Montag, 22. Juni 2009

Aus der Zeit, als die Welt noch "in Ordnung" war

Was ein Kind gesagt bekommt

Der liebe Gott sieht alles.
Man spart für den Fall des Falles.
Die werden nichts, die nichts taugen.
Schmökern ist schlecht für die Augen.
Kohlentragen stärkt die Glieder.
Die schöne Kinderzeit, die kommt nicht wieder.
Man lacht nicht über ein Gebrechen.
Du sollst Erwachsenen nicht widersprechen.
Man greift nicht zuerst in die Schüssel bei Tisch.
Sonntagsspaziergang macht frisch.
Zum Alter ist man ehrerbötig.
Süßigkeiten sind für den Körper nicht nötig.
Kartoffeln sind gesund.
Ein Kind hält den Mund.


Bertolt Brecht

Gothic manner

Sonntag, 21. Juni 2009

Angekommen, ich weiß nicht, wo...

Einar Schleef notierte im Frühjahr 1981 in seinem Tagebuch, dass er angekommen sei, aber nicht wisse, wo. Diese paradoxe Auskunft könnte über dem gesamten Leben des 1944 in Sangerhausen geborenen und 2001 in Berlin gestorbenen Multitalents stehen. Nach einem Studium für Bühnenbild in Ost-Berlin, verließ er 1976 die DDR, weil er das vom Honecker-Staat verhängte, mit regelmäßigen Einkünften verbundene Berufsverbot nicht akzeptieren wollte. Aber Einar Schleef war kein Wolf Biermann. Es sollte viele Jahre dauern, ehe der passionierte Theatermann eine Inszenierung übertragen bekam: Seine Lesart der "Mütter" nach Euripides und Aischylos im Schauspiel Frankfurt begründete 1986 seinen Ruf als Enfant terrible des westdeutschen und später des Gesamt-Berliner Theaterbetriebs.

Die Jahre, in denen er nicht für die Bühne tätig sein konnte, sind in dem - als "Tagebuch" nur unzureichend bezeichneten - vierten Band des Monumentalwerks sofort zu erkennen: Es sind hier die literarisch ergiebigsten. Bis er in Frankfurt/Main unter der Intendanz von Günther Rühle Regie-Aufgaben übernehmen konnte, widmete er sich dem Schreiben. Das Diarium der frühen achtziger Jahre, besonders das Jahr 1981, ist ein Steinbruch aus zum Teil in mehreren Fassungen geschriebenen Prosa-Stücken und Fragmenten. Auch wenn ihm zu dieser Zeit die Theater verschlossen waren, hatte Schleef als Schriftsteller einigen Erfolg. 1980 erschien, durch Golo Mann gefördert, der erste Teil des Romans "Gertrud". Nach Publikation des zweiten Bandes 1984 attestierte "Der Spiegel" dem Autor im Vorspann zu einem Interview: "Die Besessenheit, mit der Einar Schleef schreibt, war stets eine Erkennungsmelodie großer Literatur." Eingeordnet wird er damals schon zwischen Uwe Johnson und Samuel Beckett. (...)

Thüringische Landeszeitung (Rezension des vierten Bandes des "Tagebuches" von Einar Schleef)

Sommer in Grinzing

Zum Nachdenken

Die Wohngemeinschaft unseres Hauses gibt Menschen Schutz und hilft ihnen in vieler Hinsicht. (...) Stefan ist froh, nach einem anstrengenden Arbeitstag des Fluchens und Spottens heimkommen zu können und in eine gute Atmosphäre einzutauchen.

Aus dem Freundesbrief von HELP-FCJG Wien

Was für einer Tätigkeit mag dieser Strefan wohl nachgehen?

Samstag, 20. Juni 2009

Die Orgel...

... war ursprünglich ein byzantinisches Jahrmarktinstrument. Und bei mancher Orgelliteratur fühlt man sich an diese Anfänge erinnert.

So ist das

PAMINA: Bei Männern, welche Liebe fühlen,
Fehlt auch ein gutes Herze nicht.

PAPAGENO: Die süßen Triebe mitzufühlen,
Ist dann der Weiber erste Pflicht.

BEIDE: Wir wollen uns der Liebe freun,
Wir leben durch die Lieb' allein.

PAMINA: Die Lieb' versüßet jede Plage,
Ihr opfert jede Kreatur.

PAPAGENO: Sie würzet unsre Lebenstage,
Sie wirkt im Kreise der Natur.

BEIDE: Ihr hoher Zweck zeigt deutlich an,
Nichts Edler's sei, als Weib und Mann.
Mann und Weib, und Weib und Mann
Reichen an die Gottheit an.

W A.Mozart: Die Zauberflöte I,7

Keine Illusionen bitte...

dad = krediitkarte mit füßen !! ;)

Äußerung einer Juigendlichen auf facebook

Zerschmiltz...

Zerschmiltz, du Felsen - hartes Hertze!
Zerschmiltz von meiner heissen Gluth
und kühle das entzündte Blut
mit einem frohen Liebes-Schertze!
Zerschmiltz, du Felsen - hartes Hertze!

Aus der Oper "Cecrops" von Johann Philipp Krieger

Das hättet ihr wohl gern...

Menschlicher Schädel auf dem Mars?

Ein angeblicher menschlicher Schädel auf dem Mars feuert die Diskussion um Leben im All neu an.

© NASA

(cze) - Kaum geistert ein Bild eines angeblichen menschlichen Schädels auf dem Mars durchs Netz, stellt sich wieder die Frage: Anzeichen für Leben auf dem Roten Planeten oder doch nur eine besondere Gesteinsformation?

Der Weltraum fasziniert die Menschheit schon seit ihren Anfängen. Und schon immer beflügelte die Möglichkeit von Leben auf anderen Planeten unsere Fantasie.

So geschehen beispielsweise beim so genannten "Mars-Gesicht", das eine "Viking"-Sonde der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA in den 70er Jahren aufnahm: Von oben betrachtet war auf der Oberfläche des Planeten ein gesichtsähnliches Gebilde auszumachen. Lange rätselten sowohl Experten als auch Weltraumenthusiasten, ob es sich dabei um die Überreste einer längst untergegangenen Kultur handeln könnte. Am Ende stellte sich das "Gesicht" dann aber doch als natürliche Erscheinung heraus.

Nun also der "menschliche Schädel", über den zahlreiche Medien hierzulande derzeit berichten und für den es offensichtlich noch keine wissenschaftliche Erklärung gibt. Allzu aktuell ist die Entdeckung zwar nicht mehr, denn die Mars-Sonde "Spirit" nahm das fragliche Bild bereits im Jahr 2005 auf, und schon im Jahr danach berichtete ein gewisser Joseph P. Skipper auf seiner Webseite "Mars Anomaly Research" über die Erscheinung. Doch die Bereitwilligkeit, mit der die Diskussion nun wieder aufflammt, zeigt, welche Faszination das Thema ausübt.

Für eben jenen Skipper ist der mutmaßliche Schädel im Übrigen nicht nur der Beweis für Leben auf dem Mars, sondern vor allem dafür, dass die NASA die Öffentlichkeit hinters Licht führen will. Seine Analyse der Aufnahmen habe nämlich ergeben, dass die Bilder manipuliert worden seien, um die Entdeckung des Schädels zu verschleiern. Solcherlei Erkenntnisse seien nur für eine kleine Elite vorgesehen, der Bürger hingegen, der die Raumfahrt finanziere, werde im Dunkeln gelassen. Wie gesagt: Der Weltraum beflügelt die Fantasie.

Gefunden auf gmx.net