Samstag, 22. August 2009

Wahrsagerei

Ob Kartenlesen, Handlesen oder die Sternendeutung (Astrologie). Viele Menschen sehen diesen alten Ritualen immer noch wohlgesonnen gegenüber, und geben dafür auch Unmengen an Geld aus. Selbst in großer finanzieller Not werden noch Unsummen an Geld ausgegeben, um mit einen sogenannten Hellsehersprechen zu können. Oftmals begibt man sich damit sogar in die Schuldenfalle.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Webseiten, die das Thema Wahrsagen beinhalten wie Pilze aus dem Boden schießen. Auch im TV sind solche Methoden angesagt wie nie. AstroTV zum Beispiel, läuft ununterbrochen auf verschieden Sendern wie 9Live, Das Vierte und weiteren kleinen Sendern. Doch der Sinn solcher Sendungen sollte jedem klar sein. Es geht hier nicht um das wirkliche Vorhersagen von Ereignissenesoterikeines einzelnen Menschen. Bestimmte Situationen, die oftmals im Leben eintreffen werden hier ausgenutzt. Geldmangel, Liebeskummer, Partnersuche und Eheprobleme werden hier oft als erstes ins Spiel gebracht. Das die meisten mit derartigen sozialen Problemen oft schon konfrontiert worden, ist wahrlich kein Scherz. Nur was man ihnen dann für 2 Euro die Minute für Ratschläge, oder besser gesagt Zukunftsaussichten stellt, sind nur erstunken und erlogen. Hier gilt einfach nur, den Betroffenen so lange wie möglich in der Leitung zu halten. Es ist also nicht der Ehrgeiz vorhanden um den Anrufer zu helfen, sondern ihm so viel Euros wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Im Zeichen der „Weltwirtschaftskrise“ ein wahrlich lukratives Geschäft.

So auch die bekannte Firma Questico, die sich mit dem selben Thema befasst. Horoskope, Engelkontaktu.s.w. Die perfekte Lebensberatung mit 0% Wahrheitsgehalt. Das unsere Mitbürger reges Interesse an diesem Hokuspokus haben, zeigt der Umsatz der Questico AG aus dem Jahre 2007. Ganze 60 Mio. Jahresumsatz erwirtschaftete man in nur einem Jahr . Für die AG ein wahrlich lukratives Geschäft, für den Verbraucher oftmals ein Finanzdesaster.

Vor allem unsere Frauen sind hier in diesem Bereich die besten Kunden. Ob es an der Leichtgläubigkeit oder sonst etwas liegt sei erst einmal dahingestellt. Jedoch gibt es Fälle, indem man sage und schreibe bis zu 3 Std. amwahrsager Tag damit verbringt, sich mit einem Seher zu unterhalten. Die Rechnung am Ende des Monat fällt dabei dementsprechend hoch aus. Und das man sich solche „Dienstleistungen“ nicht lange, wenn überhaupt leisten kann, ist eine Tatsache. Viele betroffene Menschen sprechen sogar schon von einer Art Sucht. Vielleicht ist dies aber auch das Geschäftsmodell einiger Unternehmen. Sucht ist Abhängigkeit – Abhängigkeit bedeutet regelmäßig, also täglich so oft es nur geht. Da klingeln doch die Kassen dieser Unternehmen. Diese Masche kennen wir doch zu genüge. Tabak und Alkohol sind hier das beste Beispiel. (...)

Aus dem "Abzocke-Blog"

Freitag, 21. August 2009

Koranverse - nicht ohne böse Absicht ausgewählt



Die "Bürgerbewegung Pax Europa" nennt als Ziele: "Für europäische Werte & Freiheiten - gegen Islamisierung".

Es geht bei dieser Plakataktion mit Koranversen um die Entlarvung des Islam als intolerante und gewaltbereite Religion. Ein ähnlicher Nachweis wäre für das Judentum und das Christentum natürlich auch nicht schwer...

Sehnsucht? Gelassenheit?

Im Bonner August-Macke-Haus

Die Psalmen des Lebens

Keine Rolle spielte ich in meinem Leben
Nur als es mich seine Psalmen lehrte sagte ich
Ich will noch mehr davon
Und um das Leben zu verändern
entzündete ich in mir des Lebens Licht


Mahmud Darwish (1942 - 2008)

Donnerstag, 20. August 2009

Ein Jugendstiljuwel...

Die orthopädische Klinik Gersthof

Kind im Gottesdienst

Das kleine Mädchen war dem Pfarrer zu laut: Eine Mutter verlässt weinend mit ihrer Tochter die Kirche, weil sich der Prediger von dem Kind gestört fühlt. Der Fall spaltet die Gemeinde.

Was wiegt schwerer? Das Recht der Gemeinde auf einen ruhigen Gottesdienst und einen konzentrierten Prediger - oder das Verständnis für Kinder, die manchmal nicht so lange stillhalten können?

Am vergangenen Sonntag fühlte sich Sylts katholischer Pfarrer Dr. Ulrich Hoppe durch ein in seiner Nähe sitzendes dreijähriges Mädchen beim Predigen gestört. Nach einer ersten Bitte um Ruhe ("Ich kann mich sonst nicht konzentrieren") fragte Hoppe, ob Mutter und Kind die Predigt übernehmen wollten. Die Frau verließ daraufhin weinend die Kirche und rund 40 der 500 Gottesdienstbesucher folgten ihr.

Vorher kam es zu einem lautstarken Wortwechsel zwischen denen, die für Rücksicht auf den Pfarrer plädierten und Kritikern, die von dem Geistlichen mehr Verständnis erwarteten. Ulrike Bergmann hat je einen Vertreter beider Positionen nach ihren Meinungen gefragt. Nach dem Gottesdienst gab es übrigens eine Versöhnung zwischen dem Pfarrer und der betroffenen Mutter.

Leserkommentare

C.O.19.08.2009 13:39

Zum Thema :Streit im Gottesdienst? Was würde wohl Jesus dazu sagen?

Als einmal Jesu Jünger die kleinen Kinder der Gemeinde zu ihm bringen wollten, versuchten seine Jünger, das Volk daran zu hindern. Wie reagierte Jesus darauf? War er genervt, als er die (wohlmöglich unruhigen) Kinder sah? Nein ! Er sagte wörtlich zu seinen Jüngern: "Lasst doch die kleinen Kinder zu mir kommen, und hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen, denn das Königreich gehört solchen, die wie sie sind." (Matthäus-Evangelium 19:13,14)
Bei einer anderen Gelegenheit sagte er zu seinen Jüngern: Wer immer dieses kleine Kind aufgrund meines Namens aufnimmt, nimmt auch mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt auch den auf, der mich ausgesandt hat. Denn wer sich unter euch allen als ein Geringerer benimmt, der ist groß." (Lukas-Evangelium 9:46-48)
Jesus liebte also kleine Kinder. Die Bibel sagt, die Kinder kamen gern zu ihm. Hätten sie das wohl getan, wenn er sie weggeschickt hätte? Auch im alten Volk Israel waren Kinder bei der Anbetung erwünscht. Alte, Junge, Männer, Frauen und ihre Säuglinge und Kleinkinder versammelten sich regelmäßig, um Gott anzubeten. Wie schön wäre es, wenn sich alle Menschen nach diesen Vorbildern richten würden, und sich erst Recht von Jesu Lehren und Wirken beeinflussen lassen würden.

HEIDE19.08.2009 13:42

Denn in der Bibel steht geschrieben...

Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: "Laßt die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen"
Markusevangelium 10,14

ANDREAS19.08.2009 13:59

Ab in den Kindergarten...

Der Pfarrer gehört umgehend seines Amtes enthoben. Er hat nichts von alldem begriffen was er versucht der Gemeinde an christlichem Glauben zu vermitteln. Er scheint den Inhalt des Buch Gottes nicht zu kennen. Man kann vermuten dass er auch sonst nicht als christliches Vorbild lebt. Wie will so jemand die Gemeinde (und ggf. neue Gemeindemitglieder) vom christlichen Glauben überzeugen ?
Als Wiedergutmachung schlage ich eine Versetzung des Pfarrers in einen Kindergarten einer Großstadt vor.

KNUT SEGATZ - POSTINA19.08.2009 14:41

Streit im Gotteshaus

Sowas habe ich noch nie gehört. Obwohl ich selber auch katholisch bin, Vater von 4 Kindern und aus Bayern stamme habe sowas noch nie erfahren. Obwohl wir aus (in) Bayern in Kirchensachen doch etwas eigen sind. Natürlich ist es nicht leicht wenn Kinder laut sind, aber in Ettal wo ich zuhause bin (war) haben Kinder wärend des Hochamtes sich frei und ungezwungen im Hause des Herrn bewegen können.
Übriegens der Pfarrer sollte bedenken: die Kirche ist das Haus des Herrn und nicht seins und dann sollte er mal in der Biebel lesen, besonders im Marcusevangelium 10,14. Ansonsten sollte er darüber nachdenken ob er noch als Pfarrer tätig sein will.
schließlich ist er für uns und wir nicht für ihm da.

SYLT IST SCHÖN!19.08.2009 14:47

Werte Vorredner

Ich verstehe den Zusammenhang zwischen all den Bibelzitaten und dem Vorfall nicht. Der Pfarrer fühlte sich gestört und bat die Frau mit dem Kind, in den hinteren Teil der Kirche zu gehen. Was ist daran so schlimm? Ich finde das verständlich. Das alles eskaliert ist ist befremdlich, aber doch so menschlich, beharrte doch jeder auf "sein" Recht. Jede Situation muss daher neu bewertet werden, daher sehe ich auch keine Vergleichsmöglichkeit zu irgendwelchen Vorfällen in Ettal...

KATHOLISCH, WARUM NICHT?19.08.2009 14:55

Herr Seganz!

Das ist ja wohl die Höhe, Herr Seganz! Aufgrund dieses Vorfalls bitten Sie den Pfarrer um Rücktritt? Ich glaube ich spinne! Ich habe selten einen Fall erlebt, wo die Kirche derart aus dem Dorf gerissen wurde wie hier. Ich sehe ein, dass es etwas merkwürdig vorging in diesem Gottesdienst, aber über solch einer scharfen Forderung stehe ich fassungslos gegenüber. Im Übrigen: Der Pfarrer ist für Jesus Christus und die Gläubigen da. Die Gläubigen für Jesus Christus, der vom Pfarrer repräsentiert wird. So einfach ist es also nicht, wie Sie behaupten...

K. RIST19.08.2009 16:33

Lasset nicht nur die Kinder zu mir kommen!

Es geht doch nicht darum, dass Jesus - und auch der Pfarrer - die Kinder in seinem Haus nicht duldet. Hier war es so, dass der Geistliche das Wort Gottes an ALLE weitergeben wollte. Logisch, dass dies nicht funktioniert, wenn störende Geräusche, egal woher sie kommen, den Pastor übertönen. Mütter, Väter oder überhaupt Erwachsene sollten sich überlegen, ob sie Säuglinge und Kleinkinder mit zum Gottesdienst nehmen, vor allem, weil die Kinder ohnehin nichts davon haben. Außerdem wird in fast jeder Kirche angeboten, Kinder während des Gottesdiensts in einem anderen Raum zu beschäftigen. Sicherlich hat der Pastor überreagiert, ein freundlicher Hinweis wäre passender gewesen. Aber: Sollen 500 Gläubige auf das für sie wichtige Wort Gottes verzichten, weil ein Kind, das natürlich selbst gar nichts dafür kann, permanent schreit?

DR. JUR. THEODOR VON CAMPE19.08.2009 16:48

Singen, Tanzen, Gott eine Freude machen !

Wer in eine "Kirche" geht, in der keine Kinder mehr geduldet werden, sondern nur noch "Zuhörer", kann gleich zu einer Parteiveranstaltung gehen, sich hinsetzen, brav zuhören, was die Gurus erzählen und in Ruhe nach Hause gehen.
.
Ich sage Euch : bietet diesen "kirchlichen Häuptern" klar einen Weg in den Ruhstand an.

JOCHEN19.08.2009 17:34

Ruhe!

Der Gottesdienst hat einen bestimmten Sinn und Zweck. Es kann nicht sein, dass ein kleines Kind 500 Teilnehmern seinen Willen aufzwingt. Wenn das Kind nicht bereit oder Willens ist, sich den Regeln eines Gottesdienstes zu unterwerfen, sollte es zu Hause bleiben, da es Gottesdienst-untauglich ist. Das Kind wird schon noch genug Gelegenheit haben, den Gottesdienst zu besuchen (wenn es das denn überhaupt FREIWILLIG will) wenn es älter wird.

GOODTASTE6719.08.2009 19:31

laut lauter am lautesten

Also mir würde als Pfarrer das Kindergeblähre tierisch auf den Geist gehen . Muß das Kind eigentlich dabei sein ? Vielleicht war das Kind so unruhig , weil es , aus was für Gründen auch immer gar keine Lust auf den Gottesdienst hatte.
Aber Mutti wollte ja unbedingt ... Irgendwie mal `ne Stunde Klappe halten geht wohl heute ncht mehr ! Was hab`ich bloß geschrieben? Ich schlimmer Nichtgutmensch !!!!

PETER DEGENHARDT19.08.2009 20:32

Des Pfarrers Verhalten kommt einem Versetzungsantrag gleich

Eine reife Leistung, Herr Dr. Hoppe, endlich hat das elitäre Denken und Handeln der Sylter nun auch in der Kirche Einzug gehalten. Was sind schon tatsächlich lebende und quicklebendige Kinder im Verhältnis zu Gott im Glauben? Die Sylter, die sich einbilden, reich und auserwählt zu sein, haben nun endlich einen Pfarrer, der sie mit seinem Verhalten bestärkt, der Wirklichkeit entrückt sein zu dürfen. Die Mutter und ihre Kinder sind mir im Herzen nahe, dem Pfarrer gehört die Bibel aus der Hand genommen, und die Verkündigung solle er lieber einem Laien übergeben: Diese stehen den Menschen näher und haben mehr Realitätsbezug.
Ich grüße Sie in atheistischer Verbundenheit.

TANJA19.08.2009 23:00

man man

sowas kinderfeindliches wie hier habe ich selten erlebt. ihr heult alle rum, dass deutschland ausstirbt und keiner mehr kinder in die welt setzt ...seht doch warum nicht...weil es solche ignoranten gibt!!!!!!!!!!! bei uns sind kinder herzlich willkommen und es werden auch extra solche gottesdienste gegeben wo kinder an erster stelle stehen...ist ein kind kein christ oder was??? also wegen solcher leute hier muss man sich manchmal echt schämen deutscher zu sein!!!!!

shz.de

Kinder im Gottesdienst: Solche Zeitungsdiskussionen begegnen sonst eher (und immer wieder) im Rückblick auf die Christvespern am Heiligen Abend. Es ist üblich geworden, Kinder ohne Rücksicht auf ihr Alter überallhin mitzunehmen, also auch in die Kirche. Nicht jeder Geistliche kann damit gut umgehen. Aber ganz schnell wird an diesem Problem eine Grundsatzdiskussion aufgehängt, die für mein Empfinden in eine unsinnige Richtung führt. Hat eine christliche Gemeinde prinzipiell und bei allen möglichen Gelegenheiten ihre Kinderfreundlichkeit zu demonstrieren, nur weil Jesus auch Kinder gesegnet hat?

Seitenblick


Hard to sell to a young private...

The Army plans to require that all 1.1 million of its soldiers take intensive training in emotional resiliency, military officials say.

Active-duty soldiers, reservists and members of the National Guard will receive the training, which will also be available to their family members and to civilian employees.The training, the first of its kind in the military, is meant to improve performance in combat and head off the mental health problems, including depression, post-traumatic stress disorder and suicide, that plague about one-fifth of troops returning from Afghanistan and Iraq.

The new program is to be introduced at two bases in October and phased in gradually throughout the service, starting in basic training. It is modeled on techniques that have been tested mainly in middle schools.

Usually taught in weekly 90-minute classes, the methods seek to defuse or expose common habits of thinking and flawed beliefs that can lead to anger and frustration — for example, the tendency to assume the worst. (“My wife didn’t answer the phone; she must be with someone else.”)

The Army wants to train 1,500 sergeants by next summer to teach the techniques.

In an interview, Gen. George W. Casey Jr., the Army’s chief of staff, said the $117 million program was an effort to transform a military culture that has generally considered talk of emotions to be so much hand-holding, a sign of weakness.

“I’m still not sure that our culture is ready to accept this,” General Casey said. “That’s what I worry about most.”

In an open exchange at an early training session here last week, General Casey asked a group of sergeants what they thought of the new training. Did it seem too touchy-feely?

“I believe so, sir,” said one, standing to address the general. He said a formal class would be a hard sell to a young private “who all he wants to do is hang out with his buddies and drink beer.”

Aus einem Artikel der New York Times über ein neues Programm in der US Army

Das Gerüst an der Turmseite wird abgebaut

Lyrik auf der Trimburg

Herget trägt bewundernswert sicher und frei vor, er hat seine Gedichte und Texte exakt auf die Stimmung der Trimburg bezogen, auf den Sonnenuntergang, die Dämmerung und das erste Sternenlicht. Hauptsächlich Klassiker rezitiert er, zuerst sind es die großen kosmischen Themen, das Universum, Gott, Weltgeist und Untergang. Wir sind Sternenstaub, rezitiert Herget.

Zart, erbaulich, weise

Das nächste Thema ist die Liebe. Die Zartheit von Rilke kommt zum Vorschein, die Weisheit von Goethe, die Erbaulichkeit von Hesse. Dazwischen Humor und Ironie von Brecht, Tucholsky oder Kästner, die auf die Widersprüchlichkeit der menschlichen Begierden verweisen. Ja, die Liebe. Sie scheint das größte kosmische Thema zu sein. Dramen, von denen Heinrich Heine so hintergründig reimt, Schmerzen, von denen fast alle Dichter berichten.

Die einen sterben, weil sie lieben, die anderen sind nur, wenn sie lieben, unsterblich. Der Weltgeist will uns Stufe um Stufe heben, sagt Hermann Hesse, aber bis ins vergangene Jahrhundert scheinen die Dichter daran festzukleben, dass Liebe und Schmerz, Liebe und Wahnsinn, Liebe und Tod zusammengehören. Das lässt zumindest die Textauswahl Hergets vermuten. Die Worte großer Gedichte schneiden ins Herz: „Ich habe mein Leben entblößt vor dir (...) behüt mich, als ob ich verloren wär“. Die Worte berühren die Seele. Sie sind in sich selbst stark genug, sie bräuchten die musikalische Untermalung nicht, die Herget in seine Inszenierung eingebaut hat. Da schweigen in einem Gedicht die Vögel, und aus dem Lautsprecher tönt der Kuckuck in die Nacht. Da stellt sich die Frage, ab wann die großen Gefühle in Kitsch umkippen. Ab wann die christlich-abendländischen Liebesmodelle nicht mehr funktionieren. Wo die Grenze zwischen Pathos und Plattheit verläuft.

Herget macht seine Gäste auf die Perseiden aufmerksam, auf Sternschnuppen, die auch Laurentius-Tränen genannt werden. Weil sie jedes Jahr in der ersten Augusthälfte in unsere Atmosphäre fallen. Es ist aber noch nicht dunkel genug. Und vielleicht schon ein paar Tage zu spät. Vielleicht hat es damals in Woodstock welche gegeben, Janis Joplin jedenfalls hat auch davon gesungen, dass wir aus Sternenstaub gemacht sind. Die Sternschnuppen wollen uns sicher daran erinnern. Und daran, dass wir wieder lernen, uns etwas zu wünschen. Ich wünsche mir, dass die Liebe demnächst ohne Pathos, ohne Verzweiflung, Schmerz und Tod daherkommen kann.