
Dienstag, 11. Mai 2010
Wie war das mit der stabilen Währungspolitik?
So geht Europa also unter. Unsere armen Kinder. Vermutlich sollte alles noch einmal neu beginnen. Alle zurück an den Start, aber das geht eben nur im Spiel. Neustart des Programms, so einfach wäre das am Computer. Der Ruf nach einem allgemeinen Schuldenerlass wurde bislang immer nur für Staaten der früher so genannten "Dritten Welt" laut. Inzwischen täte ein solcher Schuldenerlass auch der Euro-Zone gut, wenigstens in ihrem südlichen Abschnitt. Kinder, wie die Zeit vergeht und die Welt sich verändert! Das wahre Ausmaß dieser Krise wird von den meisten Menschen wohl gar nicht wahrgenommen. Die machen sich Sorgen um Vulkanausbrüche, fiebern der Fußball-Weltmeisterschaft entgegen oder fragen sich ganz schlicht, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen sollen. Es ist die alte Vogel-Strauß-Politik: Uns wird es schon nicht treffen - oder jedenfalls nicht so schlimm. Andere werden es bezahlen müssen - vermutlich unsere Kinder und Enkel.
50 Jahre Antibabypille - Überlegungen eines Kommentators in der WELT
Was wäre, wenn heute ein 28-jähriger Chemiker in Mexico City auf eine biochemische Substanz stieße, die die Befruchtung von Eizellen verhindert? Wie nähme die Gesellschaft das widernatürliche Mittel auf, das den weiblichen Körper manipuliert? Wie würden die Pharmakritiker, die Anhänger der Naturheiler, die Feministinnen, die Verbraucherschützer und vor allem die Anwälte, die von Sammelklagen leben, reagieren?
(...)
Die Zeiten haben sich geändert, seit Djerassi einen Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron zum Patent anmeldete. Wissenschaftler sind nicht mehr die Hoffnungsträger der Gesellschaft, sondern sie sind ihre Buhmänner geworden.
Große Teile der Öffentlichkeit unterstellen ihnen, wie Frankenstein das menschliche Leben als Verfügungsmasse ihres akademischen Ehrgeizes und ihrer perversen Visionen zu betrachten. Störenfriede im Paradiesgarten von Mutter Natur. 'Viele Menschen haben eine geradezu antiwissenschaftliche Haltung“, sagt Carl Djerassi über den heutigen Zeitgeist, „das ist fast schon eine Wissenschafts-Phobie.'
(...)
Das Zeitfenster für die Einführung des ersten sicheren Verhütungsmittels in der Hand von Frauen war sehr eng. Wie sich die Grundstimmung gewandelt hat, kann man schon daran erkennen, dass die Pille für den Mann seit Jahrzehnten nicht auf den Markt kommt. Pharmafirmen schrecken vor der Entwicklung eines neuen Kontrazeptivums zurück. Die postmoderne Ängstlichkeit und besonders die ruinöse Prozesskultur bremsen Innovationen, bevor sie sich bewähren können.
(...)
Doch dann ging es plötzlich sehr schnell. Die 60er-Jahre waren die Zeit des Rock'n'Roll, einer nach Freiheit und Abenteuer gierenden Jugendkultur. Und die weibliche Hälfte der Jugend forderte die gleichen Freiheiten, die zuvor nur jungen Männern augenzwinkernd zugestanden worden waren.
Alte Leute kennen noch die Formulierung: „Sie ist ins Wasser gegangen.“ Das sagte man, wenn ungewollt schwangere und mittellose junge Frauen sich aus Verzweiflung das Leben nahmen. Diese Redensart ist ausgestorben. Ein Glück."
Michael Miersch im Leitartikel der WELT vom 10.05.2010
Montag, 10. Mai 2010
Am Tag, als der Regen kam
Pfarrers Spiegel und Mahnwort
1 Ich beschwöre dich bei Gott
und bei Christus Jesus,
der Gericht halten wird über Lebende und Tote –
und angesichts seines Erscheinens
und seines Herrschens als König:
2 Verkünde den Menschen das Wort Gottes.
Tritt dafür ein,
ob es ihnen gelegen kommt oder ungelegen.
Ziehe sie zur Rechenschaft,
weise sie zurecht
und ermutige sie.
Tu das mit aller Geduld
und wie die Lehre es fordert.
3 Denn es wird eine Zeit kommen,
in der sie die unverfälschte Lehre
nicht mehr ertragen wollen.
Vielmehr werden sie sich immer neue Lehrer suchen,
die ihren Bedürfnissen entgegenkommen
und ihren Ohren schmeicheln.
4 Aber vor der Wahrheit werden sie ihr Ohr verschließen
und sich erfundenen Geschichten zuwenden.
5 Du aber bewahre einen klaren Kopf.
Sei auch bereit zu leiden.
Komm deiner Aufgabe nach,
die Gute Nachricht zu verkünden.
Erfülle deinen Dienst mit ganzer Hingabe.
2. Timotheus 4, 1 - 5 nach der Übersetzung der Basisbibel
Verschlossen ist der Eingang
Neues für die Trauer
Gewinnerin des wichtigsten niederländischen Bestattungspreises präsentiert auf der BEFA den parlAmore-Trauerknopf
Nach langer Abwesenheit gibt es wieder ein Trauersymbol: den parlAmore Trauerknopf, entworfen von Marian van Essen. Auf einem runden Edelstein aus Onyx oder Jaspis trägt man einen Knopf eines Kleidungsstücks von einem lieben Verstorbenen. Marian van Essen hat so ein erkennbares und sehr persönliches Trauersymbol geschaffen.
Ein normaler Blusenknopf inspirierte die Amsterdamer Künstlerin Marian van Essen parlAmore zu entwerfen. 'Wenn man sich bewusst macht, wie oft ein Hemdknopf vom Verstorbenen zu Lebzeiten berührt wurde, wird dieser normale Knopf plötzlich sehr vertraut und intim.' Des Weiteren war sie von der Idee angetan, dass jeder Verwandte des Verstorbenen einen Knopf erhalten kann.
Am Samstag, den 27. März hat Marian van Essen den Yarden Stimulans entgegengenommen. Dieser alle zwei Jahre für innovative Ideen für Lebensende und Bestattung verliehene Preis ist mit 5.000€ dotiert. In der Jury waren u.A. vertreten die niederländische Theologin und Fernsehmoderatorin Jacobine Geel und Manu Keirse, Professor und Trauer-Experte an der Medizinischen Fakultät der belgischen KU Leuven.
Aus der Begründung der Jury:
Eine gut ausgeführte, ausgereifte Idee. parlAmore ist ein Impuls, alte Traditionen zu modernisieren. Die Kombination des universellen Designs mit dem persönlichen Akzent ist wunderbar. Der Knopf ist sehr kommunikativ, das lädt zum Gespräch ein. Dieses Projekt berücksichtigt in hohem Maße die individuelle Gestaltung und ist einem großen Publikum zugänglich. Alles ist mit Sorgfalt, Aufmerksamkeit und Respekt gefertigt. Ein qualitativ hochwertiges Produkt, das mit etwas Unterstützung für eine landesweite Ausarbeitung bereit ist.
Neues Konzept
Das Konzept von parlAmore, mit einem Knopf als Andenken, spricht offenbar viele Menschen an, ungeachtet des Alters und des Glaubens, auch Menschen mit einem streng-protestantischen oder islamischen Hintergrund. Das kommt daher, dass in diesem neuen Trauersymbol nichts vom Körper des Verstorbenen verarbeitet wird, auch keine Asche. Damit ist es ein Trauersymbol, das für alle geeignet und erkennbar ist und das verbindend wirken kann.
Trauer findet oft im Verborgenen statt, aber immer mehr Trauernde zeigen sich. In der Wissenschaft befasst man sich momentan viel mit der Zeit nach der Bestattung, der Trauerarbeit. Vor allem, seitdem man festgestellt hat, dass Trauer krank machen kann. Aus etwa zehn Studien, die vor einigen Jahren in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ zusammengefasst wurden, geht hervor, dass Menschen, die gerade Witwe oder Witwer geworden sind, ein größeres Risiko haben, selber frühzeitig zu sterben. Bei Eltern, die ein Kind verlieren, haben Mütter das größte Risiko. Man kann also buchstäblich an einem gebrochenen Herzen sterben. Also ist es gut, der Trauer mehr Aufmerksamkeit zu schenken, konkludiert „The Lancet“.




