Donnerstag, 9. Juli 2009

Flotte Überschrift...

Ankündigung des Abschiedsartikels einer Vikarin in einer Wiener Gemeindezeitung

Im Grätzel

Der Königsweg

(...) Niemanden darf es verwundern, dass Benedikt XVI. zu Beginn seiner Sozialenzyklika nicht einen Aufguss katholischer Lehren zu Wirtschaftsethik und sozialen Fragen bietet, sondern zuerst das funkelnde Gold der christlichen Offenbarung: Es gibt einen Gott, und Gott ist die Liebe. Ihn und die Wahrheit über den Menschen zu erkennen, ist der sicherste Weg, die Wunden der Welt zu heilen.

Fromme Juden und fromme Muslime werden den Papst verstehen. Fromme Christen natürlich auch. Aber wo gibt es die noch – in den Medien, in der Wirtschaft, in Kultur und Politik? Die lauen Christen, die Taufschein-Katholiken im öffentlichen Diskurs stellen dieselbe Frage wie die relativistische, ungläubig gewordene Welt: Welche konkreten und praktischen Lösungen bietest Du denn, Papst, für unsere internationalen und wirtschaftlichen Krisen an (bevor wir dann auch die anderen hören wollen)? Und übersehen vor lauter Bäumen den Wald, die Lösung schlechthin, den Königsweg zur Humanisierung dieser Welt: die aufrichtige Bekehrung zu dem einen und wahren Gott. Da sich aber ein verstocktes Herz nicht bekehren will, werden die lauen Relativisten wie viele Athener damals gegenüber Paulus auf der Agora auch jetzt nur mit der Schulter zucken. Der Papst soll reden, Hauptsache, ich kann machen, was ich will. (...)

Guido Horst: Grundsätzliche Lösungen, in Die Tagespost

16., Maroltingergasse

Wie Armut weitergereicht wird an die nächste Generation

„In Essen gibt es zwar die freie Grundschulwahl, aber die Schulen werden in A-, B- und C-Gruppen eingeteilt. Im Essener Norden fällt jedes zweite Kind unter die Armutsgrenze, also gibt’s dort keine A-Schule. Da werden Kinder benachteiligt, nur weil sie arme Eltern haben“, sagt Bettina Dzwonkowsky-Eveleit (43).

bild.de

Am Stephansplatz

Schwierige ökologische Selbstprüfung

Bin ich ein Ökomonster? Der Fußabdruck im Selbstversuch

Unter www.mein-fussabdruck.at verspricht mir das Lebensministerium die Erstellung meines ganz persönlichen Footprints in den Bereichen Wohnen, Ernährung, Mobilität und Konsum. Spannend, aber auch irgendwie heikel. Einerseits trenne ich brav Müll und drucke nur auf Altpapier. Andererseits läuft mein Fernseher ständig auf Stand-by, und Energiesparlampen habe ich auch keine. Was, wenn ich mich als Ökomonster entpuppe?

Also schön: Ich wohne in einem 4-Personen-Haushalt in einem Wohnhaus mit mehr als zehn Wohnungen. Wurde es schon einmal thermisch saniert? Keine Ahnung, auf die Hausversammlungen schicke ich meinen Mann, also klicke ich das Feld an, das netterweise immer den österreichischen Durchschnitt angibt (in diesem Fall „Nein“).

Wir haben zwar eine Hausheizung (das ist prinzipiell gut), aber ich weiß nicht, womit sie geheizt wird. Ich vermute mit Öl, das ist prinzipiell schlecht, entspricht aber einmal mehr dem österreichischen Durchschnitt. Was den Wasserverbrauch angeht, schwanke ich zwischen „normal“ und „sparsam“.

Wir haben zwar keine wassersparenden Armaturen, baden dafür aber so gut wie nie, und die Kinder lassen das Duschen so oft wie möglich aus. Ich entscheide mich für „sparsam“ und werde mit der Bemerkung belohnt, dass dieser Bereich bei mir gut aussieht.
Weiter zur Ernährung. Das wird wohl nicht lustig.

Ich liebe Milch, und so lange es keine Bananen aus der Steiermark und Orangen aus Kärnten gibt, kaufe ich auch Lebensmittel, die von ziemlich weit her nach Österreich transportiert werden. Dass ich insgesamt trotzdem nicht schlecht abschneide, liegt sicher daran, dass wir lieber Kuchen als Wurstbrot zum Frühstück haben.

Beim Thema Mobilität wird’s schwierig: Mein Weg zum Arbeitsplatz führt gewöhnlich vom Bett oder von der Küche zum Computer – und die paar Meter gehe ich zu Fuß. Um mich trotzdem wie ein erwerbstätiger Mensch zu fühlen, beziehe ich alle weiteren Angaben auf das Kaffeehaus, in dem ich meine Unterlagen durchlese.

Da erübrigen sich auch die beruflichen Langstreckenflüge. Auch im Urlaub, da die Kinder zwischen heimischen Ziegen und Katzen am glücklichsten sind. Und weil sie schon am Verteilerkreis fragen, ob wir bald da sind, kommen wir kaum auf mehr als 1500 Pkw-Kilometer pro Jahr. Fazit: Topnoten in diesem Punkt.

Das Thema Konsum birgt juristische Spitzfindigkeiten: Besitze ich ein Auto, wenn es juristisch meinem Liebsten gehört, wir aber alles teilen (und ich im Scheidungsfall Anspruch auf die Hälfte hätte)? Und wer hätte gedacht, dass der Durchschnittsösterreicher einen Kleinwagen fährt? All die Vans und Allradantriebe müssen meinen Blick auf die Fiat Pandas und Smarts verdecken.

Letztendlich attestiert mir der Rechner einen kleinen Fußabdruck (3,8 ha) und damit echt gute Noten. Beruhigt bin ich dennoch nicht. Lebten alle Menschen so, bräuchte es 2,1 Erden.

Susanne Strnadl in heureka!, dem Wissenschaftsmagazin auf falter.at (11.12.2007)

Welten

Streitest du mit andern,
ist's ein Krieg der Welten.
Jeder lebt in seiner Welt,
ist sich Sonne, Mitte, Kern.
Und die andern hat er gern,
wie es ihm gefällt.
Wahre Liebe ist so selten,
unser Dasein ist ein Wandern.

Lutherkirche am Morgen

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen, die einen Termin im Lutherhof haben, an unserer Kirche achtlos vorbeigehen, weil sie sie für ein katholisches Gotteshaus halten. Die Lutherkirche entspricht eben so gar nicht dem typischen Bild einer evangelischen Kirche in Österreich...

Zurückkommen auf mich

Als ob sich ein Rad dreht, vielleicht - hoffentlich - ist es wenigstens eine Spirale: Immer wieder komme ich zurück auf die alten Vorlieben, bei der Kleidung, bei der Frisur, bei der Musik. Und auf dieselben Gefühle wie vor Jahrzehnten. Die Wiederkehr des Gleichen? Ich weiß es nicht, ich bin verblüfft, wie ich trotz so vieler neuer Erfahrungen immer wieder zurückkomme auf mich.
Mach die Augen zu, und dann sei so jung, wie du willst - - -
Oder ich weiß es einfach am besten, wer ich bin, allen guten Ratschlägen und vielfältigen Einflüssen zum Trotz.
Natürlich nicht immer derselbe. Aber ein Kern bleibt doch unantastbar, so scheint es mir.