Das kleine Mädchen war dem Pfarrer zu laut: Eine Mutter verlässt weinend mit ihrer Tochter die Kirche, weil sich der Prediger von dem Kind gestört fühlt. Der Fall spaltet die Gemeinde.
Was wiegt schwerer? Das Recht der Gemeinde auf einen ruhigen Gottesdienst und einen konzentrierten Prediger - oder das Verständnis für Kinder, die manchmal nicht so lange stillhalten können?
Am vergangenen Sonntag fühlte sich Sylts katholischer Pfarrer Dr. Ulrich Hoppe durch ein in seiner Nähe sitzendes dreijähriges Mädchen beim Predigen gestört. Nach einer ersten Bitte um Ruhe ("Ich kann mich sonst nicht konzentrieren") fragte Hoppe, ob Mutter und Kind die Predigt übernehmen wollten. Die Frau verließ daraufhin weinend die Kirche und rund 40 der 500 Gottesdienstbesucher folgten ihr.
Vorher kam es zu einem lautstarken Wortwechsel zwischen denen, die für Rücksicht auf den Pfarrer plädierten und Kritikern, die von dem Geistlichen mehr Verständnis erwarteten. Ulrike Bergmann hat je einen Vertreter beider Positionen nach ihren Meinungen gefragt. Nach dem Gottesdienst gab es übrigens eine Versöhnung zwischen dem Pfarrer und der betroffenen Mutter.
Leserkommentare
Zum Thema :Streit im Gottesdienst? Was würde wohl Jesus dazu sagen?
Als einmal Jesu Jünger die kleinen Kinder der Gemeinde zu ihm bringen wollten, versuchten seine Jünger, das Volk daran zu hindern. Wie reagierte Jesus darauf? War er genervt, als er die (wohlmöglich unruhigen) Kinder sah? Nein ! Er sagte wörtlich zu seinen Jüngern: "Lasst doch die kleinen Kinder zu mir kommen, und hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen, denn das Königreich gehört solchen, die wie sie sind." (Matthäus-Evangelium 19:13,14)
Bei einer anderen Gelegenheit sagte er zu seinen Jüngern: Wer immer dieses kleine Kind aufgrund meines Namens aufnimmt, nimmt auch mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt auch den auf, der mich ausgesandt hat. Denn wer sich unter euch allen als ein Geringerer benimmt, der ist groß." (Lukas-Evangelium 9:46-48)
Jesus liebte also kleine Kinder. Die Bibel sagt, die Kinder kamen gern zu ihm. Hätten sie das wohl getan, wenn er sie weggeschickt hätte? Auch im alten Volk Israel waren Kinder bei der Anbetung erwünscht. Alte, Junge, Männer, Frauen und ihre Säuglinge und Kleinkinder versammelten sich regelmäßig, um Gott anzubeten. Wie schön wäre es, wenn sich alle Menschen nach diesen Vorbildern richten würden, und sich erst Recht von Jesu Lehren und Wirken beeinflussen lassen würden.
Denn in der Bibel steht geschrieben...
Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: "Laßt die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen"
Markusevangelium 10,14
Ab in den Kindergarten...
Der Pfarrer gehört umgehend seines Amtes enthoben. Er hat nichts von alldem begriffen was er versucht der Gemeinde an christlichem Glauben zu vermitteln. Er scheint den Inhalt des Buch Gottes nicht zu kennen. Man kann vermuten dass er auch sonst nicht als christliches Vorbild lebt. Wie will so jemand die Gemeinde (und ggf. neue Gemeindemitglieder) vom christlichen Glauben überzeugen ?
Als Wiedergutmachung schlage ich eine Versetzung des Pfarrers in einen Kindergarten einer Großstadt vor.
Streit im Gotteshaus
Sowas habe ich noch nie gehört. Obwohl ich selber auch katholisch bin, Vater von 4 Kindern und aus Bayern stamme habe sowas noch nie erfahren. Obwohl wir aus (in) Bayern in Kirchensachen doch etwas eigen sind. Natürlich ist es nicht leicht wenn Kinder laut sind, aber in Ettal wo ich zuhause bin (war) haben Kinder wärend des Hochamtes sich frei und ungezwungen im Hause des Herrn bewegen können.
Übriegens der Pfarrer sollte bedenken: die Kirche ist das Haus des Herrn und nicht seins und dann sollte er mal in der Biebel lesen, besonders im Marcusevangelium 10,14. Ansonsten sollte er darüber nachdenken ob er noch als Pfarrer tätig sein will.
schließlich ist er für uns und wir nicht für ihm da.
Werte Vorredner
Ich verstehe den Zusammenhang zwischen all den Bibelzitaten und dem Vorfall nicht. Der Pfarrer fühlte sich gestört und bat die Frau mit dem Kind, in den hinteren Teil der Kirche zu gehen. Was ist daran so schlimm? Ich finde das verständlich. Das alles eskaliert ist ist befremdlich, aber doch so menschlich, beharrte doch jeder auf "sein" Recht. Jede Situation muss daher neu bewertet werden, daher sehe ich auch keine Vergleichsmöglichkeit zu irgendwelchen Vorfällen in Ettal...
Herr Seganz!
Das ist ja wohl die Höhe, Herr Seganz! Aufgrund dieses Vorfalls bitten Sie den Pfarrer um Rücktritt? Ich glaube ich spinne! Ich habe selten einen Fall erlebt, wo die Kirche derart aus dem Dorf gerissen wurde wie hier. Ich sehe ein, dass es etwas merkwürdig vorging in diesem Gottesdienst, aber über solch einer scharfen Forderung stehe ich fassungslos gegenüber. Im Übrigen: Der Pfarrer ist für Jesus Christus und die Gläubigen da. Die Gläubigen für Jesus Christus, der vom Pfarrer repräsentiert wird. So einfach ist es also nicht, wie Sie behaupten...
Lasset nicht nur die Kinder zu mir kommen!
Es geht doch nicht darum, dass Jesus - und auch der Pfarrer - die Kinder in seinem Haus nicht duldet. Hier war es so, dass der Geistliche das Wort Gottes an ALLE weitergeben wollte. Logisch, dass dies nicht funktioniert, wenn störende Geräusche, egal woher sie kommen, den Pastor übertönen. Mütter, Väter oder überhaupt Erwachsene sollten sich überlegen, ob sie Säuglinge und Kleinkinder mit zum Gottesdienst nehmen, vor allem, weil die Kinder ohnehin nichts davon haben. Außerdem wird in fast jeder Kirche angeboten, Kinder während des Gottesdiensts in einem anderen Raum zu beschäftigen. Sicherlich hat der Pastor überreagiert, ein freundlicher Hinweis wäre passender gewesen. Aber: Sollen 500 Gläubige auf das für sie wichtige Wort Gottes verzichten, weil ein Kind, das natürlich selbst gar nichts dafür kann, permanent schreit?
Singen, Tanzen, Gott eine Freude machen !
Wer in eine "Kirche" geht, in der keine Kinder mehr geduldet werden, sondern nur noch "Zuhörer", kann gleich zu einer Parteiveranstaltung gehen, sich hinsetzen, brav zuhören, was die Gurus erzählen und in Ruhe nach Hause gehen.
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Ich sage Euch : bietet diesen "kirchlichen Häuptern" klar einen Weg in den Ruhstand an.
Ruhe!
Der Gottesdienst hat einen bestimmten Sinn und Zweck. Es kann nicht sein, dass ein kleines Kind 500 Teilnehmern seinen Willen aufzwingt. Wenn das Kind nicht bereit oder Willens ist, sich den Regeln eines Gottesdienstes zu unterwerfen, sollte es zu Hause bleiben, da es Gottesdienst-untauglich ist. Das Kind wird schon noch genug Gelegenheit haben, den Gottesdienst zu besuchen (wenn es das denn überhaupt FREIWILLIG will) wenn es älter wird.
laut lauter am lautesten
Also mir würde als Pfarrer das Kindergeblähre tierisch auf den Geist gehen . Muß das Kind eigentlich dabei sein ? Vielleicht war das Kind so unruhig , weil es , aus was für Gründen auch immer gar keine Lust auf den Gottesdienst hatte.
Aber Mutti wollte ja unbedingt ... Irgendwie mal `ne Stunde Klappe halten geht wohl heute ncht mehr ! Was hab`ich bloß geschrieben? Ich schlimmer Nichtgutmensch !!!!
Des Pfarrers Verhalten kommt einem Versetzungsantrag gleich
Eine reife Leistung, Herr Dr. Hoppe, endlich hat das elitäre Denken und Handeln der Sylter nun auch in der Kirche Einzug gehalten. Was sind schon tatsächlich lebende und quicklebendige Kinder im Verhältnis zu Gott im Glauben? Die Sylter, die sich einbilden, reich und auserwählt zu sein, haben nun endlich einen Pfarrer, der sie mit seinem Verhalten bestärkt, der Wirklichkeit entrückt sein zu dürfen. Die Mutter und ihre Kinder sind mir im Herzen nahe, dem Pfarrer gehört die Bibel aus der Hand genommen, und die Verkündigung solle er lieber einem Laien übergeben: Diese stehen den Menschen näher und haben mehr Realitätsbezug.
Ich grüße Sie in atheistischer Verbundenheit.
man man
sowas kinderfeindliches wie hier habe ich selten erlebt. ihr heult alle rum, dass deutschland ausstirbt und keiner mehr kinder in die welt setzt ...seht doch warum nicht...weil es solche ignoranten gibt!!!!!!!!!!! bei uns sind kinder herzlich willkommen und es werden auch extra solche gottesdienste gegeben wo kinder an erster stelle stehen...ist ein kind kein christ oder was??? also wegen solcher leute hier muss man sich manchmal echt schämen deutscher zu sein!!!!!
shz.de
Kinder im Gottesdienst: Solche Zeitungsdiskussionen begegnen sonst eher (und immer wieder) im Rückblick auf die Christvespern am Heiligen Abend. Es ist üblich geworden, Kinder ohne Rücksicht auf ihr Alter überallhin mitzunehmen, also auch in die Kirche. Nicht jeder Geistliche kann damit gut umgehen. Aber ganz schnell wird an diesem Problem eine Grundsatzdiskussion aufgehängt, die für mein Empfinden in eine unsinnige Richtung führt. Hat eine christliche Gemeinde prinzipiell und bei allen möglichen Gelegenheiten ihre Kinderfreundlichkeit zu demonstrieren, nur weil Jesus auch Kinder gesegnet hat?