Sonntag, 1. März 2009

Dem Terror nachgegeben

WAFFENRUHE

Somalia kehrt zur Scharia zurück

Aussöhnung mit der Opposition: Somalias neuer Präsident Sharif Sheikh Ahmed hat der Wiedereinführung islamischen Rechts, der Scharia, und einer Waffenruhe zugestimmt. Dafür forderte er die radikalen Islamisten auf, ihre Gewaltakte zu beenden.

Mogadischu - Somalias neugewählter Präsident Sharif Sheikh Ahmed hat im Konflikt mit radikalen Islamisten der Wiedereinführung islamischen Rechts, der Scharia, zugestimmt. Er habe die Vermittlungsvorschläge von Ältestenräten und religiösen Führern angenommen, die eine Waffenruhe und die Aussöhnung mit der Opposition verlangt hätten, sagte Sheikh Ahmed am Samstag. "Die Vermittler riefen mich auf, die Scharia einzuführen, und ich habe zugestimmt", fügte er hinzu. Jetzt fordere er alle oppositionellen Parteien auf, ihre unnötigen Gewaltakte zu beenden. Die Ältesten und geistlichen Führer sollten zwischen der Regierung und den Islamisten vermitteln.

Die Schebab-Milizen und andere islamistische Aufständische hatten sich gegen Sheikh Ahmed und seine Verbündeten erhoben. In der vergangenen Woche kam es zu den bislang heftigsten Zusammenstößen seit der Präsidentenwahl, mindestens 30 Menschen starben. Die radikalen Islamisten hatten angedroht, bis zum Abzug sämtlicher ausländischer Truppen aus Somalia und der Wiedereinführung der Scharia weiterzukämpfen. Bereits im vergangenen Monat hatten die äthiopischen Streitkräfte das Land verlassen, nun sind nur noch Truppen der Afrikanischen Union in Somalia stationiert.

Sheikh Ahmed, ein gemäßigter Islamist, war Ende Januar zum somalischen Präsidenten gewählt worden. Zu Zeiten der radikalislamischen Herrschaft in Somalia galt bereits eine strikte Form der Scharia im Land. Die Islamisten richteten Menschen hin, schlossen Kinos und Fotoläden, verboten Live-Musik und verfolgten Frauen, die die strengen Kleidungsvorschriften nicht einhielten. Äthiopische Truppen waren Ende 2006 in Somalia einmarschiert, um die Herrschaft der Scharia-Richter zu beenden und eine wenig repräsentative "nationale Regierung" zu stützten, die jedoch von den meisten Stammesverbänden nicht anerkannt wurde. Daraufhin kam es zu einer Ausweitung des Bürgerkrieges.

spiegel.de


Nun also wieder Somalia. Und neuerdings eine Provinz in Pakistan. In Afghanistan kämpfen sie noch darum. In Großbritannien wird zumindest eine wahlweise Einführung für Muslime erwogen... In künftigen Geschichtsatlanten wird man der Ausweitung der Scharia eine eigene Karte widmen.  

Samstag, 28. Februar 2009

Rätselhaft

Warum in der Apotheke ein Dauervideo mit Flammen lief, konnte mir auch die Apothekerin nicht erklären...

Abwrackerei

Der Erfolg der „Umweltprämie“- besser bekannt als „Abwrackprämie“ - überrascht selbst Experten. Zwischen durchschnittlich 10.000 und - an Spitzentagen - 16.000 Anträgen gehen beim für die Prämie zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) ein. Wenigstens ein Lichtblick für die krisengeschüttelte Automobilbranche, über die man ansonsten derzeit zwar viel, aber nicht viel Erfreuliches liest und hört. 

(...)

Wer Erfolg hat, findet bekanntlich immer Nachahmer. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass nun auch andere Branchen in dem Erfolgsmodell Abwrackprämie den goldenen Weg aus der Krise sehen. Koffer, Schuhe, Möbel, Fernseher, Kameras, Waschmaschinen, Computerteile und sogar Töpfe – fast alles, was irgendwie abgenutzt, schäbig, aus dem Leim gegangen, nicht mehr taufrisch oder nicht mehr ganz dicht ist, kann derzeit mit satten Rabatten gegen Neuware eingetauscht werden. Und wenn man sich dann noch überlegt, wie bereitwillig – ja geradezu euphorisch – Hunderttausende ihre langjährigen Fast-Schon-Familienmitglieder für ein paar Kröten aus dem Konjunkturpaket auf den letzten, traurigen Weg in Richtung Schrottplatz schicken, dann wird einem doch ein bisschen Angst und Bange. Was, wenn sich noch ganz andere Nachahmer für das Prinzip „Tauschen Sie Ihren schäbigen Alten gegen was schickes Neues“ finden? Krankenkassen, Ärzte, Partnervermittlungen – neiiin, wir wollen nicht abgewrackt werden!

GMX Magazin 08/2009 (Per e-mail an alle Mitglieder von gmx.net am 27.02.2009)

Freitag, 27. Februar 2009

Ziemlich schwierig...

... über diese glatte Mauer zu kommen. Wiener Hochschulwerbung.

Hier setzt jemand Maßstäbe!

Harald Schmidt packt aus: »Ich hatte 3000 Frauen«
Ich hatte 3000 Frauen - Dieses Buch kommt unerwartet. Bis dato lag über Harald Schmidts Privatleben ein dichter Schleier der Diskretion. Nun die Kehrtwende - ein zu allem entschlossener Autor spricht Klartext: über »das erste Mal«, in Ungarn, am Plattensee. Über seine Vorlieben: die Lomi-Lomi-Massage auf Kreuzfahrten. Über die größte Gefahr: das Umschlagen von Sex in Freundschaft. Hochinteressant!

Aus dem Newsletter des Kiepenheuer & Witsch-Verlags

Im XVI.

"Liebe deutsche Österreicher!"

Hektoliterweise kühles Bier, dazu eine fleischlose Jause mit Heringschmaus und jede Menge Sprüche, von denen mancher tief unter der Gürtellinie landet: Seit 18 Jahren sind die Ingredienzien des politischen Aschermittwochs in Ried im Innkreis weitgehend unverändert. So auch am Mittwoch, als rund 2000 zahlende Gäste der Einladung der FPÖ in die Jahnturnhalle folgten. 

Die erste Provokation hatte sich Parteichef Heinz-Christian Strache lange vor der Veranstaltung geleistet: Zu den Funktionären und Sympathisanten, die im selben Ambiente bereits den Partei-Obleuten Haider, Haupt und Haubner gelauscht hatten, lud Strache Filip Dewinter, Fraktionsvorsitzenden des rechtsextremen flämischen "Vlaams Belang". Dewinter begrüßte die Strache-Fans als "liebe deutsche Österreicher . . ."

Immer blau

Heinz-Christian StracheIn Fahrt: StracheBeim anschließenden Auftritt Straches sollte die wahlkämpfende Konkurrenz in Kärnten ihr Fett abbekommen: "Der Fuß zu klein, der Schuh zu groß, dann geht der Schuss nach hinten los", richtete Strache Gerhard Dörfler, dem Spitzenkandidaten des BZÖ, aus. Sowohl Dörfler als auch Kärntens SPÖ-Chef Reinhart Rohr will Strache nicht als Landeshauptmann sehen: "Der Job ist für beide eine Nummer zu groß. Die sollten es besser als Bürgermeister im Minimundus probieren."

Die Bundesregierung kritisierte Strache unter anderem ob ihrer Maßnahmen in staatsnahen Betrieben ("Dank Faymann und Co grüßt man sich bei AUA und ÖBB nicht mit ,Grüß’ Gott‘ sondern mit goldenem Handshake"). Auch Wiens Bürgermeister erfuhr "Würdigung": "Ich versteh’ nicht, was Häupl gegen die FPÖ hat – der ist ja selbst 365 Tage im Jahr blau."
Eva Glawischnig bezeichnete Strache als Mitglied der "Gucci-Handtaschenfraktion" bei den Grünen.

Gewettert wurde beim FP-Aschermittwoch gegen den Islam. Dewinter: "Unser Europa ist ein zivilisiertes Land der Schlösser und Kathedralen, nicht der Moscheen und Minarette." Die FPÖ will die EU-Wahl zu einer brutalen Abrechnung machen. (...)

kurier.at

Kleingruppenarbeit

Ein Ausnahmemensch



Bis ins Teenageralter bettete Kit sein Haupt nicht wie andere Menschen auf einem weichen Kissen, sondern auf geschmolzenen Eiswürfeln. Ihre Freunde, sagt Frau Armstrong, hätten die Sache immer damit erklärt, dass das Gehirn des Jungen ein kleines Atomkraftwerk sei, das ständig gekühlt werden müsse.


Aus einem Artikel von Claus Spahn über den heute 16-jährigen Pianisten Kit Armstrong in der ZEIT vom 26.02.2009


Am Westbahnhof

Was meine erste Ankunft im Wiener Dschungel anbelangt, die Ankunft eines ziemlich verschreckten Schülers des Stiftsgymnasiums der Benediktiner im oberösterreichischen Lambach, überwältigte mich schon der Anblick des Bahnhofs, an dem ich ausstieg: Westbahnhof. Wie ungeheuer musste eine Stadt sein, die nicht bloß über einen, sondern über mehrere Bahnhöfe erreichbar war, in deren Hallen alle Züge endeten und nicht bloß Station machten... und wie ungeheuer eine Stadt, die solche Kopfbahnhöfe dann auch noch nach den Himmelsrichtungen benannte. Für ein Bauwerk Maßstäbe des Himmels zu verwenden, musste das Privileg einer Weltstadt sein.
Christoph Ransmayr: Meine Waldwege durch Wien, Die Presse 21.02.2009, Spectrum, S. 1.