäuferin so lästig fällt wie dem Kunden im Supermarkt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit - es bleibt ein unerklärter Rest.
Im Nachkriegsdeutschland der fünfziger Jahre diente das Einsammeln leerer Flaschen Kindern und Jugendlichen nicht bloß zum Aufstocken des Taschengelds: Es war Spiel und Sport zugleich, wie das Einfangen von Maikäfern oder das Auflesen von Kastanien, die an Wildschweine verfüttert wurden. Zeitgleich mit den Pfandflaschen verschwanden die Maikäfer von der Bildfläche, und heute machen Miniermotten den Kastanienbäumen den Garaus. Vielleicht hat die Finanzkrise auch ihr Gutes, und im Schlepptau des Flaschenpfands kehren die Maikäfer und die Kastanien zurück.
Hans Christoph Buch
Gefunden auf dradio.de
Die Verwahrlosung öffentlicher Räume
Das Phänomen datiert nicht erst von heute, aber in letzter Zeit ist es unübersehbar geworden - trotz oder wegen der Wiedereinführung des Flaschenpfands. Die Fußgängerzonen deutscher Städte, und nicht nur sie, sind übersät, nein: verunziert von leeren Flaschen, die Bier trinkende Jungdynamiker dort abstellen. Die Möblierung der Innenstädte mit Leergut gehorcht demselben ungeschriebenen Gesetz, das Hunde ihr Hinterbein heben lässt, um sich an Hausecken oder Mauervorsprüngen zu erleichtern.
"Kilroy was here" lautet die Botschaft der Biertrinker, schon von weitem erkennbar an den halbvollen oder halbleeren Flaschen, die sie zu jeder Tages- und Nachtzeit bei sich tragen, weil ein Deutscher ohne Bier kein richtiger Deutscher und ein Jungdynamiker nur mit Flasche in der Hand ein echter Jungdynamiker ist.
Lieber leere Bierflaschen als zerknickte Coladosen, die aus dem Straßenbild verschwunden sind, seit das Dosenpfand 25 Cent kostet, während die Obdachlosen in New York mit Plastiktüten voll zerknüllter Büchsen vor Supermärkten anstehen, um mit dem Erlös ihren Lebensunterhalt aufzubessern. In den USA ist der Konsum von Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch auf offener Straße untersagt - warum eigentlich nicht bei uns?
Ist die Verwahrlosung des öffentlichen Raums ein Resultat der Verostung des westlichen Lebensstils, man kann auch Verödung dazu sagen, mithin also ein posthumer Sieg der untergegangenen DDR? Heute ist die Verostung Westdeutschlands so unübersehbar geworden wie der gegenläufige Trend, die Verwestlichung Ostdeutschlands, deren Ausdruck grüne und braune Bierflaschen sind, Symptome einer gelungenen Wiedervereinigung, wenn man so will.
Kürzlich bückte ich mich nach einer leeren Flasche, die jemand mit Absicht oder aus Versehen mitten auf dem Zebrastreifen abgestellt hatte. Es geschah an einer belebten Kreuzung in einem beliebten Kiez, nicht weit vom Hackeschen Markt, wo nicht bloß bei Nacht, sondern am hellichten Tag wie Christbäume dekorierte Sex Worker aus Ländern des ehemaligen Warschauer Pakts auf Kundenfang gehen, und ich hatte mich nicht aus Geldgier nach der leeren Flasche gebückt, sondern aus hygienischen Gründen.
Ein Biertrinker im Bundeswehrparka hatte mich bei meinem Tun beobachtet und drückte mir, nachdem er sie ausgetrunken hatte, eine weitere Flasche in die Hand, mitfühlend, wie mir schien. "Nimm beide", sagte er und wies mir den Weg zu einem rund um die Uhr geöffneten Lebensmittelmarkt: "Dort kriegst du 16 Cent." - "Und warum bringen Sie die Flaschen nicht selbst zurück?" - "Kein Interesse", murmelte der Penner in seinen Sechstagebart und zog ein frisches Bier aus den Tiefen seines Anoraks, das er mit dem Gasfeuerzeug aufschnippte und dann zum Mund führte.
Dass die Pfandregelung nicht von allen angenommen wird und dass viele Mitbürger sie, ähnlich wie die Mülltrennung, nur halbherzig oder widerwillig praktizieren, ist eine Binsenwahrheit, genau wie die Tatsache, dass die Auszahlung eines Bagatellbetrags von acht Cent der Verkäuferin so lästig fällt wie dem Kunden im Supermarkt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit - es bleibt ein unerklärter Rest.
Im Nachkriegsdeutschland der fünfziger Jahre diente das Einsammeln leerer Flaschen Kindern und Jugendlichen nicht bloß zum Aufstocken des Taschengelds: Es war Spiel und Sport zugleich, wie das Einfangen von Maikäfern oder das Auflesen von Kastanien, die an Wildschweine verfüttert wurden. Zeitgleich mit den Pfandflaschen verschwanden die Maikäfer von der Bildfläche, und heute machen Miniermotten den Kastanienbäumen den Garaus. Vielleicht hat die Finanzkrise auch ihr Gutes, und im Schlepptau des Flaschenpfands kehren die Maikäfer und die Kastanien zurück.
Hans Christoph Buch
Gefunden auf dradio.de
Hippe Nüchternheit?
Der Moderator des Reformierten Bundes, Peter Bukowski, hält die Nüchternheit reformierter Kirchenräume und die Schlichtheit im Ablauf reformierter Gottesdienste auch angesichts einer immer stärker auf Bilder orientierten Gesellschaft für positiv. In einem Interview in der Januarausgabe der in Berlin erscheinenden Zeitschrift „zeitzeichen“ erklärt Bukowski: „Die Medienwelt ist längst in der Gefahr, an der erzeugten Bilderflut zu ersticken, jedenfalls gibt es zunehmenden Überdruss an ihr. Man könnte fast sagen, die reformierte Nüchternheit ist sozusagen „hipp", weil ich in reformierten Kirchenräumen nicht mit Reizen zugekleistert werde, weil hier nicht Bilder meine Glaubensvorstellungen schon vorprägen wollen, weil dieser Raum zum Hören einlädt, zum eigenen Nachdenken, weil man hier zur Besinnung kommen kann.“
EKD-Newsletter Nr. 309, 06. Januar 2009
EKD-Newsletter Nr. 309, 06. Januar 2009
Auch in der Schweiz...

Immerhin 7 der 30 von der «SonntagsZeitung» zu den bedeutendsten Schweizern aller Zeiten Erkorenen sind Kirchenmänner und -frauen. Zwingli hat es auf den besten «Kirchenrang» geschafft und ist 18., Calvin 22. geworden. Bedenklich scheint aber, dass 53 respektive 48 Prozent der unter 34-Jährigen noch nie etwas von Calvin und Zwingli gehört haben.
Albert Einstein, Gottlieb Duttweiler und Roger Federer haben es auf die Podestplätze geschafft in der Umfrage der «Sonntagszeitung» vom 4. Januar; Schlusslichter sind vor dem letztklassierten Christoph Blocher die Theologen Karl Barth und Johann Caspar Lavater. Weiter belegt Niklaus von Flüe den 19., Hans Küng den 25. und die Heilige Bernarda den 26. Rang.
Bei diesem Rating wurden die Namen der 30 von der Leserschaft der Zeitung als «bedeutendste Schweizer aller Zeiten» ermittelten Männer und Frauen in einer repräsentativen Umfrage über 1000 Personen vorgelegt. Die persönlichen Einzelgespräche von Isopublic ergaben, dass vor allem bei jüngeren Befragten nur ein Teil der 30 Namen überhaupt ein Begriff ist. 83 Prozent hat bei Hans Küng «weiss nicht» angekreuzt, und 48 Prozent haben nie etwas von Zwingli, 53 Prozent nie etwas von Calvin gehört. Die «SonntagsZeitung» schliesst aus den Antworten, dass alle diese unter 34-Jährigen «in Schule und Kirche nur wenig von der Reformation gehört haben und wohl nur schlecht erklären könnten, weshalb es verschiedene Konfessionen gibt».
Quelle: RNA Datum: 06.01.2009 Aus jesus.ch
Die Weitergabe religiöser Tradition hat immer auch etwas mit Bildung zu tun. Aber das ist offenbar sehr schwierig in Zeiten moderner Informationsüberflutung. Und die Probleme sind in allen westlichen Ländern ähnlich gelagert. Mein Eindruck aus Deutschland und Österreich scheint sich auch in der Schweiz zu bestätigen: Historisches Wissen vermittelt die Schule nur noch sehr rudimentär.
Albert Einstein, Gottlieb Duttweiler und Roger Federer haben es auf die Podestplätze geschafft in der Umfrage der «Sonntagszeitung» vom 4. Januar; Schlusslichter sind vor dem letztklassierten Christoph Blocher die Theologen Karl Barth und Johann Caspar Lavater. Weiter belegt Niklaus von Flüe den 19., Hans Küng den 25. und die Heilige Bernarda den 26. Rang.
Bei diesem Rating wurden die Namen der 30 von der Leserschaft der Zeitung als «bedeutendste Schweizer aller Zeiten» ermittelten Männer und Frauen in einer repräsentativen Umfrage über 1000 Personen vorgelegt. Die persönlichen Einzelgespräche von Isopublic ergaben, dass vor allem bei jüngeren Befragten nur ein Teil der 30 Namen überhaupt ein Begriff ist. 83 Prozent hat bei Hans Küng «weiss nicht» angekreuzt, und 48 Prozent haben nie etwas von Zwingli, 53 Prozent nie etwas von Calvin gehört. Die «SonntagsZeitung» schliesst aus den Antworten, dass alle diese unter 34-Jährigen «in Schule und Kirche nur wenig von der Reformation gehört haben und wohl nur schlecht erklären könnten, weshalb es verschiedene Konfessionen gibt».
Quelle: RNA Datum: 06.01.2009 Aus jesus.ch
Die Weitergabe religiöser Tradition hat immer auch etwas mit Bildung zu tun. Aber das ist offenbar sehr schwierig in Zeiten moderner Informationsüberflutung. Und die Probleme sind in allen westlichen Ländern ähnlich gelagert. Mein Eindruck aus Deutschland und Österreich scheint sich auch in der Schweiz zu bestätigen: Historisches Wissen vermittelt die Schule nur noch sehr rudimentär.
