Donnerstag, 26. Februar 2009

Klare Gedanken und Worte zu einem heiklen Thema

Gastkommentar von Harald Fiegl
Islam – weich gespült

Groß war die Überraschung, als jüngst eine Studie zeigte, dass 73 Prozent der Islam-Lehrer weder theologische noch pädagogische Ausbildung haben, 44 Prozent als vorrangiges Ziel "Überlegenheitsgefühle" vermitteln, 20 Prozent die Demokratie ablehnen und 18 Prozent "Verständnis dafür" empfinden, dass Abtrünnige mit dem Tod bestraft werden. Vermutlich sind die realen Werte noch viel bedenklicher: Von 330 befragten Lehrern haben 120 den Fragebogen nicht einmal retourniert.

Nicht-Muslimen wird der Islam als "Religion des Friedens" und Bereicherung dargestellt. Aus Gründen der "Political Correctness" wurde diese Behauptung nie infrage gestellt. Von Muslimen wird bestenfalls verbal die Eingliederung ins "europäische" Lebensmodell eingefordert. Auch wurde bis heute nicht überprüft, ob der Islam den Staatsgesetzen entspricht, wie es das Islamgesetz von 1912 verlangt.

Das offizielle Österreich weiß nicht, was islamischer Glaubensinhalt ist. Nicht nur das: Im Einklang mit dem 1983 genehmigten Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht wird an Pflichtschulen die "Islamische Staatsordnung" – also auch die Scharia – gelehrt.

In unzähligen Dialogveranstaltungen – gesponsert aus österreichischen Quellen – werden Gemeinsamkeiten gesucht, ohne Österreichs Gesetze als oberste Richtschnur des Zusammenlebens einzufordern. Meist wird nur die katholische Kirche dem Islam gegenübergestellt. Die säkulare Gesellschaft kommt nicht vor, obzwar deren Gesetze die Richtschnur für das Zusammenleben bilden.

So erhielt der Verein "Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen" den Demokratiepreis 2008 für Beiträge zur "Integration durch Partizipation". Es fiel gar nicht auf, dass dieses Motto das Nebeneinander (wenn nicht Gegeneinander) und nicht das Miteinander etabliert! ORF-Beiträge folgen vorwiegend diesem Schema, ebenso die Mentoring-Programme von Integrationsfonds und WKO. Diese sollten Migranten auf den heimischen Arbeitsmarkt einstimmen und das österreichische Lebensmodell einfordern.

Das Weichspülen hat auch eine internationale Entsprechung. Am Tag der Menschenrechte (10. Dezember) wird uns die UN-Menschenrechtsdeklaration 1948 ins Gedächtnis gerufen. Für Muslime gilt aber die Kairoer Islamische Menschenrechtsdeklaration von 1990, das heißt die Scharia. Nach "westlichen" Vorstellungen von Menschenrechten ist der Einzelne frei, seine religiöse Anschauung zu wählen und zu leben. Nach islamischem Verständnis ist Religionsfreiheit die uneingeschränkte Entwicklungsmöglichkeit des Islam als Kollektiv in jeglichem Umfeld.

Selbst die EU-Agentur für Grundrechte setzt ihren Schwerpunkt auf die Verfolgung von Islamophobie. Christophobie oder Angriffe auf das westliche Lebensmodell – also auf "Ungläubige" – kommen nicht vor.

Wo bleibt die Aufsichtspflicht des Staates? Wann wird endlich die schriftliche Offenlegung des islamischen Glaubensinhalts in einer Art "Konkordat" eingefordert?

Dr. Harald Fiegl war Handelsdelegierter in der Türkei.

Wiener Zeitung Printausgabe vom Mittwoch, 25. Februar 2009

Stadtbahnbogen in Ottakring

Manche Tage...

Vormittags Schule, nachmittags Konfirmandenunterricht: Alle Jugendlichen, die ich heute traf, wirkten übermüdet und depressiv. Gestern war Neumond, lag es daran? Oder dauert der Winter einfach zu lange?

Im Fensterspiegel

Wer kann das wirklich?

Der liebt nicht die Wahrheit, der sie anderen sagt. Nur der liebt die Wahrheit, der sie gegen sich verträgt.

Hermann Oeser (1849-1912), deutscher Pädagoge

Durchgang

Mittwoch, 25. Februar 2009

Kein neuer Feiertag - nur eine Umbenennung...

Rund 25 Millionen Menschen in Deutschland sind katholisch, etwa genauso viele evangelisch - der überwiegende Rest der etwa 82 Millionen Einwohner aber ist konfessionslos. Viele gesetzliche Feiertage haben jedoch einen christlichen Hintergrund. Das sei unfair, sagt der Vorsitzende der Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon.

Er möchte, dass ein Teil der gesetzlichen Feiertage auf dieses konfessionslose Drittel zugeschnitten wird. Zu diesem Zweck fordert die Stiftung den Bundesrat und die Bundesländer zur Einrichtung eines Evolutionsfeiertags auf. Die "Petition zur Umbenennung von Christi Himmelfahrt in Evolutionstag" der Giordano Bruno Stiftung kann man online unterzeichnen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE zu der Forderung bisher keine Stellungnahme abgegeben.

Am Evolutionstag sollte gefeiert werden, dass wir endlich den kindlichen Narzissmus überwunden haben, der uns dazu verleitete, unsere Art als 'Krone der Schöpfung' zu betrachten", sagte Schmidt-Salomon. Werbewirksam haben die Stiftungsvertreter zugleich ein Youtube-Video produziert, das ihr Anliegen befördern soll: "Children Of The Evolution" zeigt einen rockenden Charles Darwin mit Gitarre, der die Menschheit als Geschöpfe der Evolution besingt.



Die Giordano Bruno Stiftung wurde im Jahr 2004 gegründet. Laut Informationen auf ihrer Web-Seite ist ihr Ziel, "die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär-humanistischen Ethik zu entwickeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen".

Da die Stiftungsvertreter nicht davon ausgehen, dass die Länder einen eigenen Evolutionsfeiertag einrichten werden, fordern sie die Umbenennung eines bestehenden christlichen Feiertags: Christi Himmelfahrt. Dieser Tag biete sich dafür an, so Schmidt-Salomon, weil die Mehrheit der in Deutschland lebenden Christen nicht mehr "an das Glaubensdogma der leiblichen Auffahrt Jesu in den Himmel" glaube.

Christi Himmelfahrt wird 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert. Christen feiern an diesem Tag die Rückkehr des von den Toten wiederauferstandenen Christus zu Gott.

Die Festlegung der Feiertage ist Angelegenheit der Bundesländer. Die Anzahl der Feiertage unterscheidet sich von Land zu Land - was immer wieder Kritik hervorruft. So hat Bayern mehr Feiertage als die norddeutschen Länder. Christi Himmelfahrt jedoch ist einer von acht christlichen Feiertagen, die in allen Ländern
gelten.

Der einzige vom Bund beschlossene Feiertag ist der Tag der Deutschen Einheit, der am 3. Oktober gefeiert wird. Außer ihm gibt es nur noch zwei weitere Feiertage ohne christlichen Hintergrund: Neujahr und den Tag der Arbeit am 1. Mai.

Es gab von Politikern in der Vergangenheit Vorstöße, Feiertage abzuschaffen oder neue einzuführen. So sorgten Pläne der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2004 für Entrüstung, den Tag der Deutschen Einheit aus volkswirtschaftlichen Gründen abzuschaffen. Letztlich scheiterte dieser Vorstoß genauso wie die Forderung des Grünen-Politikers Christian Ströbele, einen muslimischen Feiertag in Deutschland einzuführen.

Die Forderung, dem konfessionslosen Drittel der Bevölkerung mit eigenen Feiertagen Rechnung zu tragen, ist nicht neu. So wollte der "Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V." schon im Jahr 2003, dass jeder Bürger ein individuelles Kontingent an Feiertagen erhält, das er gegenüber seinem Arbeitgeber geltend machen kann.


spiegel.de

Straßenbahn nächtens

Rheinischer Karneval

Der Rosenmontagszug in Düsseldorf hat den Streit um den Papst und den Holocaust-Leugner Richard Williamson zum Thema gemacht. Papst Benedikt XVI. zog als jecke Figur im närrischen Lindwurm von Düsseldorf durch die Stadt. Auf einem der politischen Motivwagen schüttelte das Oberhaupt der Katholiken dem Holocaust-Leugner Williamson die Hand, der statt im Bischofsornat als Teufelserscheinung dargestellt wurde. Auf einem der riesigen Flügel von Williamson prangte in großen Lettern "Anti-Semitismus", auf dem anderen "Pius-Bruderschaft".

Auf einem anderen Motivwagen, deren Themen bis zum Rosenmontag streng geheim gehalten wurden, zerschlägt NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in der Gestalt eines kahlköpfigen Skinhead mit einem Baseball-Schläger die Obdachlosenhilfe des Landes. Hintergrund dieses Wagens ist die beabsichtigte Streichung von insgesamt rund 1,2 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt für die verschiedenen Initiativen der Obdachlosenhilfen an Rhein und Ruhr. Beide Wagen erhielten während des Umzugs häufigen lautstarken Applaus der Närrinnen und Narren am Zugweg.

Auch die geplante Großmoschee im benachbarten Köln sparten die Jecken in der NRW-Landeshauptstadt nicht aus. Auf einem Motivwagen überrollt der Verein Ditib als Betreiber der Großmoschee mit einem gewaltigen Traktor einen Demonstranten der rechtspopulistischen Organisation "Pro-Köln", die gegen den Bau des islamischen Gotteshauses zu Felde zieht.

Im Kölner Rosenmontagszug hatten die Narren auf ihrem politischsten Wagen das berüchtigte Terroristengefängnis Guantanamo auf Kuba dargestellt. Ausgemergelte, gefesselte Gefangene blickten durch die Gitterstäbe auf die amerikanischen Soldaten, die sich Zigarre rauchend und unter Palmen in der Hängematte das Leben auf der Karibikinsel versüßen, während die Grundcharta der Menschenrechte angekettet in der Ecke liegt. Unterstützung bei der Realisierung des Themas erhielt das Festkomitee von der Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International.

epd West

Unsere neue Mitbewohnerin

Die Rehpinscherdame "Gundel"