Samstag, 9. Februar 2008

Ein Schmaus für Ohren und Augen

Selten genug, aber es kommt doch vor, dass auch das Fernsehprogramm eine Quelle des Glücks ist: Beethoven, Buñuel, dann die Berlinale - und schließlich sogar noch Uecker. Als habe der Sender sein Programm genau für mich gemacht, in gerade dieser Zusammenstellung.
Natürlich heißt der berühmte Buñuel-Film in Wahrheit "Ein andalusischer Hund", aber eine ordentliche Programmzeitschrift kann ich mir leider nicht leisten.

Die neuesten Blüten der political correctness

Schon seit Jahren ist es in den USA kaum mehr legitim, einander "Frohe Weihnachten" zu wünschen, es könnte ja die Gefühle von Nicht-Christen verletzen, darum sagt man korrekterweise "Frohe Feiertage" oder dergleichen. Eine neue Stufe erreicht der Wahn der political correctness nun in Großbritannien: "Derweil gab die BBC in ihrer Internet-'Section on Islam' eine Neuerung bekannt: Wann immer der Name des Propheten erwähnt werde, solle sogleich der Zusatz folgen: 'Peace be upon him', der Friede sei mit ihm. Das, erklärte ein Sprecher der BBC, sei man einer 'fairen und ausgewogenen' Darstellung des Islam schuldig. Es dauerte nicht lange, und das britische Innenministerium kündigte eine weitere Sprachregelung für den amtlichen Gebrauch der Regierung an: Begriffe wie 'war on terror' und 'Islamic extremism' sollten nicht mehr benutzt werden. Innenministerin Jacqueline Jill Smith erklärte, die Extremisten würden nicht im Namen des Islam agieren, sondern gegen ihren Glauben. Deswegen sollten deren Taten als 'anti-islamische Aktivitäten' bezeichnet werden. Auf diese Weise schaffte Frau Smith den Terrorismus mit einem rhetorischen Trick ab.

Wie in England üblich, wurde die Verfügung der Ministerin gelassen hingenommen. Nur ein paar extrem kritische Briten fragten sich, warum in Zeiten der IRA-Terrors nicht von 'anti-irischen Aktivitäten' geredet wurde." [Henryk M. Broder: Scharia ist für alle da!, spiegel-online 08.02.2008]

Freitag, 8. Februar 2008

Nur für Funktionäre...

Diese Tafel findet sich in den "Priesterräumen" der Wiener Friedhöfe... Wer sich also zufällig hinein verirrt hat, wird stillschweigend aufgefordert, diesen Raum wieder zu verlassen...

Wo Magie noch etwas zählt

Der Sonntag könnte in Accra ein tödlicher Tag für Hühner und Schafe werden. Diese Tiere stehen bei den Voodoo-Priestern, die besonders beim Afrika-Cup Saison haben, besonders hoch im Kurs, wenn es darum geht, ein geeignetes Opfer für die Götter zu finden. Entweder werden sie dem Ritual zufolge in der Kabine geschlachtet oder lange vor Spielanpfiff im Rasen vergraben. Der Glaube an Voodoo und seinen magischen Zauber ist in Afrika weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Element.

Die Beschwörung des Übernatürlichen und das Erwirken eines Wunders ist die Aufgabe der „Witch-Doctors“. Ihre Dienste sind für 2000 Dollar zu erwerben, und ziemlich jedes Team hatte beim 26. Afrika-Cup seinen eigenen Hexenmeister dabei. Gelingt es ihm nicht, die eigenen Spieler zu stärken, soll er zumindest die Gegner schwächen. Ob es mit Flüchen, Räucherstäbchen und Hühnerblut tatsächlich gelingt?

„Voodoo-Priester gibt es so, wie es bei jedem Klub in Europa einen Masseur gibt“, erklärt Anthony Baffoe, Ghanas ehemaliger Team-Star und heutiger Mitorganisator des Afrika-Cups. Baffoe weiß, wovon er spricht. Schließlich hatte er den entscheidenden Elfmeter im Finale von 1992 verschossen. Warum?

Beim Turnier 2002 wurde Kameruns Torwart-Legende Thomas Nkono vor dem Halbfinale gegen Mali verhaftet. Es wurde behauptet, er habe ein Elixier auf dem Rasen verschüttet. Seit damals dürfen laut Verbands-Regulativ Hexenmeister offiziell nicht mehr zu den Mannschaften gehören. Dennoch dürfte am Sonntag in so mancher Hexenküche vermutlich ein ganz großer Kessel brodeln.

Aus der Vorbericht der Presse zum Endspiel des Afrika-Cups am Sonntag in Accra

Befremdlich

Neulich bei einer Beerdigung: Die Enkelin der Verstorbenen trug zum schwarzen Mantel ein Halstuch mit einem Totenkopfmotiv und den bekannten gekreuzten Knochen.
Piraten sind Mode, das Tuch war schwarz - sie hatte sich offenbar nichts dabei gedacht, und es schien auch niemanden zu stören.
Ich war befremdet. Als ich gelegentlich meinen Schülern dies Erlebnis erzählte, waren sie erstaunt - über mein Befremden...

Spätnachmittag an der Lutherkirche




















Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Einen verknappten Umgang mit biblischen Wahrheiten hat der Professor für Praktische Theologie an der Uni Greiswald, Michael Herbst, auf dem Willow-Creek Kongress in Oberhausen angemahnt. Wachsen im Glauben könne nicht nur bedeuten, fromme Lieder zu singen und ab und zu eine Tageslosung zu lesen, betonte Herbst in seinem Vortrag „Leiten durch Lehren“.

Die Lehre, also das tiefer gehende Studium der Heiligen Schrift, sei vergleichbar mit dem Essen von Schwarzbrot. „Ich liebe Predigten, die witzig sind und gute Geschichten erzählen, aber unsere Predigten brauchen auch Tiefgang und müssen den Glauben unserer Gemeinden formen können“, sagte Herbst, der auch Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald ist. Es gehe nicht nur darum zu wissen, dass Jesus einen liebt, sondern „wir müssen tiefer eindringen in die Wahrheit des Evangeliums“, so Herbst. Dies betreffe Fragen wie „Was ist die Rechtfertigung aus Glauben? Was bedeutet es, dass die Wiederkunft des Herrn auf sich warten lässt? Und was ist gemeint, wenn wir bekennen, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist?“ Für diese Fragen reichten ein „Gospeltainment“ und die Kurz-Bibellese in der täglichen Losung nicht aus. [jesus.de 08.02.2008]

Sehr wahr, aber wie glücklich könnten wir sein, wenn auch nur eine erhebliche Minderheit unserer Gemeindeglieder die Losungen lesen oder überhaupt kennen würde... Faktisch ist die Bibel selbst in der Kerngemeinde inzwischen ein fast ganz unbekanntes Buch.

Ottakringer Seitenblicke



Kunst

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.

Pablo Picasso

Schatten, fast verblasst
























Die Weltreihen

Was ist unser tuhn auff Erden?
An die Welt geboren werden:
Sprach- und ganglos in der wiegen
Sonder eigne hülffe liegen:
Kriechen / lauffen / stehen/ sizen /
Hungern/ dürsten / frieren / schwizen:
Eitle müh und arbeit tragen:
Sich mit vielen sorgen plagen:
Stets in todsgefahren schweben:
Und zu letst den geist aufgeben:
Wiedrum staub' und asche werden /
Das ist unser thun auff Erden.

Johann Grob (1643-1697)